“Vertragsgestaltung ist eine zentrale Aufgabe von Juristen, weil sie Privatautonomie verwirklichen und dabei helfen, komplexe Rechtsverhältnisse verständlich und praktikabel zu machen.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Ich erinnere mich an das erste Lehrbuch zum BGB-AT, das mir Freunde während des Studiums in Bonn in die Hand drückten. Die Logik der Willenserklärung, dass Worte reale Rechtsfolgen erzeugen, hat mich sofort gepackt. Von da an wollte ich verstehen, wie Menschen durch Regeln ihre Beziehungen gestalten können – diese Begeisterung trägt mich bis heute.
Der Campus war Inspirationsschub pur. Besonders das Format, unfertige Aufsatz-Entwürfe mit Studierenden zu diskutieren, zeigte mir, wie wertvoll kollaborative Entwicklung ist. Zwei intensive Monate reichten, um neue Literatur, frische Perspektiven und ein weltweites Netzwerk mitzunehmen – Qualität schlägt Dauer.
Professor Schilken war mein akademischer Kompass. In seinem Schwerpunktseminar erlebte ich, wie gute Fragen gestellt werden. Er förderte mich, bot früh Verantwortung und wurde später mein Doktorvater. Ohne seine Gesprächsbereitschaft und sein Vertrauen hätte ich den Schritt zur Promotion und zur Wissenschaft wohl nicht gewagt.
Im Erbrecht treffen maximale Privatautonomie und zwingende Grenzen frontal aufeinander. Mich fasziniert, warum das Pflichtteilsrecht fast unüberwindbar ist. Zu verstehen, wo der Staat sagt „bis hierhin, nicht weiter“, zeigt, wie Recht Freiheit ermöglicht, aber auch soziale Verantwortung durchsetzt.
Zuerst tiefes juristisches Fundament, um alle Gestaltungsoptionen zu kennen. Dann Kreativität, Interessen sauber auszubalancieren, und schließlich die Fähigkeit, Risiken klar zu kommunizieren. Ein guter Vertrag ist nie Copy-Paste, sondern passgenaue Architektur für konkrete Bedürfnisse.
Sehr wichtig, aber nachgelagert. Ich muss zunächst wissen, was rechtlich möglich ist. Dann bewerte ich ökonomische Folgen, etwa Liquidität, Steuern oder Incentives. In familienrechtlichen Verträgen ersetzen emotionale oder persönliche Faktoren das Ökonomische – ohne Gespür dafür kann ich keinen tragfähigen Ausgleich schaffen.