"Je mehr über ESG-Themen informiert wird, desto mehr kann auch der Markt seine Aktienkaufentscheidung danach ausrichten."

Aktienrecht | ESG | Mitbestimmung

Folge 243 deines Jura-Podcasts zu Job, Karriere und Examensthemen.

In Episode 243 von Irgendwas mit Recht sprechen Marc, Anne Sanders und Anne Mittwoch über das Thema „Say on Climate“ und die Mitspracherechte von Aktionären in Bezug auf ESG-Themen. Was sind räuberische Aktionäre und wie beeinflussen sie Hauptversammlungen großer Unternehmen? Welche Rolle spielen institutionelle Investoren wie BlackRock und Vanguard im Zusammenhang mit nachhaltigen Investitionen und wie hat sich deren Einfluss auf Unternehmen entwickelt? Wie unterscheidet sich das Mitspracherecht der Aktionäre in den USA von dem in Deutschland, und welche rechtspolitischen Diskussionen gibt es aktuell in Deutschland bezüglich einer möglichen Ausweitung dieser Rechte? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet ihr in dieser ESG-Spezialfolge von Eures Jura-Podcasts für Examen, Referendariat und Berufseinstieg. Viel Freude beim Anhören!

Inhalt:

  • 01:10 Was ist eine AG?
  • 06:43 Mitspracherechte von Aktionären
  • 12:18 Say on Climate in den USA
  • 19:35 Mehr Say on Climate in DE?
  • 26:40 Fundamentale Tragweite von ESG-Themen

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Transkript


Prof. Dr. Anne Sanders 0:01:10
Ja, Marc, das machen wir auch gleich. Also wir beschäftigen uns heute, Ja, Marc, das machen wir auch gleich. Also wir beschäftigen uns heute, wie du schon richtig sagst, eben mit den Aktien zum Fressen gern, mit den Aktionären. wie du schon richtig sagst, eben mit den Aktien zum Fressen gern, mit den Aktionären. Aber eigentlich in unserem Kontext mit der Frage, wer entscheidet über ESG-Themen Aber eigentlich in unserem Kontext mit der Frage, wer entscheidet über ESG-Themen in einem Unternehmen, in einem großen Unternehmen, in einer Aktiengesellschaft. in einem Unternehmen, in einem großen Unternehmen, in einer Aktiengesellschaft. Und da fangen wir jetzt mal ganz, ganz klein an. Das ist ein Thema, Und da fangen wir jetzt mal ganz, ganz klein an. Das ist ein Thema, das kennen die Leute aus dem Schwerpunktbereich, die sich mit Gesellschaftsrecht beschäftigen. das kennen die Leute aus dem Schwerpunktbereich, die sich mit Gesellschaftsrecht beschäftigen. Das kennen aber auch vielleicht ein paar Leute aus der Presse und vielleicht Das kennen aber auch vielleicht ein paar Leute aus der Presse und vielleicht auch Leute so aus der Grundvorlesung Handels- und Gesellschaftsrecht, auch Leute so aus der Grundvorlesung Handels- und Gesellschaftsrecht, denn da wird die Aktiengesellschaft zumindest mal erwähnt. denn da wird die Aktiengesellschaft zumindest mal erwähnt. Also wir haben, es gibt, wenn man in der Wirtschaft aktiv wird, Also wir haben, es gibt, wenn man in der Wirtschaft aktiv wird, dann gibt es verschiedene Formen, wie man sich organisiert. dann gibt es verschiedene Formen, wie man sich organisiert. Und das Recht erlaubt uns, dass wir dafür sozusagen künstliche Personen schaffen. Und das Recht erlaubt uns, dass wir dafür sozusagen künstliche Personen schaffen. Also es gibt die natürlichen Personen, das sind wir, und dann gibt es die juristischen Personen. Also es gibt die natürlichen Personen, das sind wir, und dann gibt es die juristischen Personen. Also sozusagen künstliche Personen, die aber auch, wie wir, Verträge schließen Also sozusagen künstliche Personen, die aber auch, wie wir, Verträge schließen können, die Rechte und Pflichten haben. können, die Rechte und Pflichten haben. Und die Aktiengesellschaft, die AG, ist eine solche juristische Person. Und die Aktiengesellschaft, die AG, ist eine solche juristische