“„Als Anwalt wähle ich meine Mandanten und Themen selbst, weil ich gerne an gesellschaftlich relevanten und alternativen Projekten arbeite. Es geht darum, Menschen zu unterstützen und mit juristischer Kreativität Lösungen zu entwickeln.“”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Ich teile oft die Anliegen meiner Mandanten, bleibe jedoch ihr juristischer Schutzschild. Ich ordne Emotionen, benenne Risiken und sage auch klar: „Hier verlieren wir wahrscheinlich.“ So bewahre ich die Unabhängigkeit des Organs der Rechtspflege und verhüte riskante Don-Quijote-Strategien.
Nach einem ablehnenden Bescheid sichere ich Fristen, lege Widerspruch ein und suche das Gespräch. Mit Gutachten zeige ich rechtlich saubere Alternativen und erläutere, warum unser Weg zulässig ist. Überzeugt die Argumentation, wird aus Konfrontation Kooperation – ganz ohne Absprachen jenseits des Rechts.
Bei Wohn- oder Wagenplatz-Initiativen starte ich oft mit aufsuchender Beratung. Gemeinsam prüfen wir Bebauungspläne, Artenschutz und Grundstücksfragen. Dann übersetze ich ihre Ideen in rechtlich tragfähige Konzepte – etwa indem ich Bauwagen als WG-Zimmer analogisiere. Im Team mit Architektin und Stadtplaner begleite ich den Genehmigungsprozess und baue bürokratische Hürden ab.
Bauvorhaben sind lang und komplex. Wer mich schon bei der ersten Idee einbindet, vermeidet Fehlkäufe – etwa Grundstücke in Natura-2000-Gebieten – und spart kostspielige Umwege. Frühzeitige Beratung definiert realistische Ziele, strukturiert Anträge strategisch und verhindert, dass man später vor einer unüberwindbaren Wand steht.
Die Anfangsjahre bedeuteten über fünfzig Stunden pro Woche. Alles ist neu – von beglaubigten Abschriften bis Fristenkontrolle. Mit jeder Akte wächst die Routine: Ich erkenne schneller die entscheidenden 20 Seiten eines 80-seitigen Plansatzes. Der Aufwand pro Fall sinkt, die Fallzahl steigt – harte Jahre, die sich lohnen.
Suche dir früh echte Fälle: Moot Courts, Bürgerinitiativen oder Planungswerkstätten. Dort erlebst du Beteiligungsverfahren, Aktenstrukturen und Mandantenkommunikation hautnah. Diese Praxis macht das Fach anschaulich, schärft dein Argumentationsgeschick und verschafft dir schon im Examen einen echten Vorsprung.