Matthias Kilian

Prof. Dr. Matthias Kilian

Professor

Arbeitgeber in Folgen: Universität zu Köln

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Karriere-Timeline

🚀 Karriereweg von Matthias Kilian

Fragen & Antworten

01:27–02:21

Welche London-Erfahrung prägte Ihre Karriere?

In einer Londoner Reform­arbeitsgruppe präsentierte ich Dogmatik – sofort fragte man nach harten Daten. Mir wurde klar: Internationale Reformen brauchen Evidenz, nicht nur Systematik. Diese Erfahrung lehrte mich, empirische Methoden als unverzichtbare Ergänzung zur Juristerei zu nutzen und legte den Grundstein für meine spätere Forschung über den Anwaltsberuf.

01:00–02:25

Was motivierte Sie zur empirischen Rechtsforschung?

Schon während meiner Promotion merkte ich, dass rein dogmatische Überlegungen allein nicht genügen. Britische Kollegen verlangten Zahlen und Wirkungsanalysen. Dieses Aha-Erlebnis trieb mich an, Rechtspolitik künftig faktenbasiert zu unterfüttern. Seitdem verbinde ich Berufsrecht mit Statistik und Umfragen, um Entscheidungen belastbarer zu machen – denn wer Recht gestalten will, muss wissen, wie es tatsächlich wirkt.

03:20–04:16

Was bedeutet der Rückgang der Anwaltszahlen?

Seit 2017 ist die Zahl klassischer Kanzleianwälte um rund zehn Prozent gefallen. Für Studierende ist das eine Zeitenwende: Die gefürchtete „Anwaltsschwemme“ existiert nicht mehr, die Berufschancen waren nie besser. Zugleich entstehen Versorgungslücken, besonders fern der Großkanzleien. Wir müssen daher neue Modelle der Rechtsberatung entwickeln.

13:24–14:09

Welche Trends beeinflussen Arbeitszeiten in Kanzleien?

Unsere Langzeitstudien zeigen: Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit sinkt, extreme 60-Stunden-Modelle werden seltener. Partner arbeiten inzwischen oft mehr als Associates. Nachwuchsmangel und der Wunsch nach Work-Life-Balance zwingen Kanzleien umzudenken. Für Bewerber zählt daher der Stundenlohn, nicht nur das Jahresbrutto.

01:09–01:15

Seit wann faszinieren Sie junge Anwältinnen?

Schon vor fast zwei Jahrzehnten leitete ich erste Umfragen unter Berufseinsteigern. Die andere Denkweise der jungen Generation – Sinn, Flexibilität, flache Hierarchien – fesselte mich sofort. Seitdem analysiere ich kontinuierlich die ersten Berufsjahre, weil dort entschieden wird, ob Talente bleiben oder gehen.

02:41–03:07

Warum entschieden Sie sich gegen die Kanzlei?

Als studentischer Mitarbeiter war die Kanzleikarriere vorgezeichnet. Doch das Promotionsangebot im Berufsrecht weckte meinen Forschergeist. Dort entdeckte ich, dass mich das Analysieren rechtlicher Strukturen stärker reizt als Mandatsarbeit. Schritt für Schritt zog mich die Universität hinein – bis ich merkte, dass meine dauerhafte Heimat die Wissenschaft ist.