Person. Und die allermeisten ganz großen Unternehmen, die wir so kennen, VW. Und die allermeisten ganz großen Unternehmen, die wir so kennen, VW. Daimler, Benz, das sind alles Aktiengesellschaften. Eine Aktiengesellschaft, die haben Anteile. Daimler, Benz, das sind alles Aktiengesellschaften. Eine Aktiengesellschaft, die haben Anteile. Also die haben ein Grundkapital, mindestens 50.000 Euro, VW und Mercedes deutlich mehr. Also die haben ein Grundkapital, mindestens 50.000 Euro, VW und Mercedes deutlich mehr. Und das ist aufgeteilt in die Aktien. Und wenn man eine Aktie hat, Und das ist aufgeteilt in die Aktien. Und wenn man eine Aktie hat, dann hat man einen Anteil an diesem Grundkapital. Man könnte jetzt, dann hat man einen Anteil an diesem Grundkapital. Man könnte jetzt, also vereinfacht gesagt, sagen manche Leute, ja, dem Aktionär gehört jetzt die Aktiengesellschaft. also vereinfacht gesagt, sagen manche Leute, ja, dem Aktionär gehört jetzt die Aktiengesellschaft. Das stimmt nicht so richtig, weil das ist ja eine eigene juristische Person. Das stimmt nicht so richtig, weil das ist ja eine eigene juristische Person. Und ich als Aktionär habe zwar einen Anteil in diesem Grundkapital, Und ich als Aktionär habe zwar einen Anteil in diesem Grundkapital, aber mir gehört nicht die Aktiengesellschaft. aber mir gehört nicht die Aktiengesellschaft. Ich kann jetzt nicht als Aktionär von VW in die Werkshalle in Wolfsburg laufen Ich kann jetzt nicht als Aktionär von VW in die Werkshalle in Wolfsburg laufen und sagen, das Auto da nehme ich jetzt mal mit, weil das gehört ja hier alles mir. und sagen, das Auto da nehme ich jetzt mal mit, weil das gehört ja hier alles mir. Das ist nicht so. Ich habe nur einen Anteil an dieser AG. Aber als Aktionär Das ist nicht so. Ich habe nur einen Anteil an dieser AG. Aber als Aktionär habe ich meine Stimme und ich kann bestimmte grundlegende Entscheidungen treffen in dieser AG. habe ich meine Stimme und ich kann bestimmte grundlegende Entscheidungen treffen in dieser AG.
Prof. Dr. Anne Sanders 0:03:35
Es geht hier um große, ganz große Unternehmen. Ich habe schon zwei genannt, Es geht hier um große, ganz große Unternehmen. Ich habe schon zwei genannt, aber zum Beispiel auch RWE ist eine Aktiengesellschaft. aber zum Beispiel auch RWE ist eine Aktiengesellschaft. Es geht um ganz große Unternehmen, die in diesen Formen betrieben werden. Es geht um ganz große Unternehmen, die in diesen Formen betrieben werden. Und diese ganz großen Unternehmen machen halt eben auch Dinge, Und diese ganz großen Unternehmen machen halt eben auch Dinge, die besonders stark sich auf Nachhaltigkeitsfragen auswirken. die besonders stark sich auf Nachhaltigkeitsfragen auswirken. Die imitieren sehr stark, die haben aber auch natürlich Fragen zu beantworten, Die imitieren sehr stark, die haben aber auch natürlich Fragen zu beantworten, mit wem arbeiten sie zusammen, also Lieferkettenfragen und so weiter und so fort. mit wem arbeiten sie zusammen, also Lieferkettenfragen und so weiter und so fort. Mit wem arbeitet man international zusammen, wo zum Beispiel Menschenrechte Mit wem arbeitet man international zusammen, wo zum Beispiel Menschenrechte eine Frage sind. Also im Grunde, große Unternehmen sind heute im Grunde wie eine Frage sind. Also im Grunde, große Unternehmen sind heute im Grunde wie kleine und mittlere Staaten. kleine und mittlere Staaten. Die haben große Umsätze, die haben eine große wirtschaftliche Macht und wenn Die haben große Umsätze, die haben eine große wirtschaftliche Macht und wenn es ums ESG-Fragen geht, richtet sich der Blick eben immer sehr stark darauf, was machen die. es ums ESG-Fragen geht, richtet sich der Blick eben immer sehr stark darauf, was machen die.
