“Die Digitalisierung ist etwas Tolles und wird neue Möglichkeiten eröffnen – Juristen sollten dieses Thema freudiger angehen und aktiv vorantreiben, um positive Effekte für uns und die Gesellschaft zu schaffen.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
In Stanford oder Berkeley lehren viele Praktiker, die nach Jahren in Kanzleien oder Start-ups zurückkehren. Seminare verbinden Dogmatik mit Prototyping: Studierende bauen juristische Apps oder pitchen Geschäftsmodelle. Dank privater Finanzierung gibt es Budget, Räume und Mentoren. Dieser praxisnahe Spirit fehlt deutschen Fakultäten oft, die sich stärker auf klassische Auslegungsfragen konzentrieren.
Mir wurde klar, dass gutes Recht nicht nur "in Büchern" bestehen darf. Wir müssen prüfen, ob Normen tatsächlich wirken und Menschen erreichen. Zugangshürden, Kosten oder fehlende Digitalisierung können schöne Paragraphen entwerten. Seitdem denke ich Gesetze stärker vom Nutzer her und engagiere mich für Lösungen, die Recht einfach anwendbar machen.
Tagsüber analysierte ich Patent- und Markenportfolios, entwarf IP-Gewährleistungs-Klauseln und saß bei Verhandlungen. Ich durfte eigene Vertragspassagen formulieren und Feedback direkt vom Partner bekommen. Gleichzeitig ließ man mir Freiraum für Uni-Events in Stanford oder Berkeley. So verband ich Hands-on-Deals mit akademischem Input – die ideale Lernkurve für Referendare.
Experimentierfreude! Ob Associate oder Partner – jeder stellt Prozesse infrage und probiert Neues aus. Dresscode ist Casual, Hierarchien flach. Digitalisierung wird positiv diskutiert: Welchen Mehrwert schafft sie für Mandanten? Diese optimistische Grundhaltung steckt an und motiviert mich, in Deutschland mutiger zu innovieren.
Ich brachte einen klaren Use-Case mit: Seit Jahren betreue ich in Hamburg das Legal-Tech-Thema der Kanzlei. Zwei Partnern schilderte ich, welche Impulse ein Aufenthalt im Valley bringen würde. Zwei wohlformulierte E-Mails, ein Jahr Vorlauf – dann kam grünes Licht. Visa, Flug, Versicherung organisierte unser internationales HR-Team; so konnte ich mich ganz auf Examensvorbereitung und Fachinhalte konzentrieren.
Beginne ein Jahr vorher. Überlege, welches Thema dich fachlich weiterbringt und wo es geografisch am besten passt. Nutze Netzwerke: Großkanzleien, deutsche Botschaften, AHKs oder einfach eine initiativ-Mail an eine lokale Kanzlei. Formuliere klar, welchen Mehrwert du bietest. Visum, Versicherung und Unterkunft sollten früh geklärt sein – dann wird der Rest Routine.