“Brüssel ist ein einzigartiger Schmelztiegel Europas, der jeden Tag internationale Vielfalt und spannende kulturelle Begegnungen bietet – perfekt für alle, die gerne in einem internationalen Umfeld leben und arbeiten möchten.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Am Strafrecht gefiel mir die unmittelbare Nähe zum Menschen. Sachverhalte sind anschaulich, jeder kann sich ein Delikt bildlich vorstellen. Diese Konkretheit machte das Lernen lebendig und half, dogmatische Strukturen schnell zu verinnerlichen – ein guter Start, obwohl ich später fachlich ganz anders landete.
Im Referendariat habe ich meine Stationen bewusst so gelegt, dass ich Kartellrecht in unterschiedlichen Institutionen sah – Kanzlei, Behörde, Kommission. Die praktische Arbeit bestätigte meine akademische Neugier und zeigte, dass ich mit dem Rechtsgebiet tatsächlich tagtäglich international tätig sein könnte. Das war für die Berufswahl entscheidend.
Als deutscher Jurist muss ich mich zuerst bei einer heimischen Kammer zulassen, dann zusätzlich bei der französisch- oder niederländischsprachigen Brüsseler Kammer registrieren. Kurios: Anwälte dürfen hier nicht angestellt sein, also arbeite ich formal selbstständig und stelle meiner Kanzlei monatlich Rechnungen – inklusive Steuer- und Sozialversicherungsorganisation.
Ich wollte Sprachen mit etwas Greifbarem verbinden. Nach einigen Semestern Rechtslinguistik merkte ich, dass der juristische Teil mich intellektuell stärker reizte. Die systematische Argumentation und die Gestaltung gesellschaftlicher Regeln waren genau das, was ich suchte. Darum sattelte ich komplett auf Jura um.
International arbeiten zu können war mir wichtig. Beim Blick auf die möglichen Fachgebiete erkannte ich, dass das Kartellrecht europäisch harmonisiert ist und deutschen Juristen damit echte Auslandsperspektiven eröffnet. Über Stationen im Referendariat tastete ich mich heran und stellte fest, dass mir wirtschaftliche Zusammenhänge und Marktanalysen großen Spaß machen.
Freshfields verteilt Mandate über ein globales Work-Allocation-System. Ich melde meine Kapazitäten, und Projekte aus allen Büros können mir zugeteilt werden – komplett unabhängig vom Standort. Dadurch arbeite ich mal mit Kollegen aus London, mal aus Hongkong zusammen und sammle früh einen breiten Einblick in verschiedenste Wettbewerbsordnungen.