Benjamin Limbach

Dr. Benjamin Limbach

ÖD

Arbeitgeber in Folgen: Justizminister NRW

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Karriere-Timeline

🚀 Karriereweg von Benjamin Limbach

Fragen & Antworten

05:20–05:50

Was lehrten Sie die Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter?

Die Assistenz bei Professor Rudolfi ließ mich akademische Freiheit erleben. Ich leitete Arbeitsgemeinschaften, schrieb meine Dissertation fast vollständig und lernte, komplexe strafrechtliche Gedanken klar und knapp zu formulieren. Gleichzeitig zeigte mir das Institutsleben, dass ich Praxisnähe bevorzuge und deshalb langfristig nicht in der Wissenschaft bleiben wollte.

06:30–06:45

Welche Erkenntnis zogen Sie aus Ihrer Promotion?

Meine Mutter mahnte: „Nicht mehr als 120 Seiten!“ Das half mir, Gedankendisziplin zu üben. Inhaltlich zeigte mir das Honecker-Verfahren, dass Strafprozessrecht Grenzen braucht, wenn der Angeklagte sicher sterben wird. Wichtig war jedoch die Einsicht: Man muss einen Punkt setzen – perfektionismusfrei abschließen und weiterziehen.

09:10–09:25

Weshalb war das Referendariat für Sie prägend?

Erst im Landgericht Bonn begriff ich echte Fallbearbeitung. Urteile, Relation, Mandantenpräsenz – plötzlich wurde Theorie handfest. Das praktische Arbeiten machte mir klar, dass ich kein reiner Akademiker bin. Gleichzeitig zeigte die Vielfalt der Stationen, wo ich hingehöre und wo auch nicht, etwa nicht an die Strafbank.

25:30–26:40

Welche Tipps geben Sie Studierenden für Examen und Karriere?

Bildet Lerngruppen, bleibt neugierig und legt euch nicht zu früh fest. Seht das Examen als machbar – Millionen haben es bestanden. Genießt das Referendariat als Praxislabor. Verliert keine Zeit mit Horrorgeschichten älterer Semester. Folgt euren Neigungen; dann stimmt meist auch die Befähigung.

01:15–01:45

Warum entschieden Sie sich ursprünglich für das Jurastudium?

Nach der Bundeswehr wussten mein bester Freund und ich nicht, wohin es beruflich gehen sollte. Mein Vater sagte stets: „Mit Jura kannst du alles außer operieren.“ Diese Vielseitigkeit hat mich überzeugt. Das Studium versprach Optionen und ein solides Fundament, obwohl ich damals keinerlei konkrete Karrierevorstellung hatte.

28:25–29:05

Befürworten Sie eine grundlegende Reform des Jurastudiums?

Nein. Der Einheitsjurist mit zweigeteilter Ausbildung bewährt sich. Wir brauchen keine Revolution, sondern Feinschliff: integrierter Bachelor als Sicherheitsnetz, bessere Methoden- und IT-Kompetenz, stärkere Zwischenprüfung, mehr Resilienzförderung. Stellschrauben justieren, nicht das System stürzen – so bleiben Qualität und Flexibilität gleichermaßen erhalten.