Associate
Arbeitgeber in Folgen: McDermott Will & Schulte
“Patente sind oft sehr spezielle, kleinteilige Dinge. Ein Patent bekommt man nur, wenn es eine technische Neuerung gibt, die es so noch nicht gab. Nur weil man etwas nur schöner verpackt, ist es noch lange nicht neu.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Schon in der Schule verteidigte ich Freundinnen, feilschte um Noten und hielt flammende Reden. Trotzdem wollte ich erst Naturwissenschaftlerin werden. Als ich merkte, dass mir Technik allein zu wenig Internationalität bot, erschien mir Jura mit seinem grenzüberschreitenden Potential ideal – besonders das deutsch-französische Doppelstudium in Saarbrücken. So verband ich meine Streitlust mit Neugier auf andere Rechtsordnungen.
In Metz und Saarbrücken saß ich vor Professoren, die schlicht ihr Manuskript vorlasen. Die französischen Studierenden tippten jedes Wort mit und lernten es später auswendig – sogar Gesetzestexte sollten wir ohne Code dabei beherrschen. Erst in den Travaux Dirigés wurde es praktisch. Für deutsche Hörsäle war das ein echter Kulturschock und zeigte mir, wie konservativ Hochschuldidaktik noch sein kann.
Ich war unschlüssig, ob Referendariat oder Promotion. Da ich am Europa-Institut bereits Credits gesammelt hatte, fehlte mir nur ein Semester bis zum LLM in European & International Law. Englisch vertiefen, Völker- und Europarecht ausbauen und noch dazu fast kostenfrei – das war ein schneller, sinnvoller Zwischenschritt, bevor ich ins Referendariat startete.
Die Verwaltungsstation an der Uni Speyer war wie Erasmus – nur älter und auf Deutsch. Auf dem Campus lebte man mit Kolleg:innen aus allen Bundesländern, tagsüber hochwertige Vorlesungen, abends Motto-Partys. Fachlich lernte ich Verwaltungsrecht praxisnah, persönlich gewann ich langjährige Freundschaften. Gegenüber einer Behörde im Saarland war das um Längen spannender.
Nach dem anstrengenden zweiten Examen fiel die Spannung ab. Mein langjähriger Chef bot mir ein Promotionsprojekt an – perfekte Gelegenheit, mit freiem Kopf tief einzutauchen. Vier Uhr Feierabend, Auslandsaufenthalte und geistige Freiheit machten die Zeit zur besten meines Lebens. Finanzielle Einbußen wogen die gewonnenen Horizonte und der Doktortitel locker auf.
Ich setzte mir ein simples Ziel: eine Seite pro Tag. Morgens spät starten, Instrumentalmusik auf die Ohren und dann fokussiert durcharbeiten – kaum Pausen, keine Ablenkung. So blieb ich konsistent, verlor mich nicht in Details und war nach wenigen Monaten mit einem tragfähigen Manuskript durch.