“Unsere Arbeit im Rechtsstaatsprogramm ist ein Netzwerkprogramm, das demokratische, rechtsstaatliche und menschenrechtliche Werte in Lateinamerika fördert und nachhaltige Verbindung zwischen Juristen und Institutionen schafft.”
Teilnahme am IMR Jurapodcast
Ohne Sprachen gäbe es unsere Karrierewege nicht. Spanisch eröffnet mir (Marie) Projekte in ganz Lateinamerika; Französisch und Englisch waren Ferdinands Türöffner für EU-Stationen. Fachliche Kompetenz wird ernst genommen, sobald man sie in der jeweiligen Landessprache vermitteln kann – erst dann entsteht echtes Vertrauen und Kooperation.
Neben fachlicher Exzellenz zählen Neugier, kulturelle Sensibilität und belastbare Fremdsprachenkenntnisse. Vor allem aber muss man Recht mit Politik verknüpfen können, improvisationsfreudig sein und Netzwerke aktiv pflegen. Wer bereit ist, sich auf fremde Arbeitsweisen einzulassen und zugleich juristisch präzise bleibt, hat im internationalen Umfeld enorme Chancen.
Wir vernetzen Studierende, Ministerien und Verfassungsgerichte von Mexiko bis Chile mit europäischen Partnern. Diese dauerhaften Beziehungen überstehen politische Wechsel und ermöglichen schnelle gemeinsame Reformprojekte. Zu sehen, wie ein Kontakt von vor zehn Jahren heute Gerichtsurteile oder Menschenrechtsfilme beeinflusst, motiviert mich enorm.
Ich begreife Recht inzwischen pluralistischer. Die Diskussionen über indigene Rechte, Umweltverfassungsrecht oder kreative verfassungsgerichtliche Lösungen zeigen mir Alternativen zum deutschen Dogma. Dieses ständige Rechtsvergleichende schärft mein Problembewusstsein und macht mich auch für deutsche Debatten vielseitiger.
Wir helfen bei Wohnungssuche, Stadtlogistik und nehmen die Kolleg:innen möglichst auf Dienstreisen in die Region mit. Flugkosten müssen sie selbst tragen, aber In-Country-Reisen, Hotels und fachliche Veranstaltungen finanzieren wir. So erleben sie nicht nur Büroarbeit, sondern echte Projektpraxis zwischen Gerichten, Universitäten und NGOs.
Sprachen, Reisen und der Blick über nationale Grenzen haben mich schon in der Schule begeistert. Im deutsch-französischen Doppelstudium merkte ich, dass Völker- und Europarecht genau diese Perspektiven ins Juristische übersetzen. Dort kann ich Recht als Instrument der internationalen Verständigung erleben – das fasziniert mich bis heute und hat meine Karriereentscheidungen gelenkt.