“Wir sind die Feuerwehr, die reingeschickt wird, wenn es brennt. Unsere Aufgabe ist es, den Brand zu löschen und Werte zu erhalten, um Arbeitsplätze zu sichern und Kontinuität zu gewährleisten.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Junge Kolleginnen wollen Sinn, Inklusion und planbare Arbeitszeiten. Sie akzeptieren Nachtschichten, wenn klar ist, wofür – nicht als Selbstzweck. Diversity & Inclusion, faires Feedback und echte Entwicklungsmöglichkeiten sind entscheidend. Wir müssen daher Kultur und Strukturen anpassen: weniger Hierarchiegesten, mehr Teamspirit und flexible Modelle, sonst gewinnen wir die Talente nicht.
Als Partner bin ich unternehmerisch tätig. Ich generiere eigenes Geschäft, trage Budget- und Personalverantwortung und entscheide, welche Märkte ich angehe. Associates bearbeiten Mandate, Partner bauen sie erst. Dieser Rollenwechsel – vom angestellten Anwalt zum selbständigen Miteigentümer – bedeutet mehr Freiheit, aber auch die Pflicht, das Team jederzeit auszulasten.
Mit drei Tagen pro Woche erhielt ich echte Mandatsanteile: Recherchen, kleine Workstreams, erste Verantwortung in Deals. Ich verdiente mein Geld, verstand Kanzleialltag und lernte, wie Deadlines, Mandantenkontakt und Teamarbeit funktionieren. Gleichzeitig blieb genügend Raum fürs Schreiben. Diese "goldene Mitte" hat mich fachlich wie organisatorisch enorm vorangebracht.
Mannheim gab mir ein solides wirtschaftsrechtliches Fundament, Edinburgh öffnete mein Blickfeld international. Durch den Master dort lernte ich Common-Law-Methoden kennen, verglich Systeme und merkte, wie eng Ökonomie und Recht verknüpft sind. Diese Kombination aus deutscher Tiefe und angelsächsischer Pragmatik bestimmt bis heute meine Arbeitsweise.
Es gibt zwei rote Linien: Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO) – fällige Rechnungen lassen sich nicht mehr begleichen – und Überschuldung (§ 19 InsO) – das bilanzielle Eigenkapital ist negativ. Tritt eine der Situationen ein, muss die Geschäftsführung innerhalb weniger Wochen Insolvenzantrag stellen, sonst droht persönliche Haftung.
Ich habe mich mit dem Ausschlussprinzip entschieden: Für VWL und BWL fehlte mir schlicht die Lust aufs ständige Rechnen. Argumentieren, Texte strukturieren und Sprache mochte ich dagegen sehr. Jura bot mir genau diese Mischung aus Logik und Sprache – also das Fach, in dem ich meine Stärken ausspielen konnte, ohne permanent Zahlenkolonnen wälzen zu müssen.