“Gerichte sollten auch dann unsere Position ernst nehmen, wenn sie politisch oder gesellschaftlich anders denken, Hauptsache ist, dass unsere Argumente gründlich geprüft werden.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Mich fasziniert, dass ich mit einem einzigen, gut geplanten Verfahren ganze Normen verändern kann. Statt nur Einzelfälle zu lösen, schaffen wir Präzedenz, der Tausende schützt. Dabei kombiniere ich dogmatische Präzision mit politischem Instinkt – eine Mischung, die jedes Examenstraining schärft und mir täglich Sinn gibt.
Bei uns arbeiten Idealistinnen mit exzellentem Handwerk. Alle brennen für Grundrechte, unterstützen sich kollegial und diskutieren offen. Diese Haltung sorgt für hohe fachliche Qualität und gleichzeitig eine Atmosphäre, in der Arbeit Spaß macht – ein Luxus, der jede Überstunde rechtfertigt.
Die Software verknüpft riesige Datensätze und erstellt Verdachtsprofile schon zur Vorfeld-Prävention. Damit geraten Unbeteiligte, Zeug*innen oder sogar Anwält*innen ins Raster. In NRW fehlt jede Schwelle wie konkrete Gefahr. Massenhafte Analyse plus niedrige Eingriffsschwelle bedrohen informationelle Selbstbestimmung und Unschuldsvermutung.
Beim Schreiben kann ich gesellschaftliche Überwachungsfragen literarisch zuspitzen; die Recherche wiederum vertieft mein juristisches Verständnis. Ich arbeite in intensiven Phasen, fast wie beim Verfassen einer ausführlichen Klageschrift. So befruchten sich kreative und juristische Tätigkeit gegenseitig – und halten meinen Kopf wach.
Entweder Betroffene oder ihre Anwältinnen schreiben uns direkt, unser Netzwerk meldet Missstände, oder wir spüren selbst verfassungswidrige Gesetze auf. Dann suchen wir Menschen, deren Lebenssachverhalt ideal zum Normenkontroll-Ziel passt. So entsteht eine juristisch saubere Fallkonstellation, die das Gericht nicht ignorieren kann.
Wir haben erstmals erreicht, dass Ausland-Ausland-Überwachung des BND an Grundrechte gebunden ist. Das Bundesverfassungsgericht hat dem Gesetz Grundzüge diktiert. Für mich zeigt das: Sorgfältige Beweisführung plus mutige Kläger können selbst Geheimdienste disziplinieren – ein motivierendes Signal für alle Verfassungsfreunde.