Teilnahme am IMR Jurapodcast
Ich kann jeden Tag Recht unmittelbar in gesellschaftlichen Fortschritt übersetzen. Anstatt abstrakte Gewinne zu maximieren, lenke ich Mittel dorthin, wo Demokratie, Klima- oder Digitalvorhaben konkreten Nutzen stiften. Diese inhaltliche Breite verbindet meine Leidenschaft für Politik, Kultur und Recht – und gibt mir als Jurist das erfüllende Gefühl, Brückenbauer zwischen Staat und Zivilgesellschaft zu sein.
Eine gemeinnützige Körperschaft dient laut § 52 AO dem Allgemeinwohl. Dafür erlässt der Staat Körperschaft-, Gewerbe- und oft Umsatzsteuer. Sobald jedoch ein Leistungsaustausch – etwa Sponsoring mit Bandenwerbung – vorliegt, greift der reguläre Steuersatz von 19 %. Meine Aufgabe ist, diesen Grenzbereich sauber auszutarieren.
Zentral sind Gesellschafts- und Steuerrecht: GGmbH-Themen, Geschäftsführerverantwortung, Business-Judgement-Rule, aber ebenso Umsatz- und Abgabenordnung-Fragen zur Gemeinnützigkeit. Hinzu kommen Compliance- und Handelsrecht, wenn wir Tochtergesellschaften gründen oder liquidieren. Kurz: ich bewege mich ständig zwischen BGB-Stiftung, GmbH-Recht und steuerlichem Gemeinnützigkeitskatalog des § 52 AO.
Ich suchte nach Sinn jenseits klassischer Mandate. Als ich die Anzeige „Justiziar“ sah, dachte ich zuerst: zu früh, zu jung. Doch meine Erfahrung aus Kanzlei und Krupp-Stiftung passte ideal. Mercator bot mir strategische Rechtsarbeit, internationale Projekte und Verantwortung schon mit 30 – also habe ich zugegriffen.
In der Stiftung fehlt mir manchmal der tiefe fachliche Sparring-Partner. Als Off-Counsel bei den Deutschen Stiftungsanwälten diskutiere ich komplexe Mandate, etwa Auslandszuwendungen, bekomme Kanzlei-Einblick und halte mein Beratungswerkzeug scharf. Gleichzeitig profitiert die Kanzlei von meinen In-House-Erfahrungen in einer großen Stiftung – eine Win-win-Konstellation.
Wir erhalten jährliche Zuwendungen der Meridien- und der schweizerischen Gambiat-Stiftung. Dadurch sind wir nicht auf Konzern-Dividenden angewiesen. Diese Planbarkeit erlaubt langfristige Programmarbeit und schützt uns vor Ausschüttungsschwankungen – ein echtes Privileg im Vergleich zu unternehmensverbundenen Stiftungen.