“Ohne harte, intelligente Arbeit hat man keine Chance. Die Arbeit macht Spaß, aber der Erfolg kommt nur, wenn man konsequent und schlau an seine Ziele herangeht.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Verfahren sind oft milliardenschwer und dokumentenlastig. Kanzleien arbeiten deshalb mit Teams von fünf bis zwanzig Leuten. Ich frage bei Bewerbern: Will ich nachts um zwei noch neben dieser Person sitzen? Fachliches Niveau ist wichtig, aber ohne kollegiale Teamfähigkeit fällt das Projekt auseinander.
Als Head of Legal Services überwache ich jedes bei uns anhängige Verfahren: Ich sichere Kostenvorschüsse, prüfe Unabhängigkeit der Schiedsrichter, entscheide über Ablehnungsgesuche und kontrolliere Entwürfe von Schiedssprüchen. Kurz: Ich halte das institutionelle Räderwerk am Laufen, ohne selbst Parteivertreter zu sein.
Normalerweise wird man erst mit vielen weißen Haaren benannt. Ich verkürzte den Weg, indem ich meine Ostasien-Expertise sichtbar machte und aktiv mit potenziellen Nominierenden sprach. Kompetenz, Verlässlichkeit und kulturelles Verständnis überzeugten – so erhielt ich schon mit Mitte 30 meine ersten Bestellungen.
Durch ein Stipendium lernte ich 2003 in Taiwan Chinesisch; später lebte ich in Peking und Seoul. Ostasien faszinierte mich wirtschaftlich und kulturell. Deshalb analysierte ich in meiner Arbeit die dortigen Schiedsordnungen – der regionale Fokus wurde mein beruflicher Alleinstellungsfaktor.
Geht zu Young-Arbitration-Events, schreibt Aufsätze, macht einen Moot Court. So trefft ihr Praktiker, lernt die Terminologie und zeigt Einsatz. Bleibt nach der Veranstaltung dran: E-Mail, LinkedIn, vielleicht ein gemeinsames Paper. Das kostet wenig Geld, aber kann Türen zu Praktika oder Stellen öffnen.
Ich wollte weltweit leben und lernen. Das Linzer Fernstudium erlaubte mir, Vorlesungen online zu hören und Prüfungen an Botschaften abzulegen. So konnte ich Praktika in Kanada, Taiwan oder Korea machen, ohne Zeit im Studium zu verlieren – perfekte Freiheit für meinen Entdeckerdrang.