“Die klassischen Kennzeichen von juristischem Stil, Aufgeblasenheit, Schnörkeligkeit, viele substantive Passivkonstruktionen, sind nicht verschärfend oder präzisierend, sondern verschleiern.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Ich bin kompromisslos bei Sprache. In Agenturen musste ich PR-Floskeln abnicken. Als „Berater Hendrik Wieduwillt“ kann ich Kund:innen widersprechen, ehrliche Texte liefern und moderieren, coachen, schreiben, wie ich es für richtig halte – diese Freiheit motiviert mich mehr als jede Festanstellung.
Statt Visitenkartenmarathons lade ich gezielt interessante Menschen auf einen Kaffee ein und stelle Fragen. Ein echtes Gespräch bleibt Jahre im Gedächtnis und führt oft zu Projekten. LinkedIn erzeugt bei mir fast kein Geschäft – Substanz schlägt oberflächliches Netzwerken.
Ich musste fachliche Tiefe der Referate in Sekunden zu Schlagzeilen verdichten. Juristische Systematik half, komplexe Entwürfe zu ordnen, journalistische Routine, unter Zeitdruck klare Botschaften zu formen. Ohne beides wären Bundespressekonferenz und Krisenkommunikation ein Albtraum gewesen.
Ich suche bewusst Situationen, vor denen mir die Knie schlottern – etwa die erste Bundespressekonferenz neben Steffen Seibert. Solche Adrenalinschübe lassen mich wachsen. Wird es bequem, setze ich mir das nächste Ziel: Live-Moderation, Podcast, Selbstständigkeit. Diese Kicks halten mich lernfähig.
Sprache ist mein stärkstes Werkzeug. Gute, klare Sätze öffnen Türen – im Examen, vor Gericht, in der Politik. Deshalb entwickelte ich Schreibseminare, schrieb Reden und trainierte ständig Stil. Wer verständlich formuliert, überzeugt Prüfer, Mandanten und die Öffentlichkeit gleichermaßen.
Die FAZ war meine beste Schule. Jede Zeile wurde gnadenlos redigiert. Dort lernte ich, komplexe Rechtsmaterie verständlich zu erzählen und unter Zeitdruck sauber zu arbeiten. Diese Disziplin nutze ich heute in Gutachten, Artikeln und meinem Podcast.