“Ein Digital Mindset entwickeln Juristen, indem sie nie aufhören, Fragen zu stellen, neugierig bleiben und sich leidenschaftlich mit Themen beschäftigen.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Ich habe mir angewöhnt, nie mit dem Fragen aufzuhören. Wenn mir ein Artikel Prozesse nicht erklärt, stelle ich sofort das „Warum?“. Dann suche ich eigenständig Antworten, auch nach 18 Uhr. Dieses permanente kindliche Staunen lässt das Mindset fast automatisch entstehen – Lernen wird zur Haltung, nicht zur Anordnung von oben.
Morgens überfliege ich Newsletter von heise, T3N oder ähnlichen Tech-Seiten. Taucht ein Thema auf, das Jurist:innen ratlos lassen könnte, sammle ich zehn bis zwanzig Artikel, lese sie quer, extrahiere die Technik-Essenz und formuliere sie in einfacher, juristisch verwertbarer Sprache – oft samt eigenem Standpunkt wie eine Mini-Dissertation.
Role-Models wie Tijen Onaran oder Magdalena Rogel beeindrucken mich. Sie haben aus ungewöhnlichen Ausbildungswegen heraus digitale Themen aufgebaut, Communities geschaffen und Diversität vorgelebt. Ihre Energie zeigt mir, dass man nicht warten muss, bis jemand Erlaubnis erteilt – man kann selbst Gestaltungsspielraum schaffen und erfolgreich nutzen.
Ich jongliere Zeit radikal: Aufstehen 5 :30 Uhr, Schlafen gegen 23 Uhr. Für das Examen setze ich mir ein hartes Sieben-Stunden-Limit inklusive Repetitorium. Der Rest des Tages ist für Blog, TU-München-Job oder Hackathon-Organisation reserviert. Klare Prioritäten, kurze, hochkonzentrierte Lernblöcke und bewusste Pausen halten Kopf und Projekte parallel leistungsfähig.
Einfach machen! Nicht monatelang im Konjunktiv verharren. Ich habe Domain, Hosting und WordPress an einem Nachmittag eingerichtet, wissend, dass vielleicht erst nach Monaten jemand liest. Wenn die Idee legal ist und du dafür brennst, lernt man fehlende Skills unterwegs. Momentum schlägt Perfektion.
Probier viel aus, wie in der Anfangsphase eines AG-Semesters. Hör mehrere Podcasts, lies unterschiedliche Blogs, schau YouTube-Kanäle durch. Bleib bei den Formaten, deren Sprache, Tiefe und Persönlichkeit zu dir passen. Qualität erkennt man mit Erfahrung; wenn eine Quelle dir schon zwanzigmal geholfen hat, darf sie dein Standard werden.