“Die Komplexität von Recht nimmt stetig zu, während der juristische Nachwuchs”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Als Executive Director bin ich für die Bereiche Legal Technology und KI verantwortlich. Ich entwickle das Curriculum für unsere Studierenden und leite das Center for Legal Technology and Data Science. Es ist kein klassischer Professorenjob, sondern eher wie ein Startup auf dem Campus, das zeitgemäße Themen außerhalb der juristischen Kernlehre positioniert und anwendungsorientierte Rechtsmarktforschung betreibt.
Das Praktikum in einer Medienrechtskanzlei war mein erster Berührungspunkt mit Jura. Dort wurde ich sogar von einer Lara-Croft-Statue begrüßt, was extrem cool war. Obwohl ich danach erst Betriebswirtschaftslehre studiert habe, hat mich die Erinnerung an diese juristische Welt nie ganz losgelassen und letztlich dazu geführt, dass ich während meiner Masterarbeit die Weichen für Jura gestellt habe.
Während meiner Masterarbeit über Verfügungsrechte an Urheberrechten holte mich das juristische Interesse wieder ein. Obwohl der Schritt zurück ins Studium nach einem Masterabschluss eine große Entscheidung ist, wollte ich Nägel mit Köpfen machen. Da ich als Zweitstudienbewerber an vielen Orten lange auf Bescheide hätte warten müssen, entschied ich mich für die Uni Bayreuth, die mich direkt aufnahm.
Mich hat gereizt, die Grenzen von Inkasso-Dienstleistern auf dem Rechtsmarkt zu erforschen. Ich war nie der klassische Hardcore-Jura-Nerd, der sich nur mit tiefster Dogmatik befasst. Das Thema bot mir die Chance, verschiedene Rechtsgebiete wie das Kartellrecht und öffentliches Recht an der Schnittstelle zur Technologie zu verknüpfen, was gerade durch Grundsatzentscheidungen wie zur Wenigermiete.de extrem dynamisch war.
Obwohl es viele alternative Karrierewege nur mit dem ersten Examen gibt, wollte ich mich beruflich nicht künstlich einengen. Ich habe mir geschworen, das Referendariat durchzuziehen, um alle Optionen offenzuhalten. Die Stationen in der Justiz waren sehr interessant, und am Ende ermöglichte mir der Volljuristen-Status die nötige Flexibilität für meine heutige Position an der Schnittstelle von Wissenschaft und Management.
Der größte Vorteil ist die Flexibilität. Ich kann in Bayern bei meiner Familie zu Hause sein und gleichzeitig in meiner Hamburger Heimat arbeiten. Mein Job erlaubt es mir, viele Aufgaben effizient aus der Bahn zu erledigen. Man hat zwei verschiedene Welten und Rollen in den jeweiligen Städten, was das Leben sehr abwechslungsreich macht und mir ermöglicht, beide Lebensbereiche miteinander zu verbinden.