Jennifer Rybarczyk

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Justiz

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14.03.2022Podcast-Episode

IMR121 - IMR121: Strafrecht, Strafvollzug und Leitung einer JVA | Jura-Podcast

Teilnahme am IMR Jurapodcast

Bei: JVA Euskirchen
🚀 Karriereweg von Jennifer Rybarczyk

Fragen & Antworten

24:51–25:03

Was motiviert Sie täglich dort?

Wenn ein Gefangener nach Therapie, Arbeit und neuer Perspektive entlassen wird, bestätigt das meinen Glauben an Veränderbarkeit. Solche Erfolgsgeschichten überstrahlen jede Bürokratie und erinnern mich, warum Resozialisierung – nicht Bestrafung allein – Kern unserer Arbeit ist.

06:46–07:53

Welche Aufgaben hat die Abteilungsleitung?

Ich plane den Vollzug für „meine“ Gefangenen, entscheide über Ausgang, Freigang, Disziplinarstrafen und führe Sprechstunden. Gleichzeitig verantworte ich Sicherheit, Therapieangebote und Resozialisierungsfortschritte – alles auf Grundlage des jeweiligen Landes-Strafvollzugsgesetzes.

21:53–23:21

Wie prägen Biografien Ihre Strafrechtssicht?

Die meisten Insassen bringen Armut, Sucht und zerrüttete Familien mit. Kriminalität ist häufig Folge fehlender Chancen, nicht reiner Bosheit. Das hat meine Sicht entmoralisiert: Präventive Sozial- und Bildungspolitik könnte oft mehr bewirken als schärfere Strafen.

29:25–30:11

Gibt es Praktika und Referendarstellen?

Ja. Wir vergeben wenige, begehrte Plätze für Verwaltungspraktika und Referendarstationen. Solide Noten sind wichtig, entscheidend sind jedoch Kommunikationsstärke, Respekt vor allen Berufsgruppen und echtes Interesse an interdisziplinärer Arbeit. Wer das mitbringt, erhält einzigartige Einblicke in Recht und Resozialisierung.

09:12–10:10

Was trennt offenen und geschlossenen Vollzug?

Geschlossener Vollzug bedeutet Mauern, Gitter, maximale Fluchtsicherung. Offener Vollzug hat kaum bauliche Barrieren; Voraussetzung sind fehlende Flucht- und Missbrauchsgefahr sowie Mitarbeit der Gefangenen. Beide verfolgen Resozialisierung, unterscheiden sich aber fundamental im gewährten Freiheitsgrad.

13:51–14:58

Wie läuft ein Tag im offenen Vollzug?

Die meisten verlassen morgens die Anstalt, gehen regulär arbeiten, kaufen nachmittags ein und kehren pünktlich zurück. Schrittweise erhalten sie bis zu 24 Langzeitausgangstage pro Jahr, um Wochenenden bei der Familie zu erproben. So trainieren sie verantwortlichen Umgang mit Freiheit.