“Legal Tech ist für mich schlicht Technologie im Rechtsbereich, die uns ermöglicht, Prozesse effizienter, skalierbar und kostengünstiger zu gestalten, ohne dabei die juristischen Kernkompetenzen zu ersetzen.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Bei Santander prasselten tausende Kfz-Widerrufsklagen ein. Ich sah, wie teuer es wird, wenn jede Akte per E-Mail wandert. Gleichzeitig erkannte ich, dass man mit klaren Prozessen, Daten und Automatisierung solche Wellen beherrschen kann. Litigation wurde für mich zum Organisations- und Technologiethema, nicht nur zur juristischen Fleißarbeit.
Ich war schon immer jemand, der gern Recht behält. Jurastudieren erschien mir deshalb logisch: Ich kann diskutieren, Lösungen suchen und am Ende schwarz auf weiß belegen, dass ich richtig liege. Diese intellektuelle Spielwiese – kombiniert mit vielfältigen Berufsmöglichkeiten – hat mich ins Hörsaal gezogen, ohne dass es einen großen Masterplan gab.
Ich wollte Legal Tech nicht nur für eine Bank, sondern branchenübergreifend einsetzen. Ein Beratungshaus bietet genau das: viele Mandanten, komplexe Problemstellungen und die Freiheit, Recht, Prozess und Technologie miteinander zu verknüpfen. Bei KPMG Law bekomme ich dafür die Plattform – juristisch eigenständig, aber eingebettet in ein großes Consulting-Ökosystem.
Eigentlich ist es schlicht Technologie, angewandt auf juristische Aufgaben. Ob Workflow-Tool, RPA-Bot oder generative KI – das Etikett „Legal“ macht aus Tech keine besondere Spezies. Wichtig ist, dass wir vorhandene Technologien adaptieren, Daten kuratieren und so Rechtsarbeit schneller, transparenter und verlässlicher machen.
Gemeinsam mit einer Mandantin entwickelten wir die „Leica-App“. Unsere Anwältinnen definierten rund 140 DORA- und BaFin-Kriterien; die KI sucht in hunderten Verträgen nach passenden Klauseln, bewertet deren Inhalt und flaggt Lücken. Wir prüfen stichprobenartig nach, sparen aber 40–50 Prozent Zeit. So wird Compliance messbar und skalierbar.
Ich studiere Wirtschaftsinformatik an der FernUni Hagen. Dank Online-Klausuren, Podcasts und YouTube-Erklärungen kann ich lernen, wenn Kinder schlafen oder der Zug fährt. Manche Semester schiebe ich Prüfungen, andere ziehe ich eine extra Klausur durch. Flexibilität und steter Wissensdurst halten das Konstrukt zusammen.