“E-Sports sind heute ein professioneller Sportbereich, mit hochgetakteten Trainingspl2nen und rechtlichen Rahmenbedingungen, der zunehmend von internationalen Sponsoren ernst genommen wird.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Im Studium bekommt man fertige Sachverhalte. In der Praxis muss ich den Sachverhalt erst ermitteln: Dokumente sichten, Mitarbeiter interviewen, technische Abläufe verstehen und „übersetzen“. Anschließend schreibe ich Schriftsätze so, dass internationale Schiedsrichter folgen können. In der Verhandlung dominiert die Beweisaufnahme, vor allem Zeugen- und Sachverständigenbefragung – Fähigkeiten, die kaum ein Referendar vorher trainiert.
Wir regeln Transfers, Anti-Doping, Marken- und Lizenzrechte, Streaming- sowie Medienverträge. Spieler wechseln nur in festgelegten Transferfenstern; positive Dopingproben lösen Verfahren aus; Logos werden für Hardware lizenziert; globale Streams brauchen wasserdichte Übertragungsrechte. Für Examenskandidaten ist das eine spannende Schnittstelle aus Vertrags-, Arbeits-, Sport- und Medienrecht.
Wir haben maximale Flexibilität eingebaut: Online-Einreichung, Video-Hearings, niedrige Gebühren für einzelne Spieler und ein weltweit verfügbares Emergency-Arbitrator-System, das binnen Tagen einstweiligen Rechtsschutz gewährt. Damit spiegeln die Regeln die digitale, globale Realität des E-Sports und senken Zugangsbarrieren erheblich.
Teams aus allen Kontinenten akzeptieren eher ein übernationales, neutral besetztes Tribunal als ein unbekanntes Staatsgericht. Unsere maßgeschneiderten Rules garantieren Fachschiedsrichter, Vertraulichkeit und schnelle Entscheidungen. Damit steigt die Rechtssicherheit für Sponsoren und Investoren – ein wesentlicher Motor des Marktwachstums.
Im Referendariat habe ich verschiedene Stationen getestet. In Behörden fühlte ich mich stark in Hierarchien eingebunden. Als Anwalt bei CMS Hasche Sigle konnte ich selbstbestimmt arbeiten, strategisch denken und Mandanten direkt beraten. Diese Mischung aus Eigenverantwortung, Spracharbeit und wirtschaftlichem Kontext passte genau zu meiner Persönlichkeit – deshalb fiel die Entscheidung klar für die Anwaltslaufbahn.
Zufällig: Im Referendariat half ich einem Gesellschaftsrechtsteam bei einem Schiedsfall und lernte meinen späteren Mentor kennen. Er rief mich kurz vor Berufseinstieg an und fragte, ob ich fest in die Arbitration-Praxis wechseln wolle. Die Aussicht, zu prozessieren, Beweise zu würdigen und international zu arbeiten, überzeugte mich – das materielle Know-how eignete ich mir „on the job“ an.