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Das Kartellrecht schützt den freien und unverfälschten Wettbewerb als Grundpfeiler der Marktwirtschaft. Es gliedert sich klassisch in drei Säulen: das Kartellverbot, das wettbewerbswidrige Absprachen zwischen Unternehmen untersagt, die Missbrauchsaufsicht über marktbeherrschende Akteure sowie die Fusionskontrolle zur präventiven Überprüfung von Unternehmenszusammenschlüssen. Auf nationaler Ebene bildet das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) das Fundament, während auf europäischer Ebene die Artikel 101 und 102 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) sowie die EU-Fusionskontrollverordnung maßgeblich sind. Unsere Gäste im IMR-Podcast zeigen regelmäßig, dass dieses Rechtsgebiet weit über theoretische Marktdefinitionen hinausgeht und tief in die wirtschaftliche Realität eingreift.
Für Jura-Studierende und Referendare bieten die IMR-Folgen einen praxisnahen Zugang zu diesem Rechtsgebiet, das im Jurastudium oft nur am Rande behandelt wird. Im Podcast lernst du, wie kartellrechtliche Vorschriften globale Lieferketten, Digitalplattformen und alltägliche Konsumgüter beeinflussen. Die Verknüpfung von juristischer Dogmatik mit ökonomischen Analysen macht das Kartellrecht zu einer Schnittstellenmaterie. Wer hier tätig ist, muss nicht nur Gesetzestexte auslegen, sondern auch verstehen, wie Märkte funktionieren und welche wirtschaftlichen Folgen behördliche Entscheidungen oder Gerichtsurteile für die beteiligten Unternehmen haben.
Der Einstieg in das Kartellrecht eröffnet hervorragende Karrierepfade bei unterschiedlichen Arbeitgebern. Absolventinnen und Absolventen starten ihre Laufbahn häufig als Associate in spezialisierten Praxisgruppen nationaler und internationaler Wirtschaftskanzleien. Zu den im Podcast vertretenen Top-Arbeitgebern gehören Einheiten wie Freshfields, Herbert Smith Freehills Kramer oder ARQIS. Mit steigender Erfahrung erfolgt die Entwicklung über Positionen als Senior Associate oder Counsel bis hin zur Aufnahme in die Partnerschaft als Partner:in. Neben dem Anwaltsberuf bietet die Tätigkeit als Unternehmensjurist:in in Rechtsabteilungen von Konzernen wie Douglas ein hochattraktives Betätigungsfeld, um kartellrechtliche Compliance direkt im operativen Geschäft mitzugestalten.
Zusätzlich bietet der öffentliche Dienst spannende Perspektiven, etwa beim Bundeskartellamt in Bonn oder bei der Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission in Brüssel. Die im Podcast geteilten Praxiseinblicke verdeutlichen, dass für eine erfolgreiche Karriere im Kartellrecht neben exzellenten juristischen Qualifikationen oft internationale Erfahrungen, beispielsweise durch einen LL.M., sowie verhandlungssichere Englischkenntnisse vorausgesetzt werden. Unsere Gäste geben im Podcast wertvolle Karrieretipps und betonen, dass frühzeitiges Networking während des Referendariats oder im Rahmen einer wissenschaftlichen Mitarbeit den Weg in führende Kanzleien und Rechtsabteilungen ebnet.
Die praktische Vielfalt des Kartellrechts wird durch die konkreten Berichte unserer Gäste in den IMR-Folgen greifbar. So beschreibt Dr. Niklas Andree in Episode 321 eindringlich die Dynamik bei unangekündigten Durchsuchungen durch Wettbewerbsbehörden, den sogenannten Dawn Raids, und erklärt, warum neben juristischer Präzision vor allem Stressresistenz und taktisches Geschick im Umgang mit den Behörden erforderlich sind. Den konkreten Berufsstart als Associate im europäischen Kartellrechts-Hotspot Brüssel beleuchtet Patrick Teubner Gomes in Episode 119, der die unmittelbare Nähe zur Europäischen Kommission und die Internationalität der dortigen Mandate schildert. Wie stark das Kartellrecht mit politischen Entscheidungsprozessen verknüpft sein kann, veranschaulicht Dr. Andrea Panzer-Heemeier in Episode 325 am Beispiel des bekannten Kaisers-Tengelmann-Verfahrens und der dort erteilten Ministererlaubnis.
Neben der behördlichen Fusionskontrolle gewinnt die private Rechtsdurchsetzung an Bedeutung. Dr. Leslie Manthey berichtet in Episode 274 über ihre Arbeit im Kartellschadensersatzrecht sowie im hochspezialisierten EU-Beihilferecht und teilt ihre Erfahrungen aus dem Studium in Cambridge und dem Berufsalltag in Brüssel. Die Schnittstelle zu M&A-Transaktionen und die Notwendigkeit von ausgeprägten Projektmanagement-Fähigkeiten bei der Koordinierung internationaler Zusammenschlussvorhaben erläutert Nastasja Bührmann in Episode 348. Dass kartellrechtliche Fragestellungen auch bei strategischen Unternehmensentscheidungen wie einem Börsengang eine Schlüsselrolle spielen, zeigt Christian Wensing in Episode 342 am Beispiel von Douglas und beschreibt dabei den Wechsel von einer Großkanzlei in ein In-House-Team. Diese realen Fallbeispiele bieten dem Jura-Nachwuchs fundierte Orientierungspunkte für die eigene Spezialisierung.
Das Kartellrecht steht durch die Digitalisierung der Wirtschaft vor tiefgreifenden Veränderungen. Unsere Gäste diskutieren im Podcast regelmäßig die Auswirkungen neuer Regulierungswerke wie des europäischen Digital Markets Act (DMA), der darauf abzielt, die Marktmacht großer Tech-Konzerne proaktiv zu begrenzen. Diese neuen Regeln verändern die Beratungspraxis grundlegend, da klassische Instrumente der Missbrauchsaufsicht oft zu langsam für dynamische digitale Märkte sind. Eine weitere aktuelle Herausforderung betrifft die kartellrechtliche Bewertung von Nachhaltigkeitsinitiativen. Unternehmen müssen zunehmend kooperieren, um Umweltstandards zu etablieren, bewegen sich dabei jedoch schnell im Bereich unzulässiger Absprachen.
Zudem führen geopolitische Spannungen zu einer strengeren Kontrolle ausländischer Direktinvestitionen, die in der Kanzleipraxis eng mit der Fusionskontrolle verzahnt ist. Die IMR-Folgen helfen dir dabei, diese aktuellen Trends und Reformen systematisch einzuordnen. Durch die Diskussionen im Podcast bleibst du am Puls der juristischen Entwicklung und verstehst, welche Qualifikationen und Spezialisierungen in Zukunft besonders nachgefragt werden, um den Jura-Karriereweg im Kartellrecht erfolgreich zu gestalten.