Prof. Dr. Anne Sanders 0:06:43
Also vielleicht kurz gehen wir nochmal einen Schritt zurück und überlegen uns, Also vielleicht kurz gehen wir nochmal einen Schritt zurück und überlegen uns, also wir haben diese juristische Person und eine juristische Person handelt, also wir haben diese juristische Person und eine juristische Person handelt, die kann ja nicht selber handeln, die handelt durch Organe. die kann ja nicht selber handeln, die handelt durch Organe. Und die wird vertreten und das macht jedenfalls im deutschen Aktienrecht ist Und die wird vertreten und das macht jedenfalls im deutschen Aktienrecht ist das der Vorstand, der vertritt die AG nach außen. das der Vorstand, der vertritt die AG nach außen. Und der wird gewählt vom sogenannten Aufsichtsrat, der ist dazu da, Und der wird gewählt vom sogenannten Aufsichtsrat, der ist dazu da, ihn sozusagen den Vorstand so ein bisschen zu beaufsichtigen. ihn sozusagen den Vorstand so ein bisschen zu beaufsichtigen. Wenn wir jetzt, wenn wir in der Staatsanalogie bleiben, auch wenn die nicht Wenn wir jetzt, wenn wir in der Staatsanalogie bleiben, auch wenn die nicht so gut ist, ist das sozusagen die Bundesregierung, wenn man so will. so gut ist, ist das sozusagen die Bundesregierung, wenn man so will. Und dann gibt es eben die Aktionäre. Und die Aktionäre sind die, Und dann gibt es eben die Aktionäre. Und die Aktionäre sind die, die diese Anteile an der Gesellschaft haben und die eben bestimmte, die diese Anteile an der Gesellschaft haben und die eben bestimmte, die bestimmte, ja, Entscheidungen mittreffen können, die eben wählen können die bestimmte, ja, Entscheidungen mittreffen können, die eben wählen können auf der Hauptversammlung nachdem oder bevor sie Würstchen und Erbsensuppe gegessen haben. auf der Hauptversammlung nachdem oder bevor sie Würstchen und Erbsensuppe gegessen haben. Und die Aktionäre wählen zum Beispiel dann den Aufsichtsrat, Und die Aktionäre wählen zum Beispiel dann den Aufsichtsrat, jedenfalls teilweise, je nachdem wie groß das Unternehmen ist. jedenfalls teilweise, je nachdem wie groß das Unternehmen ist. Und die wiederum wählen dann den Vorstand. Und die wiederum wählen dann den Vorstand. In der amerikanischen Aktiengesellschaft gibt es eben nur sozusagen das Board und die Aktionäre. In der amerikanischen Aktiengesellschaft gibt es eben nur sozusagen das Board und die Aktionäre. Was können die jetzt machen, diese Aktionäre? Die können eben zum Beispiel über Was können die jetzt machen, diese Aktionäre? Die können eben zum Beispiel über ganz grundlegende Fragen mit abstimmen. ganz grundlegende Fragen mit abstimmen. Also zum Beispiel, was ist der Zweck dieses Unternehmens? Was ist der Unternehmensgegenstand? Also zum Beispiel, was ist der Zweck dieses Unternehmens? Was ist der Unternehmensgegenstand? Also was macht das Unternehmen? Stellt es Autos her? Also was macht das Unternehmen? Stellt es Autos her? Und Sie können auf der Aktionärsversammlung können Sie dem Vorstand Fragen stellen. Und Sie können auf der Aktionärsversammlung können Sie dem Vorstand Fragen stellen. Sie können fragen, was machst du? Sie können fragen, was machst du? Also Sie können sich die Tagesordnung angucken und ihm lauter Fragen dazu stellen, was er macht. Also Sie können sich die Tagesordnung angucken und ihm lauter Fragen dazu stellen, was er macht. Und Sie haben Möglichkeiten, darüber abzustimmen, ob er entlastet wird. Und Sie haben Möglichkeiten, darüber abzustimmen, ob er entlastet wird. Also Sie können auch ihr Missfallen und das Positive darüber aussagen. Also Sie können auch ihr Missfallen und das Positive darüber aussagen. Was