“Wirtschaftsstrafrecht ist spannend, weil es Kreativität erfordert, man Menschen trifft und nicht den ganzen Tag nur Gutachten schreibt, sondern aktiv vor Ort agiert und Prozesse begleitet.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Ich wollte Unternehmen beraten, nicht nur Paragrafen auslegen. Wirtschaftliches Denken ist dafür zwingend. Darum kombinierte ich früh Jura mit BWL-Inhalten: So verstehe ich Geschäftsmodelle, Bilanzen und Entscheidungslogik meiner Mandanten und kann rechtliche Risiken praxisnah lösen. Diese doppelte Brille begleitet mich seit Schulzeiten bis in jede Strafverteidigung.
Prof. Dr. Klaus-Detlef Otto in Bayreuth hat mich angefixt. Er gilt als Ikone des Wirtschaftsstrafrechts. Durch seine Arbeitsgemeinschaften merkte ich, wie spannend Unternehmensdelikte sind. Später, in der Kanzlei, brauchten wir plötzlich jemanden für Strafrecht – da war der Funke sofort wieder da.
Erst Ruhe reinbringen: Beschluss zeigen lassen, Status klären – Zeuge, Beschuldigter oder Dritter. Dann kooperiere ich kontrolliert, lasse IT-Images ziehen, widerspreche bei Verteidigerpost, regle Datenschutz. Wichtig: Niemand spricht ohne Abstimmung. So erledigen wir die Maßnahme schnell und meist ohne Presseschlagzeile.
In Krisen googelt niemand ‚Wirtschaftsstrafrecht‘. Vorstand, Aufsichtsrat oder Hauskanzlei rufen einen Verteidiger, den sie schon erlebt haben – oft nach einem Vortrag oder aus früherer Zusammenarbeit. Vertrauen zählt mehr als jede Anzeige; deswegen investiere ich viel Zeit in Netzwerken und Fachbeiträge.
Klassiker sind Steuerhinterziehung, Betrug, Untreue und Korruption. Dazu kommen Insolvenz-, Umwelt- und Sozialversicherungsdelikte sowie Spezialmaterien wie Produkt- oder Lebensmittelrecht. Bei neuen Technologien – Krypto, NFTs – läuft es strafrechtlich meist wieder auf Betrug oder Steuerhinterziehung hinaus.
Ein Verdacht in einem Land kann schnell fünf Verfahren auslösen. Ich koordiniere deshalb parallel Teams in den betroffenen Staaten, melde Sachverhalte proaktiv und nutze Nebis-in-idem, um Doppelbestrafung zu verhindern. Gute Beziehungen zu ausländischen Kanzleien sind dafür Gold wert.