"Es hilft sehr, sich während des Jurastudiums Vorbilder zu suchen."

Justizministerium | Juristenausbildung

Folge 245 deines Jura-Podcasts zu Job, Karriere und Examensthemen.

Heute zu Gast bei IMR: Der Justiminister Nordrhein-Westfalens, Dr. Benjamin Limbach. Wir sprechen über seinen persönlichen Werdegang sowie das Jurastudium. Warum fand Dr. Limbach die Karriere im öffentlichen Dienst schon immer spannend? Wie hat ihn dabei seine Familie geprägt? Kann man planen, Justizminister zu werden? Wie muss man sich den Moment, in dem man gefragt wird, das Amt anzunehmen, vorstellen? In welchen Punkten sieht der Minister Reformbedarf in der Juristenausbildung? Inwieweit hilft der integrierte Bachelor? Antworten auf diese und viele weitere Aspekte bezüglich der Justiz in NRW erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

  • 00:10 Einführung und Begrüßung
  • 01:26 Familiäre Einflüsse auf die Berufswahl
  • 05:01 Studium in Bonn und Beginn des Referendariats
  • 06:00 Erfahrungen bei der Promotion
  • 08:24 Erfahrungen im Referendariat und Erkenntnisse
  • 10:21 Interesse an der Ministerialverwaltung
  • 12:13 Einblicke in die Kommunalverwaltung
  • 12:40 Planung der beruflichen Laufbahn
  • 13:56 Schlüsselmoment der Berufung zum Justizminister
  • 15:24 Berufliche Entscheidungen im Einvernehmen
  • 16:12 Arbeitsalltag als Justizminister
  • 22:26 Arbeitsbelastung im Strafvollzug
  • 26:53 Wichtigkeit von Lerngruppen
  • 28:48 Reformbedarf im Jurastudium
  • 30:40 Bestehendes Studium evaluieren
  • 33:10 Einführung des integrierten Bachelor-Studiengangs

