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Arbeitgeber in Folgen: faf-law
“Demokratie stirbt heute am helllichten Tag und was mich umtreibt, ist nicht nur die Gefahr, sondern auch, wie viele Menschen tatenlos zusehen, statt aktiv für den Rechtsstaat einzustehen.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Verfassungsrecht war im Studium die Brücke zwischen beiden Welten. Dort geht es sofort um Demokratie, Menschenwürde und Staatsorganisation – also um Fragen, die auch die Rechtsphilosophie bewegen. Wer die Verfassung durchdringt, versteht den Bauplan unserer gesamten Rechtsordnung. Diese Erkenntnis fasziniert mich bis heute.
Schubladen engen mich ein. Ich will Politik, Recht und Technik gemeinsam denken. Darum sehe ich mich bewusst nicht als klassischen Fachjuristen. Die Welt ist zu spannend, um nur einen Paragrafen zu beherrschen. Diese Breite macht mich anschlussfähig: Ich kann mit Tech-Teams, Journalisten und Gerichten gleichermaßen sprechen.
Am meisten beschäftigt mich der Zustand liberaler Demokratien. In den USA sehen wir, wie Akteure wie Trump rechtsstaatliche Institutionen offen attackieren – oft unter Applaus. Demokratie wird heute nicht heimlich, sondern am helllichten Tag ausgehöhlt. Diese Dynamik kann sehr schnell nach Europa überschwappen.
Ich blicke düster auf viele US-Law-Firms. Anstatt den Rechtsstaat zu verteidigen, knicken sie vor politischem Druck ein und bieten der Regierung sogar millionenschwere Pro-Bono-Deals an. Ausgerechnet diejenigen, die das Recht am besten kennen, werden so zu Steigbügelhaltern der Macht. Das ist ein warnendes Beispiel für uns alle.
Das Grundgesetz ist jünger und lernte aus Weimar. Es enthält die Ewigkeitsklausel, schwache Notstandsrechte des Bundespräsidenten und ein starkes Verfassungsgericht. Diese Mechanismen erschweren Machtkonzentration deutlich stärker als die 250 Jahre alte US-Verfassung, die zum Beispiel keinen expliziten Würdeschutz kennt.
Indem wir die Wahl der Verfassungsrichter nun mit Zweidrittelmehrheit auch im Bundesrat verankert haben, erhöhen wir die Konsensschwelle. Eine einfache Parlamentsmehrheit kann das Gericht nicht mehr politisch einfärben. So entsteht ein zusätzliches Bollwerk gegen autokratische Tendenzen – kein Allheilmittel, aber eine spürbar höhere Hürde.