sie aber nach deutschem Aktienrecht nicht dürfen, ist, sich eigenständig Was sie aber nach deutschem Aktienrecht nicht dürfen, ist, sich eigenständig zu Fragen der Geschäftsführung äußern. zu Fragen der Geschäftsführung äußern. Also, das deutsche Aktienrecht geht davon aus, dass der Vorstand im Grunde die Also, das deutsche Aktienrecht geht davon aus, dass der Vorstand im Grunde die ganze Leitung des Unternehmens in eigener Verantwortung selber macht. ganze Leitung des Unternehmens in eigener Verantwortung selber macht. Die Aktionäre kommen und dürfen dann über seine Entlastung abstimmen, Die Aktionäre kommen und dürfen dann über seine Entlastung abstimmen, ihm ein paar Fragen stellen, aber die dürfen sich nicht in das Day-to-Day-Business einmischen. ihm ein paar Fragen stellen, aber die dürfen sich nicht in das Day-to-Day-Business einmischen.
Marc Ohrendorf 0:09:19
Okay.
Prof. Dr. Anne Sanders 0:10:36
Genau. Genau.
Prof. Dr. Anne Sanders 0:11:06
Die Idee war im Grunde so ein bisschen, also der Vorstand arbeitet eben eigenständig, Die Idee war im Grunde so ein bisschen, also der Vorstand arbeitet eben eigenständig, aber weil sich die Hauptversammlung, die Aktionäre gar nicht so richtig mit aber weil sich die Hauptversammlung, die Aktionäre gar nicht so richtig mit dem Day-to-Day-Business beschäftigen können, war eben die Idee, dem Day-to-Day-Business beschäftigen können, war eben die Idee, man macht sozusagen so eine Art spezielles Organ, man macht sozusagen so eine Art spezielles Organ, die eben gewissermaßen für die Aktionäre sich genau angucken, die eben gewissermaßen für die Aktionäre sich genau angucken, was macht der Vorstand so und eben so ein bisschen überwacht, was der macht. was macht der Vorstand so und eben so ein bisschen überwacht, was der macht. Und der Aufsichtsrat sucht den Vorstand aus und schließt zum Beispiel auch die Und der Aufsichtsrat sucht den Vorstand aus und schließt zum Beispiel auch die Verträge mit dem ab, entscheidet die Art, wie der vergütet wird und so weiter. Verträge mit dem ab, entscheidet die Art, wie der vergütet wird und so weiter. Das ist der Aufsichtsrat. Das ist sozusagen das ganz Klassische, Das ist der Aufsichtsrat. Das ist sozusagen das ganz Klassische, das lernt man in eigentlich Grundstunde 1 oder 2 in der Vorlesung zum Aktienrecht. das lernt man in eigentlich Grundstunde 1 oder 2 in der Vorlesung zum Aktienrecht. Diese ganz klassische Aufteilung, der Vorstand leitet, der Aufsichtsrat überwacht Diese ganz klassische Aufteilung, der Vorstand leitet, der Aufsichtsrat überwacht und die Hauptversammlung macht nix oder stimmt hin und wieder mal. und die Hauptversammlung macht nix oder stimmt hin und wieder mal. Und wenn wir jetzt, und wir sind ja hier bei irgendwas mit ESG, Und wenn wir jetzt, und wir sind ja hier bei irgendwas mit ESG, wenn wir uns das angucken, kann man jetzt schon mal vorneweg schicken, wenn wir uns das angucken, kann man jetzt schon mal vorneweg schicken, dass im Grunde diese ganze Kompetenzordnung, dieses Aktienrecht, dass im Grunde diese ganze Kompetenzordnung, dieses Aktienrecht, heute durch ESG-Themen eigentlich fundamental umgestaltet werden. heute durch ESG-Themen eigentlich fundamental umgestaltet werden. Und ich glaube, in den folgenden Folgen werden wir uns das noch mal näher angucken, Und ich glaube, in den folgenden Folgen werden wir uns das noch mal näher angucken, wie fundamental die Auswirkungen auf dieses Rechtsgebiet sind. wie fundamental die Auswirkungen auf dieses Rechtsgebiet sind. Aber heute gucken wir uns an, was die Hauptversammlung darf. Aber heute gucken wir uns an, was die Hauptversammlung darf.