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Transkript


Marc Ohrendorf 0:00:35
Herzlich willkommen zu einer ganz besonderen Episode Irgendwas mit Recht. Mein Name ist noch immer Marc Ohrendorf und heute darf ich für euch im schönen Justizministerium in Düsseldorf setzen und mit Herrn Justizminister Dr. Benjamin Limbach sprechen. Hallo. Danke, dass Sie mich eingeladen haben. Normalerweise sozusagen frage ich ja, was Sie so machen. Das ist bei einem Justizminister vielseitig und gleichzeitig vielleicht auch schon bekannt, aber wir fangen mal ganz vorne an, denn Sie sind ja auch nicht von gestern auf heute Justizminister geworden, Sie haben auch irgendwann mal Jura studiert. Wie kam es dazu? Hat da Ihr familiärer Background eine Rolle gespielt? Ihre Mutter war ja auch eine recht bekannte Juristin oder ist? Würden Sie sagen, dass es das leichter oder schwerer gemacht hat? Oder war das neutral? Bedeutet, als Ableitung hört mehr Podcast-Folgen, sucht euch Vorbilder, denn die haben es ja auch alle geschafft. Dann sieht man so ein bisschen das Licht am Ende des Tunnels in verschiedenen Rollen und merkt auch vielleicht, die Person, die hat mit 20 ganz ähnlich getickt wie ich und jetzt ist die das und das. Da mangelt es vielleicht ja auch manchmal dran, wenn man lange Nächte alleine in der Bibliothek oder in langen Vorlesungen verbringt. Ich hatte einen Tief im dritten Semester und war dann im vierten Semester in Prag, habe da Erasmus gemacht und da habe ich vier, liebe Grüße, nette Männer kennengelernt, die alle Jurastudenten aus Hamburg waren und die waren so kurz vorm Examen und da hatte ich genau diesen Effekt. Da habe ich gemerkt, oh, die feiern hier viel und sind trotzdem irgendwie gut unterwegs und gut drauf und dann habe ich ein Semester später gesehen, die haben auch ihr Examen bestanden und dann wusste ich, ja gut, klar, wenn die normalen Typen das schaffen, schaffst du das doch auf jeden Fall auch. Also genau der Effekt. Übrigens, wir haben, ich habe das gerade nachgeguckt, parallel am 21. Mai hier eine Folge mit arbeiterkind.de veröffentlicht. Da also auch gerne mal reinhören. Da tut sich auch gerade total viel, die auch sozusagen gerade die juristische Welt für sich entdecken, weil wir ja doch so ein bisschen eine Closed Community waren und uns zunehmend öffnen. Und da gibt es sehr, sehr viel Aufklärungsbedarf und aber auch Interesse. Also ganz, ganz wichtiges Thema, würde ich so auch nochmal unterstreichen. Wo haben Sie studiert? In Bonn. Und dann ging es wo weiter mit dem Referendariat? Wer war das? Hatten Sie die Promotion dann fertig? Das heißt, Sie hatten auch die Möglichkeit, Ihr Thema selber auszuwählen? Ja. Das ist schön. Verstehe. Was haben Sie denn genommen? Okay. Referendariat auch in Bonn? Ja. Hatten Sie da besondere Stationen schon im Auge oder haben Sie es ein bisschen auf sich zukommen lassen? Wie sind Sie das Referendariat angegangen? Fand ich. Also da wussten sie dann auch ziemlich genau, worauf sie sich einlassen sozusagen. Das ist ja ein ganz konkreter Grund auch. Das wäre nämlich sozusagen ansonsten meine nächste Frage gewesen, was Sie denn da so begeistert hat. Haben Sie mal mit dem Gedanken gespielt, Anwalt zu werden oder war das immer off the table? Aber Sie haben wahrscheinlich da nicht geplant, Justizminister zu werden, oder? Ja, ich glaube, das ist die einzige valide Antwort, die man an der Stelle erwarten und auch wahrscheinlich geben kann. Aber vielleicht nochmal so als kleine Hintergrundgeschichte. Haben Sie es denn realisiert, dass Sie womöglich Minister werden? Wie lief das ab? Erinnern Sie sich da so an so einen Schlüsselmoment vielleicht? Haben Sie eine Nacht drüber geschlafen? Okay. Okay, ja, das ist auch gesund wahrscheinlich. Gehen wir mal aufs Inhaltliche. Ich vermute, ich kenne die Antwort, aber haben Sie sowas wie einen Arbeitsalltag und falls ja, wie sieht dieser aus? Ja, verstehe. Viele unserer Zuhörenden werden Sie ja wahrscheinlich aus Medien kennen und mehr oder weniger zufällig dann auf Sie stoßen, wenn Sie irgendwo eine Rede halten und dann assoziiert man Sie mit einem gewissen Thema. Mich würde mal interessieren sozusagen, wie die Sicht aus der anderen Seite aussieht, nicht bezogen auf Medien, sondern auf diese Themenvielfalt. Wenn ich Sie jetzt in den letzten zwei Wochen mit einem bestimmten Thema ein, zweimal gesehen habe, dann denke ich, ja gut, Justizminister, der arbeitet gerade mit seinen Menschen hauptsächlich daran, aber es ist ja wahrscheinlich deutlich bunter. Können Sie mal vielleicht so einen kleinen Blick hinter den Vorhang unseren Zuhörenden geben und einfach mal darlegen, was ist es, was Sie gerade alles so beschäftigt? Ich vermute, das ist recht viel und recht bunt, oder? Dann lassen Sie uns in den letzten Minuten unseres Gesprächs nochmal ein bisschen über unsere hier zuhörenden Menschen sprechen, nämlich viele Jurastudierende. Wenn Sie jetzt ein, zwei Tipps loswerden könnten und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie da was zu sagen parat hätten, was würden Sie dem juristischen Nachwuchs aktuell 2024 so insgesamt raten? Haben wir Notendiskussionen und eine weitere Debatte, die wahrscheinlich genauso alt ist wie jede Debatte um Prädikatsexaminer und wie man da hinkommt. Vermeintlich ist die Debatte um die Reform des Jurastudiums gerade wieder ein bisschen angeheizter. Deswegen mal eine offene Frage. Müsste man das Jurastudium reformieren? Müsste man was ändern? Und wenn ja, was? Gerade wenn man von psychischer Belastung spricht, hatte man ja lange die Situation, dass man in dieses Examen ins erste rein ging und wenn es vielleicht auch nicht der Freischuss war, man sich dachte, wenn ich jetzt das hier nicht packe, dann stehe ich im Prinzip mit Abitur da, kann es nochmal wiederholen, aber im Worst Case ist es so. Da würde der integrierte Bachelor natürlich schon eine ganze Menge helfen. Vielen herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, hier heute bei Irgendwas mit Recht ein bisschen Reden und Antwort zu stehen, Herr Minister.

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Dr. Benjamin Limbach

Dr. Benjamin Limbach Justizminister NRW, Justizministerium NRW

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