Julian Scheu

Prof. Dr. Julian Scheu

Professor

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Karriere-Timeline

26.06.2018Podcast-Episode

IMR7 - IMR007: Akademische Karriere und Investitionsrecht | Interview Juniorprofessor

Teilnahme am IMR Jurapodcast

Bei: Universität zu Köln
🚀 Karriereweg von Julian Scheu

Fragen & Antworten

03:16–03:34

Was reizt dich am internationalen Investitionsrecht?

Mich begeistert die Schnittstelle zwischen Völkerrecht, internationaler Politik und globaler Wirtschaft. Dort prallen Staatsinteressen und Unternehmensfreiheit unmittelbar aufeinander. Dadurch entstehen hochaktuelle, oftmals politisch umkämpfte Rechtsfragen. Ich kann öffentlich-rechtliche Grundsätze anwenden, gleichzeitig aber ökonomische Realitäten berücksichtigen – eine seltene Kombination, die mich seit dem Studium fesselt.

14:43–15:07

Worin unterscheidet sich die Juniorprofessur?

Ich habe sechs Jahre Zeit, mich wissenschaftlich zu bewähren, arbeite aber bereits eigenständig wie eine Professur auf Probe. Anders als Habilitand*innen bin ich nicht an einen Lehrstuhlinhaber gebunden, sondern baue mein eigenes Profil im gesamten Öffentlichen Recht auf.

17:52–19:43

Was umfasst dein Arbeitsalltag aktuell?

Mein Tag teilt sich in Lehre, Forschung und Institutsmanagement. Vormittags bereite ich Vorlesungen vor, nachmittags schreibe ich Aufsätze – zuletzt zur Übertragung von Investitionsschutz ins Weltraumrecht. Als Geschäftsführer organisiere ich Konferenzen, betreue Gastwissenschaftler und sorge dafür, dass unser Cologne Investment Law Center reibungslos läuft.

28:31–29:31

Welche Noten und Qualifikationen zählen wirklich?

Gute Staatsexamina helfen, entscheidend ist aber das Gesamtpaket. Eine sehr gute Promotion ist die eigentliche Eintrittskarte, dazu kommen Publikationen, Tagungsbeiträge und internationale Erfahrungen. Das zweite Examen hat in der Wissenschaft weniger Gewicht als etwa im Justizdienst.

12:49–14:21

Welche Schritte führten dich zur Juniorprofessur?

Nach Master und Promotion arbeitete ich bei der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit, wollte ursprünglich anwaltlich tätig sein. Im Referendariat lernte ich jedoch einen völkerrechtsaffinen Professor kennen und merkte, wie erfüllend Lehre und Forschung sind. Als Köln die bundesweit einzigartige Juniorprofessur für Investitionsrecht ausschrieb, war klar: Diese Chance ergreife ich.

25:22–26:55

Wie wichtig ist das Referendariat für die Wissenschaft?

Formal ist es nicht immer zwingend, praktisch halte ich es für wertvoll. Das Referendariat eröffnet neue Blickwinkel, vermittelt praxisnahe Erfahrungen und bestätigt, ob man dauerhaft forschen oder doch lieber anwaltlich arbeiten möchte. Mir hat diese Phase die entscheidende Orientierung hin zur Uni gegeben.