Teilnahme am IMR Jurapodcast
Ich erkenne heute besser die Bedürfnisse hinter Positionen, spreche Emotionen an und lasse Parteien ihre Lösung selbst entwickeln. Diese Techniken nutze ich in Vertragsverhandlungen, bei aufgebrachten Gesellschaftern und sogar privat. Durch Fragen, Perspektivwechsel und strukturiertes Zuhören erreiche ich oft schneller einen tragfähigen Konsens als mit reiner Härte.
Für mich liegt der Fokus auf Target und Volumen: Ein Kaufpreis zwischen ein und hundert Millionen, oft ein inhabergeführtes Unternehmen. Dann müssen wir Verträge verständlich halten, Ängste des Verkäufers nehmen und zugleich Konzernanforderungen erfüllen. Diese Balance zwischen Professionalität und persönlichem Vertrauensaufbau macht den Reiz solcher Deals aus.
Gute Noten helfen, entscheidend sind Persönlichkeit, Neugier und Technikaffinität. Wer gelebt, ausprobiert und vielleicht einen Umweg gemacht hat, bringt oft die bessere Energie. Wenn Du verständlich kommunizierst, Teamgeist zeigst und Lust hast, Legal Tech mitzudenken, stehen Dir bei uns alle Türen offen – ganz egal, ob Du 26 oder 30 bist.
Ein früherer Ausbilder war begeistert von seiner Mediationsausbildung. Seine Praxisnähe hat mich überzeugt. Unsere Kanzlei stellte mich für ein Jahr frei, damit ich an langen Wochenenden in Hamburg das Handwerkszeug lerne. Ich wollte Konflikte jenseits der Gewinner-Verlierer-Logik lösen und dieses Vorgehen anschließend in Verhandlungen für Mandanten einsetzen.
Nach dem Abi hatte ich weder besondere Talente noch feste Interessen. Jura erlaubte mir, komplett bei Null anzufangen und mir ein solides Werkzeug anzueignen, ohne Vorkenntnisse zu brauchen. Die Entscheidung war deshalb pragmatisch – rückblickend goldrichtig, weil mir das Studium Struktur gab und eine neue Leidenschaft geweckt hat.
Die Vielfalt der Stationen hielt mich wach: Richterbank, Staatsanwaltschaft, Botschaft in Namibia und die Lufthansa. Jede Woche im Sitzungssaal oder beim Urteilschreiben brachte neuen Schwung. Dabei habe ich vor allem entdeckt, was ich definitiv nicht machen möchte – und genau dieses Aussortieren hat mich langfristig motiviert.