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Arbeitgeber in Folgen: MELCHERS Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB
“Wirtschaftsstrafrecht zeigt, wie eng Strafrecht und Zivilrecht zusammenarbeiten – ohne Zivilrecht könnten wir das Strafrecht gar nicht durchführen. Es ist die Spannung zwischen beiden, die das Rechtsgebiet so faszinierend macht.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Schon in der Oberstufe stellte meine heutige Schwiegermutter, damals Vorsitzende einer Strafkammer, ihren Beruf vor. Die Mischung aus Menschenkenntnis, Grundrechten und der existenziellen Bedeutung von Urteilen faszinierte mich sofort. Dieses Erlebnis pflanzte den Gedanken, Juristin zu werden, tief in meinem Kopf – auch wenn ich erst später das Studium aufnahm.
Ich wollte das Fach nicht nur aus Vorlesungen kennen, sondern unmittelbar forschen. Darum bewarb ich mich bei Professor Dannecker als wissenschaftliche Hilfskraft. Dort erlebte ich Wirtschaftsstrafrecht in der Tiefe, schrieb Gutachten und merkte: Das ist genau das Terrain, auf dem ich fachlich wachsen will.
Klassiker sind Umsatzsteuerkarusselle: innergemeinschaftliche Lieferungen werden steuerfrei ausgeführt, die Vorsteuer aber im Inland erstattet – am Ende verschwinden Ware und Gesellschaft. Daneben sehe ich verdeckte Gewinnausschüttungen, etwa wenn der Firmengärtner auch den Privatgarten pflegt oder Spaßfahrzeuge als Betriebsausgabe laufen. Jedes fehlerhafte Deklarieren kann Tatbestand erfüllen.
Ich bestehe auf Vor-Ort-Spiegelung und Einsichtnahme. Familienfotos, Chatverläufe oder medizinische Dokumente sind meist nicht vom Beschluss gedeckt. Werden Geräte dennoch mitgenommen, verlange ich Versiegelung und richterliche Entscheidung. So verhindere ich, dass sensible Daten jahrelang in Ermittler- oder Mitbeschuldigtenhänden zirkulieren.
Im Wirtschaftsstrafrecht beginnt jeder Fall strafrechtlich, endet aber selten dort. Vertragswerke, Organhaftung oder Steuerfolgen entscheiden oft über Tatbestände und Schaden. Ohne BGB- und HGB-Grundlagen könnte ich weder Risiken erkennen noch Verteidigungsstrategien entwickeln. Zivilrecht liefert also die „Bauteile“, die wir strafrechtlich bewerten.
Nach der Wahlstation stieg ich 2016 als Associate bei der Wirtschaftsstrafrechts-Boutique Kompert & Schmidt ein. Drei Jahre später wurde ich dort Partnerin. 2020 integrierten wir unser gesamtes Team in MELCHERS Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB – zunächst kooperativ, dann vollständig, sodass ich heute Standortpartnerin in Mannheim bin.