Clemens Hufeld

Clemens Hufeld

Referendar

Arbeitgeber in Folgen: Ludwig Maximilian Universität München

In Episoden mit Clemens suchen

Episoden

Karriere-Timeline

🚀 Karriereweg von Clemens Hufeld

Fragen & Antworten

01:05–01:40

Warum hast du dich für ein Jurastudium entschieden, Clemens?

Ich bin sprichwörtlich hineingewachsen. In meiner Familie sind Eltern, Onkel, Cousins allesamt Juristen. Das Studium war daher der naheliegende Weg. Ich wollte einen soliden, vielseitigen Beruf, der mir Türen öffnet. Erst während des ersten Semesters lernte ich Alternativen kennen, aber da hatte mich die juristische Methode bereits gepackt.

02:00–02:40

Was faszinierte dich an Linguistik neben Jura?

Sprache ist das Werkzeug jedes Juristen, aber Linguistik erklärt, wie dieses Werkzeug funktioniert. Die Systematik von Phonetik bis Pragmatik, die soziolinguistische Frage „Sprache macht Leute?“ – das hat mich gefesselt. Wissenschaftlich konnte ich damit juristische Texte, Richterstile und sogar Glaubwürdigkeitsanalysen quantifizieren.

02:40–03:05

Warum ergänztest du dein Profil durch Informatikstudium?

Für computerlinguistische Forschung brauchte ich Code. Also schrieb ich mich in Informatik ein, zunächst ohne Abschlussziel. Corona schenkte mir Zeit, sodass ich Vorlesungen bündelte und den Bachelor durchzog. Programmieren liefert mir heute die Werkzeuge, große Textkorpora auszuwerten und rechtliche Fragen empirisch zu untersuchen.

10:10–10:40

Wie kamst du zur Idee deiner Noten-Studie?

Während ich Verwaltungsrechts-Tutorien korrigierte, sah ich: Gleiche Klausur, unterschiedliche Korrektor:innen, völlig andere Durchschnitte. Das weckte meinen statistischen Reflex. Ich hatte Zugang zu Klausuren, Zeit zwischen Promotion und Referendariat und das nötige Daten-Know-how – perfekte Voraussetzungen, um endlich Zahlen statt Anekdoten zu liefern.

14:45–15:30

Was war das zentrale Ergebnis der Untersuchung?

Eine Klausur erhielt durchschnittlich 6,47 Punkte Differenz zwischen niedrigster und höchster Bewertung, im Extrem sogar zehn Punkte. Nur etwa vierzig Prozent der Noten lagen innerhalb von ± 1 Punkt zum Mittelwert. Das zeigt: Ein beträchtlicher Teil des Prüfungsergebnisses hängt nicht von der erbrachten Leistung ab.

20:10–21:20

Welche Folgen hätte eine ähnliche Abweichung im Staatsexamen?

Würden im Examen dieselben 6,5 Punkte Schwankung auftreten, hätten wir ein verfassungsrechtliches Problem. Die Prüfung müsste fair sein, ist es dann aber nicht. Leistung und Ergebnis klaffen auseinander, womöglich zur Hälfte. Ohne solide Daten droht eine hektische Reform – deshalb brauche ich die Prüfungsämter an Bord.