“Manchmal unterschätzt man den Anteil an Kommunikation und Projektmanagement in der anwaltlichen Tätigkeit – es geht viel darum, den Überblick zu behalten und als Ansprechpartner zu agieren, nicht nur alleine zu schreiben.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Im Studium merkte ich schnell: Strafrecht lebt stark vom Auswendiglernen, Zivil- und Gesellschaftsrecht dagegen von Systematik und Argumentation. Ich liebe es, Zahnräder ineinandergreifen zu sehen – Vertragsrecht, Kapitalmarkt, Corporate Governance. Dort kann ich kreative Lösungen entwickeln, statt Definitionen herunterzubeten. Deshalb verlagerte ich meinen Schwerpunkt endgültig ins Gesellschaftsrecht.
Der Fall hat mein Gerechtigkeitsgefühl geweckt. Ich wollte nicht einfach „ab ins Gefängnis“ rufen, sondern verstehen, warum psychiatrische Unterbringung richtiger war. Die Auseinandersetzung mit § 20 StGB zeigte mir, dass Recht differenziert reagieren kann. Diese Erkenntnis motivierte mich, tiefer in Dogmatik und Gesetzeslogik einzusteigen.
Neugier ist mein innerer Kompass. Packt mich ein Thema – Geschäftsführerhaftung oder KI-Regulierung – lese ich mich abends ein, frage Kolleginnen und probiere Aufgaben aus. So baue ich kontinuierlich neues Wissen auf, das später in Deals bares Argumentationsgold wird. Wer neugierig bleibt, bleibt auch beruflich beweglich.
Schon zwei Wochen nach Referendariatsstart arbeitete ich hier ein- bis zweimal wöchentlich. Die Praxis gab meinem Lernen Sinn: Ich sah, wofür ich Schriftsatztechnik und Gesellschaftsrecht brauche, erhielt Mentorinnen, durfte in Mandanten-Calls mitwirken. Diese Erfahrung war mein Motivationsbooster für die neun Examensklausuren – ich wusste nun genau, wohin mich der Aufwand führen soll.
Bei CLIFFORD CHANCE Partnerschaft mbB sitze ich einen Schreibtisch von Kartell-, Tax- oder IP-Experts entfernt. Taucht im Deal plötzlich ein Patent- oder Erdbaurechtsproblem auf, hole ich die Spezialisten direkt ins Team und konsolidiere später alle Beiträge in einen stimmigen Report. Diese Breite ermöglicht schnelle, fachlich saubere Lösungen für komplexe Transaktionen.
Private Equity verbindet juristische Tiefe mit wirtschaftlicher Dynamik. Wir gestalten Kaufverträge, strukturieren Fonds und sehen, wie strategische Ideen binnen Monaten Realität werden. Der Mandant ist kein passiver Konzern, sondern Investor, der Wertsteigerung sucht – das bedeutet kurze Entscheidungswege, kreative Beteiligungsmodelle und internationales Setting. Diese Mischung aus Tempo, Gestaltungsmacht und Teamarbeit fasziniert mich.