Prof. Dr. Anne Sanders 0:14:22
Nee, nee, absolut nicht. Also gerade dann die Entwicklung wurde dann natürlich Nee, nee, absolut nicht. Also gerade dann die Entwicklung wurde dann natürlich wirklich interessant, als sich die großen Aktionäre damit beschäftigt haben. wirklich interessant, als sich die großen Aktionäre damit beschäftigt haben. Große, die sogenannten institutionellen Investoren, also vorneweg zum Beispiel Große, die sogenannten institutionellen Investoren, also vorneweg zum Beispiel eben Unternehmen wie BlackRock, eben Unternehmen wie BlackRock, Vanguard und State Street, die eben wirklich sehr, sehr umfangreiche Aktienmengen Vanguard und State Street, die eben wirklich sehr, sehr umfangreiche Aktienmengen verwalten und die sich zum Beispiel eben auf die Fahnen geschrieben haben, verwalten und die sich zum Beispiel eben auf die Fahnen geschrieben haben, aktive Eigentümer zu sein. aktive Eigentümer zu sein. Nein, sogenannte Steward Ownership, das ist so ein Begriff, der da vorkommt. Nein, sogenannte Steward Ownership, das ist so ein Begriff, der da vorkommt. Und wohingegen wir früher bei Und wohingegen wir früher bei sozusagen den aktivistischen Aktionären von Shareholder Activism reden, sozusagen den aktivistischen Aktionären von Shareholder Activism reden, also im Zusammenhang aber mit wirtschaftlichen Interessen, mit Macht für die also im Zusammenhang aber mit wirtschaftlichen Interessen, mit Macht für die Aktionäre, reden wir in dem Zusammenhang auch von Sustainable Shareholder Activism. Aktionäre, reden wir in dem Zusammenhang auch von Sustainable Shareholder Activism. Also das sind einerseits die institutionellen Anleger, die einerseits, Also das sind einerseits die institutionellen Anleger, die einerseits, das sind ja nun auch jetzt keine Charities, sondern die kommen natürlich mit das sind ja nun auch jetzt keine Charities, sondern die kommen natürlich mit einem sozusagen Business Case. einem sozusagen Business Case. Und deren Business Case war, dass viele Investoren, die bei ihnen investieren, Und deren Business Case war, dass viele Investoren, die bei ihnen investieren, wiederum eigene Ansprüche haben. wiederum eigene Ansprüche haben. Dass die eben auch in saubere Aktien investieren wollen, dass die in sogenannte Dass die eben auch in saubere Aktien investieren wollen, dass die in sogenannte sozusagen gute Unternehmen investieren wollen. Das ist ein ganz allgemeines Phänomen. sozusagen gute Unternehmen investieren wollen. Das ist ein ganz allgemeines Phänomen. Zum Beispiel der norwegische Staatsfonds, von dem hat man vielleicht schon mal gehört, Zum Beispiel der norwegische Staatsfonds, von dem hat man vielleicht schon mal gehört, da liegt sehr, sehr viel Geld drin und dieses Geld muss eben investiert werden da liegt sehr, sehr viel Geld drin und dieses Geld muss eben investiert werden in gute Unternehmen und institutionelle Anleger haben deswegen eine Weile sehr stark gesagt, in gute Unternehmen und institutionelle Anleger haben deswegen eine Weile sehr stark gesagt, wir wollen in gute Unternehmen investieren, wir wollen in Unternehmen investieren, wir wollen in gute Unternehmen investieren, wir wollen in Unternehmen investieren, die eben nicht alleine auch nur auf den Profit gucken, die eben nicht alleine auch nur auf den Profit gucken, sondern die eben auch auf den Purpose der Unternehmen gucken. sondern die eben auch auf den Purpose der Unternehmen gucken.
