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Karriere-Timeline

🚀 Karriereweg von Anika Patz

Fragen & Antworten

25:10–26:40

Warum zieht Deutschland internationale Kryptoanbieter an?

Nach dem Brexit bietet Deutschland den größten EU-Markt mit klarer, früher eingeführter Krypto-Regulierung. Eine BaFin-Lizenz signalisiert Investoren Seriosität, und hiesige Banken benötigen regulierte Gegenparteien. Wer hier startet, kann später den EU-Pass nutzen. Das Zusammenspiel aus Marktgröße, Rechtsklarheit und Reputation wirkt deshalb wie ein Magnet auf US- oder Asien-Player.

03:20–03:40

Wie prägte deine Schülerjob-Buchhaltung deine Arbeitsweise?

Monatliche Buchhaltung als Schülerin zeigte mir früh, wie wichtig Präzision und Systematik sind. Jede falsche Zahl fällt sofort auf – ein Gefühl, das ich in Gutachten oder Vertragsklauseln wiedererkenne. Gleichzeitig lernte ich, Fragen zu stellen, bis ich den wirtschaftlichen Hintergrund verstehe. Dieses Bedürfnis, Vorgänge wirklich zu durchdringen, begleitet mich bis heute in der Beratung.

12:10–13:30

Weshalb macht Regulierung für Fintechs zugleich Hürde und Chance?

Kleine Tech-Teams bauen brillante Produkte, merken jedoch plötzlich, dass Handel oder Verwahrung von Krypto reguliert sind. Die Lizenz kostet Geld und Expertise – klare Eintrittsbarriere. Wer sie aber meistert, besitzt ein Qualitätssiegel: Banken und institutionelle Investoren dürfen nur mit regulierten Partnern arbeiten. Gute Governance wandelt Regulierung daher vom Hemmschuh zum echten Wettbewerbsvorteil.

28:10–29:55

Wie gestaltest du neue Regulierung aktiv mit?

Wir übersetzen Technik in Juristensprache – sei es in Fachgesprächen mit Ministerien, Stellungnahmen für den Bitkom oder Workshops mit der ESMA. Dabei erklären wir, wie Private Keys verwahrt werden oder welche Geschäftsmodelle realistisch sind. Dieses Feedback fließt in Gesetz- und Verordnungsentwürfe ein. So entwickelt sich Smart Regulation, die Innovation ermöglicht, statt sie abzuwürgen.

07:40–08:35

Welche Erkenntnisse gewannst du aus deiner Finanzkrisen-Promotion?

Ich habe untersucht, warum Aufsichtsbehörden Risiken komplexer Finanzinstrumente zu spät sahen. Meine zentrale Idee: Daten, die Versicherungen wegen der Anlage­verordnung ohnehin melden, könnten mithilfe von Technik für die Kapitalmarktaufsicht mitgenutzt werden. Vernetzte, datengestützte Aufsicht hätte strukturierte Produkte früher als gefährlich identifiziert. Bislang ist das nicht umgesetzt, aber die Diskussion um „SupTech“ greift genau diese Gedanken auf.

09:45–10:55

Was faszinierte dich am Bank- und Kapitalmarktrecht?

Mich reizt das Zusammenspiel von Marktmechanismen und öffentlichem Interesse. Börsen, Zahlungsströme und Technologie treiben unsere Wirtschaft; das Aufsichtsrecht setzt den Rahmen, damit Vertrauen entsteht. Dieses Spannungsfeld erfordert Verständnis für Bilanzen, Politik und Technik zugleich – ideal für jemanden, der öffentliches Recht liebt, aber wirtschaftlich denkt.