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  • IMR152: Anwaltsnotariat, Drittes Staatsexamen, Auswärtiges Amt in Beirut
    IMR152: Anwaltsnotariat, Drittes Staatsexamen, Auswärtiges Amt in Beirut
    Zivilrecht & ZPOErbrechtFamilienrechtHandelsrechtM&A / GesellschaftsrechtImmobilienrechtVerwaltungsrecht

    Im Berufsalltag sind Kommunikation, Verhandlungsgeschick und Psychologie oft wichtiger als juristisches Wissen. Recht ist der letzte Schritt, Konflikte sollten zuvor auf emotionaler Ebene gelöst werden – das spart Zeit, Kosten und Nerven.

Karriere-Timeline

21.02.2023Podcast-Episode

IMR152 - IMR152: Anwaltsnotariat, Drittes Staatsexamen, Auswärtiges Amt in Beirut

Teilnahme am IMR Jurapodcast

Bei: Alter & Knoch
🚀 Karriereweg von Azamat Karimov

Fragen & Antworten

08:33–09:46

Weshalb hast du das Examen ohne Repetitor vorbereitet?

Einerseits war es eine Kostenfrage, andererseits wollte ich eigenständig Struktur schaffen. Lieber mit der Machete den Prüfungs-Dschungel freilegen als einer vorgegebenen Asphaltstraße folgen. Die harte Selbstorganisation hat zwar Nerven gekostet, aber meine Fähigkeit geschärft, Stoff zu priorisieren – exakt die Kompetenz, die ich heute in jeder Mandatsbearbeitung brauche.

10:15–10:30

Wie habt ihr die selbstständige Lernphase strukturiert?

Wir waren zu viert, trafen uns dreimal pro Woche, hatten einen verbindlichen Themenplan. Jede Woche bereitete jemand einen Fall vor, verschickte ihn samt Skizze; gemeinsam diskutierten wir Lösung, Taktik und Fallstricke. Nebenbei teilten wir private Tiefs, bauten uns auf und verhinderten so, dass das Ganze zum bloßen Kaffeekränzchen wurde.

22:59–23:20

Welche Soft Skills sind für deinen Berufsalltag entscheidend?

Mein wichtigstes Werkzeug ist Kommunikation, gefolgt von Verhandlungsgeschick und Psychologie; der Paragrafenhammer kommt zuletzt. Wer empathisch zuhört, kultursensibel vermittelt und vielleicht noch eine Fremdsprache beherrscht, löst viele Konflikte außergerichtlich. Das spart Mandanten Zeit, Geld und Nerven – und schafft das Vertrauen, auf dem jede langfristige Mandatsbeziehung beruht.

27:53–28:30

Welche Schritte führen zur Bestellung als Notar?

Nach mindestens drei Jahren Tätigkeit schreibe ich die notarielle Fachprüfung – das berüchtigte „dritte Examen“. Nach fünf Jahren anwaltlicher Praxis kann ich bestellt werden. Da die Plätze begrenzt sind, entscheidet eine Bestenauslese aus Zweitem Staatsexamen und Fachprüfung. Erst wer dort vorn liegt, erhält schließlich die notarielle Urkunde.

32:02–32:32

Was fasziniert dich persönlich an der notariellen Arbeit?

Ich begleite Menschen bei lebensprägenden Momenten: erste Immobilie, Unternehmensgründung, Ehevertrag oder Nachlass. Jede Urkunde verbindet harte Dogmatik mit höchst persönlicher Realität. Als neutraler Gestalter baue ich Brücken, sichere Risiken ab und ermögliche Lösungen ohne Gerichtsstreit. Diese direkte, positive Wirkung auf das Leben meiner Mandanten motiviert mich jeden Tag.

02:18–02:54

Warum wähltest du den Schwerpunkt philosophische Grundlagen des Rechts?

Mein Hiwi-Job bei einem staatsrechtlichen Lehrstuhl konfrontierte mich früh mit Grundfragen wie „Was ist der Staat?“. Im Schwerpunkt konnte ich solche Begriffe systematisch hinterfragen, methodisch arbeiten und juristische Argumentation von der Wurzel her verstehen. Das versprach echte Bildung statt bloßen Klausurwissens – ein Investment, das sich bis heute auszahlt.