Prof. Dr. Anne Sanders 0:17:40
Ja, weil es jedenfalls im US-amerikanischen Aktienrecht die Möglichkeit für Ja, weil es jedenfalls im US-amerikanischen Aktienrecht die Möglichkeit für Aktionäre gibt, bestimmte Themen, also ESG-Themen, auf die Tagesordnung zu setzen Aktionäre gibt, bestimmte Themen, also ESG-Themen, auf die Tagesordnung zu setzen und zu sagen, darüber reden wir jetzt hier, darüber stimmen wir ab. und zu sagen, darüber reden wir jetzt hier, darüber stimmen wir ab. Und was eben ganz stark gerade am Anfang dieser Bewegung war, Und was eben ganz stark gerade am Anfang dieser Bewegung war, war einerseits diese Idee, wir machen unsere Anteilseigner glücklich, war einerseits diese Idee, wir machen unsere Anteilseigner glücklich, aber auch diese Idee, Klimawandel, ESG-Themen als Investmentrisiko. aber auch diese Idee, Klimawandel, ESG-Themen als Investmentrisiko. Also wenn wir sozusagen in was investieren, wo jemand überhaupt keinen Plan Also wenn wir sozusagen in was investieren, wo jemand überhaupt keinen Plan hat, wie er mit Klimawandel umgeht, dann ist das vielleicht gar keine gute Investition. hat, wie er mit Klimawandel umgeht, dann ist das vielleicht gar keine gute Investition. Also Larry Fink von BlackRock hat mal gesagt, wenn ein CEO keinen Plan für den Also Larry Fink von BlackRock hat mal gesagt, wenn ein CEO keinen Plan für den Klimaschutz hat, dann sollte er auch kein CEO sein. Klimaschutz hat, dann sollte er auch kein CEO sein. Also es geht sozusagen darum, gute Presse, aber eben auch, dass es eben auch Also es geht sozusagen darum, gute Presse, aber eben auch, dass es eben auch heutzutage das zu einem guten Risikoportfolio dazu gehört eben zu gucken, heutzutage das zu einem guten Risikoportfolio dazu gehört eben zu gucken, stellen sich Unternehmen langfristig auf. stellen sich Unternehmen langfristig auf.
Marc Ohrendorf 0:20:09
Genau.
