“Planen kann man viele Karrierethemen nicht. Wenn sich eine Möglichkeit auftat, habe ich mich darum bemüht.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Nach dem Abitur suchte ich ein Fach, das gesellschaftliche Realität mit analytischem Denken verbindet. Durch meinen Vater, einen Familienrichter, kannte ich bereits spannende Alltagsbezüge. Jura versprach intellektuelle Breite und vielfältige Berufsperspektiven – genau diese Mischung überzeugte mich. Trotz aller Anstrengung habe ich die Wahl nie bereut.
Mein Vater zeigte mir früh, wie Recht Lebensgeschichten gestaltet, verbot mir aber jede Festlegung auf den Staatsdienst. Er riet, alle Wege offen zu halten. Diese Freiheit ließ mich neugierig bleiben und hat später sowohl Anwalts- als auch Behördenoptionen gleichberechtigt erscheinen lassen.
Strafrecht vereint menschliche Geschichten, Psychologie und zentrale Wertefragen. Ermittlungen unter dem Legalitätsprinzip verlangen Objektivität: ich suche Belastendes wie Entlastendes, arbeite eng mit Polizei und Gerichten. Diese Dynamik, kombiniert mit ethischer Tiefe, macht das Strafrecht für mich unvergleichlich spannend.
Das Ministerium bot mir eine Stelle in Ingolstadt an – ich griff zu, weil Staatsanwältinnen eigenständig ermitteln, vor Gericht auftreten und zugleich perspektivisch in den Richterdienst wechseln können. So blieb meine berufliche Zukunft offen und zugleich hochbeweglich.
Ich entgegne: kaum eine Laufbahn ist vielseitiger. Innerhalb eines Systems kann ich zwischen Straf-, Zivil-, Verwaltungsrecht, Ministerium oder internationalen Einsätzen wechseln und jederzeit zurückkehren. Diese Flexibilität übertrifft oft die Spezialisierung in der Privatwirtschaft – Langeweile kommt da nicht auf.
Jede Abordnung öffnete neue Welten: Terrorismusverfahren beim Generalbundesanwalt, Grundrechtsdogmatik in Karlsruhe, internationale Zusammenarbeit bei Eurojust oder Brüssel. Ich meldete mich einfach, wenn mich etwas reizte. So wuchs mein Netzwerk, fachliche Breite und das Vertrauen, unbekannte Themen rasch zu beherrschen.