Professor
Arbeitgeber in Folgen: Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung
“„Man sollte immer gucken, dass man irgendwas findet, was einen materiell rechtlich fetzt. Die Verwendung am Ende ist erstmal zweitrangig.“”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Ich kam ohne festes Berufsziel aus der Schule, wusste aber, dass Jura mir später fast jede Richtung ermöglicht. Der Studiengang hat einen hervorragenden Ruf, kombiniert Analytik mit gesellschaftlicher Relevanz und erschien mir deshalb als solide Grundlage, aus der sich „irgendwas mit Recht“ entwickeln würde.
Er enthält die Grundsätze – Datenminimierung, Zweckbindung, Transparenz, Erlaubnisvorbehalt. Wer die verinnerlicht, entwickelt sofort ein Störgefühl, wenn etwas falsch läuft, auch ohne Kommentarurwald. Für mich ist das der Kompass, mit dem ich jede neue Datenverarbeitung rechtlich einordne.
Ich lehre IT-, Datenschutz- und Cybersicherheitsrecht in einem neu geschaffenen Studiengang, der Verwaltung, Technik und Recht verzahnt. Die Studierenden sind gleichzeitig Bundesbeamte, bekommen bereits Besoldung und durchlaufen ein duales Konzept, das Theorie in Brühl mit Praxis in Behörden verbindet.
Nach dem schriftlichen Dossier mit Promotion, Lehrnachweisen und fünf Jahren Praxiserfahrung kam das „Vorsingen“: 20 Minuten Lehrprobe zum Staatstrojaner vor Polizisten-Studierenden inklusive Methodenwechsel, Lernzielkontrolle und anschließendem Fachgespräch. Einen Tag später erhielt ich die mündliche Zusage, Monate später die Ernennungsurkunde.
Nutzt mehrere Kanäle und fördert Austausch. Vorproduzierte Videos, Live-Chats, Break-out-Rooms und spontane Umfragen halten Aufmerksamkeit. Wichtig ist, virtuelle Räume zu schaffen, in denen Studierende sich gegenseitig Fragen stellen können – so ersetzt man das Flurgespräch und verhindert, dass jemand allein vor dem Bildschirm vereinsamt.
Sucht ein Thema, für das ihr brennt, schreibt einen ersten Text und habt den Mut, ihn einzureichen – etwa bei studentischen Journals oder Online-Zeitschriften. Perfekt wird er nie; trotzdem lernt ihr enorm. Feedback aus Peer-Reviews nutzen, hartnäckig bleiben und sauber zitieren – dann klappt die Veröffentlichung.