Prof. Dr. Anne Sanders 0:21:35
Ja klar, aber dann, also der Aktienrechtler würde sagen, Ja klar, aber dann, also der Aktienrechtler würde sagen, wenn, der Vorstand ist sicher gut beraten auf diesem Grund, wenn, der Vorstand ist sicher gut beraten auf diesem Grund, gerade seine starken Aktionäre zu hören und gerade in Deutschland ist ja sozusagen gerade seine starken Aktionäre zu hören und gerade in Deutschland ist ja sozusagen die Anteilseignerschaft häufig weniger verteilt, die Anteilseignerschaft häufig weniger verteilt, sondern gibt es ja auch größere Blockholder und wenn so ein großer Blockholder sondern gibt es ja auch größere Blockholder und wenn so ein großer Blockholder sich natürlich mit dem Vorstand oder so deutlich macht, sich natürlich mit dem Vorstand oder so deutlich macht, dass ihm das wichtig ist, dann ist natürlich klar, dass es da irgendwas passieren wird. dass ihm das wichtig ist, dann ist natürlich klar, dass es da irgendwas passieren wird. Aber der direkte Weg der Aktiengesellschaft ist eigentlich, Aber der direkte Weg der Aktiengesellschaft ist eigentlich, ist halt einer, der ein rechtlicher Weg ist und da muss man dann halt sagen, ist halt einer, der ein rechtlicher Weg ist und da muss man dann halt sagen, das verstößt gegen die Kompetenzordnung des Aktienrechts, wenn Aktionäre einfach das verstößt gegen die Kompetenzordnung des Aktienrechts, wenn Aktionäre einfach mal sagen, so wir wollen jetzt darüber reden und das muss der Vorstand nicht mal sagen, so wir wollen jetzt darüber reden und das muss der Vorstand nicht auf die Tagesordnung einer Hauptversammlung setzen. auf die Tagesordnung einer Hauptversammlung setzen. Der Vorstand kann sich selbst entscheiden, seine Aktionäre zu befragen. Der Vorstand kann sich selbst entscheiden, seine Aktionäre zu befragen. Der kann selbst fragen, liebe Aktionäre, was haltet ihr davon? Der kann selbst fragen, liebe Aktionäre, was haltet ihr davon? Und das ist natürlich auch ganz schlau, weil wenn er zum Beispiel einen Klimaplan Und das ist natürlich auch ganz schlau, weil wenn er zum Beispiel einen Klimaplan macht, wenn er Einschränkungen zum Beispiel macht, dann kann das ja sein, macht, wenn er Einschränkungen zum Beispiel macht, dann kann das ja sein, dass das die Rendite beeinträchtigt und dann ist es natürlich ganz gut, dass das die Rendite beeinträchtigt und dann ist es natürlich ganz gut, sich den Backup von den Aktionären zu holen. sich den Backup von den Aktionären zu holen.
Prof. Dr. Anne Sanders 0:23:17
Nein, also das ist ein ganz großes rechtspolitisches Thema in Deutschland. Nein, also das ist ein ganz großes rechtspolitisches Thema in Deutschland. Die Frage, sollte man diese Möglichkeiten des Say on ESG, Say on Climate, Die Frage, sollte man diese Möglichkeiten des Say on ESG, Say on Climate, sollte man das ausweiten? sollte man das ausweiten? Es gibt im Grunde, es gibt schon einen sogenannten Say on Pay, Es gibt im Grunde, es gibt schon einen sogenannten Say on Pay, also die Möglichkeit von Aktionären, sich zur Vergütung des Vorstands zu äußern. also die Möglichkeit von Aktionären, sich zur Vergütung des Vorstands zu äußern. Also auch ein großes Thema in vergangenen Jahren, kriegen die Vorstände zu viel Also auch ein großes Thema in vergangenen Jahren, kriegen die Vorstände zu viel Geld und so. Das wird jedenfalls sehr diskutiert, sollte man das nicht einfach Geld und so. Das wird jedenfalls sehr diskutiert, sollte man das nicht einfach ermöglichen, dass Aktionäre zumindest so eine Art Meinungsbild abgeben können. ermöglichen, dass Aktionäre zumindest so eine Art Meinungsbild abgeben können. Also sagen, wir stimmen jetzt mal ab und zeigen dem Vorstand damit, was wir finden. Also sagen, wir stimmen jetzt mal ab und zeigen dem Vorstand damit, was wir finden. Das wird gerade sehr diskutiert, dass man einfach dann das Gesetz ändert und das ermöglicht. Das wird gerade sehr diskutiert, dass man einfach dann das Gesetz ändert und das ermöglicht.
