“Ich hatte selbst keinerlei Zugang zum Verischerungsrecht, aber während meiner Tätigkeit bei BLD ist hierfür das Feuer entfacht.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Im IT-Team einer Großkanzlei lernte ich viel, doch der Glamour ersetzte für mich keine echte fachliche Leidenschaft. Mir fehlte die Nähe zu Fällen, die wirklich streitig ausgetragen werden. Deshalb suchte ich weiter nach einem Umfeld, in dem Substanz vor Hochglanz steht.
Mir liegt es, Parteiergebnisse zu maximieren, nicht neutral abzuwägen. In der Zivilstation saß ich allein im Zimmer, sortierte Aktenberge und traf Beweislastentscheidungen – das entsprach mir nicht. Die Staatsanwaltsstation war menschlich großartig, aber das Strafrecht packte mich auch nicht. Damit stand fest: Anwältin.
Haftpflicht spielt am Puls der Zeit: Von veganem Food über Automotive-Rückrufe bis zu Windkraftanlagen beraten wir zu realen Risiken. Jeder Fall vereint Delikts-, Kauf- und Internationales Privatrecht. Mal ist es skurril, mal presseträchtig, aber stets juristisches Hochreck – Langeweile ausgeschlossen.
Der Geschädigte meldet Ansprüche beim Hersteller, dieser informiert seinen Haftpflichtversicherer. Prüft der Versicherer Deckung und Haftung kritisch, beauftragt er uns. Wir verteidigen den Versicherungsnehmer, klären Sachverhalt, arbeiten mit Technik-Gutachtern und führen – nötigenfalls – den Prozess bis zum Vergleich oder Urteil.
Nein. Ich kam völlig ohne Versicherungsrechts-Background. Wichtig sind Neugier, Begeisterungsfähigkeit und die Bereitschaft, sich in technische Details zu vertiefen. Wer eine kleine juristische Glut mitbringt, findet hier genügend Sauerstoff, um schnell ein loderndes Fachfeuer zu entfachen.
Ich bewarb mich blauäugig fürs Landgericht Köln und stieß auf die Landeskinder-Regelung. Die Geschäftsstelle bot mir einen Platz in Aachen acht Wochen später an. Pendeln kannte ich von zuhause – also sagte ich zu und erlebte dort ein persönliches Gericht in familiärer Atmosphäre.