“Als Pressesprecher eines Ministeriums oder Gerichts braucht man Spaß an Kommunikation, gute sprachliche Fähigkeiten und ein Gespür für Themen, um komplexe juristische Inhalte verständlich zu vermitteln und eine Vertrauensposition einzunehmen.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Ich frage stets: Was ist die Kernbotschaft? Fußnoten und prozessuale Arabesken streiche ich radikal. Ein prägnanter Leitsatz, eine klare Überschrift – so bleibt die juristische Genauigkeit erhalten, ohne die Botschaft zu erdrücken. Erst wenn ich es einem Laien erklären kann, ist die Arbeit erledigt.
Sie brauchen Themeninstinkt, Autorennetzwerk, Kalkulationssicherheit und echte Tech-Affinität. Metadaten, KI-Tools und digitale Workflows prägen den Markt. Gleichzeitig entscheidet nach wie vor gute Autorenpflege: schnell veröffentlichen, sauber redigieren, Zielgruppe kennen. Wer beide Welten vereint, macht aus juristischem Content erfolgreiche Produkte.
Meine erste Zulassung 1986 als Redaktionsanwalt ließ die Kammer zweifeln, ob Journalismus eigenverantwortlich genug sei. Kurz darauf stritt ich mit dem OLG Frankfurt über den Kanzleisitz. Seitdem fasziniert mich, wie Berufsrecht Freiheit und Verantwortung austariert – ein roter Faden bis heute.
Nach Jahren in Verlag, Ministerium und Kammer wollte ich wieder direkt Mandanten helfen. In Singen arbeite ich nun mit meiner Frau, konzentriere mich auf Berufs- und Syndikusrecht, schreibe weiter und genieße, ohne endloses Pendeln mit 100 % Einsatz auszukommen. Das fühlt sich rund an.
Schon als Schüler kalkulierte ich Schülerzeitungen. Heute zeigt jede Mandatsabrechnung: Juristische Lösungen brauchen betriebswirtschaftliches Verständnis. Anwälte müssen BWAs lesen, Mandate rechnen, Behörden Haushalte planen. Deshalb setze ich mich seit Jahren dafür ein, Wirtschaftskenntnisse früh in Schule und Studium zu verankern.
Als Hiwi bei Professor Pestalozza lernte ich akribische Quellenpflege und bekam früh Verantwortung: Kopieren, Skripte erstellen, später sogar Lehrveranstaltungen betreuen. Diese Erfahrung weckte meine Freude am Schreiben und Redigieren – ein perfektes Sprungbrett für den späteren Weg in den Verlag.