“Die Motivation ist ein ganz entscheidendes Kriterium bei der Bewerbung, fast wichtiger als perfekte Noten oder Lebenslauf. Es muss klar sein, warum man diesen Job will und was man in der Zusammenarbeit einbringen kann.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Ich stieg zunächst auf einer Mutterschutzvertretung ein. Als umstrukturiert wurde, wechselte ich intern in eine unbefristete Treaty-Position. Befristungen schrecken mich nicht: Sie sind oft Sprungbrett, wenn man Leistung zeigt und sich vernetzt.
Ich blieb Werkstudentin, machte Auslandsstationen – etwa acht Wochen in Toronto – und nahm jedes Alumni-Treffen wahr. So blieb der Kontakt zur Munich Re lebendig, sodass ich nach dem Examen sofort konkrete Einstiegsmöglichkeiten hatte.
Die Ausbildung zur Versicherungskauffrau hat mir das Rückversicherungsgeschäft von der Pike auf gezeigt – vom Rechnungswesen bis zur Fachabteilung. Dieses Praxiswissen und das Azubi-Netzwerk, das bis heute besteht, verschaffen mir im Konzern täglich Glaubwürdigkeit und kurze Wege.
Wir verteilen gewaltige Risiken der Erstversicherer – zum Beispiel Naturkatastrophen – weltweit auf viele Schultern. So bleibt jeder Player zahlungsfähig, weil niemand den gesamten Schaden alleine tragen muss. Selbst wir geben Teile weiter, das nennt sich Retrozession.
Ich teile mir bis heute Büros mit Mathematikern, Aktuaren und Physikern. Sie bepreisen Risiken, ich prüfe Deckungen. Aus diesen unterschiedlichen Blickwinkeln entsteht das beste Angebot – und ich lerne ständig neue Denkweisen kennen.
Mich überzeugt klare Motivation: Warum genau diese Aufgabe? Dazu brauche ich wirtschaftliches Interesse jenseits reiner Rechtsdogmatik. Noten helfen, sind aber nicht alles. Wer reflektiert, kooperationsfähig und neugierig auf Zahlen ist, hat beste Chancen.