Prof. Dr. Anne Sanders 0:24:31
Ja, das ist sicher natürlich eine Frage. Im Grunde sind das eigentlich zwei Fragen. Ja, das ist sicher natürlich eine Frage. Im Grunde sind das eigentlich zwei Fragen. Einerseits die Frage, was soll der Vorstand machen? Was ist eine sinnvolle Art, Einerseits die Frage, was soll der Vorstand machen? Was ist eine sinnvolle Art, was der Vorstand eigentlich tun soll? was der Vorstand eigentlich tun soll? Das werden wir sicher auch nochmal in einer anderen Folge besprechen. Das werden wir sicher auch nochmal in einer anderen Folge besprechen. Was ist sinnvoll, was der Vorstand macht? Was ist sinnvoll, was der Vorstand macht? Und du spielst jetzt sicher darauf an, dass der Vorstand ja schon wahnsinnige Und du spielst jetzt sicher darauf an, dass der Vorstand ja schon wahnsinnige Berichtspflichten hat, also über Berichtspflichten hat, also über ESG-Themen zu berichten, auch in der Nachhaltigkeitsberichterstattung, ESG-Themen zu berichten, auch in der Nachhaltigkeitsberichterstattung, der CSR-Berichterstattung. der CSR-Berichterstattung. Da kommen wir sicher auch noch zurück. Und natürlich, je mehr sowas informiert Da kommen wir sicher auch noch zurück. Und natürlich, je mehr sowas informiert wird, desto mehr kann sich natürlich auch der Markt informieren, wird, desto mehr kann sich natürlich auch der Markt informieren, welche Aktien kaufen wir. welche Aktien kaufen wir. Aber andererseits schließt das nicht aus, dass die Kommunikation dann mit den Aber andererseits schließt das nicht aus, dass die Kommunikation dann mit den Aktionären gleichzeitig dann nicht mehr notwendig wird, denke ich mal. Aktionären gleichzeitig dann nicht mehr notwendig wird, denke ich mal. Ich finde sowieso, dass man eigentlich diese Frage sozusagen, Ich finde sowieso, dass man eigentlich diese Frage sozusagen, was ist gut für die Nachhaltigkeit und was ist gut für die Mitspracherechte was ist gut für die Nachhaltigkeit und was ist gut für die Mitspracherechte der Aktionäre, total auseinanderhalten sollte. der Aktionäre, total auseinanderhalten sollte. Weil dadurch, dass die Aktionäre, angenommen, die kriegen jetzt mehr Mitspracherechte, Weil dadurch, dass die Aktionäre, angenommen, die kriegen jetzt mehr Mitspracherechte, sie können darüber abstimmen, dann wissen wir damit ja noch nicht, sie können darüber abstimmen, dann wissen wir damit ja noch nicht, wie sie abstimmen werden. wie sie abstimmen werden. Also Demokratie, also wenn wir es jetzt mal doch mit der Demokratie vergleichen, Also Demokratie, also wenn wir es jetzt mal doch mit der Demokratie vergleichen, dann weiß man deswegen ja immer noch nicht, wie das Wahlvolk dann wählen wird. dann weiß man deswegen ja immer noch nicht, wie das Wahlvolk dann wählen wird. Also man soll nicht glauben, dass deswegen, weil die Aktionäre dann mehr mitstimmen Also man soll nicht glauben, dass deswegen, weil die Aktionäre dann mehr mitstimmen können, die Unternehmen deswegen auf jeden Fall grüner handeln werden. können, die Unternehmen deswegen auf jeden Fall grüner handeln werden. Das sieht man zum Beispiel auch in den USA, dass die anfängliche Unterstützung Das sieht man zum Beispiel auch in den USA, dass die anfängliche Unterstützung für diese ganzen Klimapläne und so weiter in den letzten zwei Jahren in den für diese ganzen Klimapläne und so weiter in den letzten zwei Jahren in den USA jedenfalls sehr stark zurückgegangen ist. USA jedenfalls sehr stark zurückgegangen ist.
Prof. Ann-Christin Mittwoch 0:28:02
Danke dir, Marc.

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