“Spiele sind das kulturelle Leitmedium des 21. Jahrhunderts und die Games-Industrie ist inzwischen größer als Hollywood und Musik zusammen.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Ich übersetze – Recht, Sprache und Geschäftskultur. Morgens konsolidiere ich Input unserer Teams aus Köln, Paris oder Madrid, forme daraus drei prägnante Bullet-Points für den US-Inhouse-Counsel und bespreche Vertragsentwürfe, oft sogar auf Deutsch, falls ein Großkunde das verlangt. Nachmittags netzwerke ich bei Kanzleien und Tech-Events, um neue Mandate einzusammeln.
Der DFM hat mich doppelt geprägt: fachlich lernte ich früh, in zwei Rechtssystemen zu denken, kulturell gewöhnte ich mich daran, Brücken zu schlagen. Diese interkulturelle Perspektive hilft mir heute täglich, wenn ich US-Mandanten europäisches Recht erkläre. Ohne Köln-Paris wäre mein späterer Schritt ins Silicon Valley kaum vorstellbar gewesen.
Ich bin selbst Gamer. Mandate aus der Games-Branche verbinden Technik, Kreativität und komplexe Rechtsfragen: Jugendschutz, Soft-IP, Datenschutz, Verbraucherschutz. Jede neue Spielidee bringt ein neues juristisches Puzzle. Dieses Zusammenspiel aus Leidenschaft und Recht macht das Gebiet für mich zur idealen Nische – halb Arbeit, halb Hobby.
Das Bar-Exam dauert nur zwei Tage: 200 Multiple-Choice-Fragen und fünf Mini-Klausuren plus ein „Performance Test“. Note zählt nicht – bestehen oder durchfallen. Ich habe vier Monate neben dem Job online gelernt. Im Vergleich zu unseren Staatsexamina fehlte die akademische Tiefe, aber die Methode, Informationen blitzschnell einzuordnen, war entscheidend.
Spiele sind heute Service-Plattformen ohne Endpunkt. Statt Einmalkauf haben wir Dauerschuldverhältnisse mit In-Game-Käufen, Subscriptions und ständigen Updates. Daraus entstehen AGB-Fragen, Preisänderungsklauseln und das Problem, wie man rechtssicher Server abschaltet, wenn ein Titel floppt. Diese Dauerbeziehung zwischen Anbieter und Spieler bestimmt inzwischen große Teile meiner Beratung.
Natürlich braucht ihr weiter exzellente Examensnoten. Parallel solltet ihr aber mit KI-Tools experimentieren: prompten, juristische Texte prüfen lassen, Workflows bauen. Viele Modelle sind kostenlos nutzbar. Wer schon im Studium versteht, wie man Technologie praktisch in Gutachten oder Schriftsätze integriert, hat später einen enormen Vorsprung – egal in welchem Rechtsgebiet.