Ein Auslandssemester ist für viele angehende Juristinnen und Juristen das absolute Highlight des Studiums. Doch bevor du in Paris, Madrid oder Rom internationale Rechtsvergleiche ziehst, steht die Erasmus Bewerbung und Finanzierung für Jurastudierende ganz oben auf deiner To-do-Liste. Ein strategisch geplanter Auslandsaufenthalt schärft nicht nur dein persönliches Profil, sondern wertet auch deinen Lebenslauf für spätere Top-Kanzleien oder internationale Organisationen massiv auf. In diesem Guide erfährst du detailliert, wie du den Bewerbungsprozess an deiner juristischen Fakultät meisterst und welche finanziellen Fördermittel dir zur Verfügung stehen.
Der Prozess der Erasmus Bewerbung beginnt in der Regel bereits ein Jahr vor dem eigentlichen Start. Dabei kommt es längst nicht mehr nur auf deine Noten in den Zwischenprüfungen an. Viele Fakultäten legen bei der Auswahl großen Wert auf dein gesellschaftliches Engagement und ein reflektiertes Motivationsschreiben, das deine Ziele klar benennt. Für die Finanzierung im Jurastudium ist das Erasmus+ Programm die wichtigste Säule. Es bietet dir einen monatlichen Mobilitätszuschuss, der in Ländergruppen unterteilt ist und dir hilft, die höheren Lebenshaltungskosten in europäischen Metropolen abzufedern.
Damit deine Bewerbung ein voller Erfolg wird und die Finanzierung steht, solltest du folgende Kernpunkte priorisieren:
- Fristenmanagement: Die Deadlines der International Offices sind Ausschlussfristen und liegen oft schon sehr früh im Kalenderjahr für das kommende akademische Jahr.
- Learning Agreement: Erstelle einen soliden Studienplan, um die Anerkennung von Scheinen oder die Verlängerung der Freischuss-Regelung (z.B. nach § 25 JAPO) sicherzustellen.
- Sprachnachweise: Kümmere dich rechtzeitig um DAAD-Tests oder TOEFL-Zertifikate, da diese oft zwingende Voraussetzung für die Zulassung an Partnerunis sind.
- Zusatzförderung: Prüfe die Kombination von Erasmus+ mit Auslands-BAföG, da hier oft höhere Bedarfssätze und Zuschüsse für Reisekosten gelten als im Inland.
Ein Erasmus-Aufenthalt ist weit mehr als eine akademische Pflichtübung; es ist die Chance, juristisches Neuland zu betreten und wertvolle Soft Skills wie interkulturelle Kompetenz für deine spätere Karriere als Anwalt, Richterin oder Inhouse-Counsel zu sammeln. Eine strukturierte Vorbereitung bei der Bewerbung und ein klarer Blick auf die Finanzen sind dabei deine wichtigsten Hebel für ein stressfreies Jahr im Ausland.
Über den Autor
Marc Ohrendorf
Gründer, Irgendwas mit RechtMarc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.
Passende Episoden
4 relevante Podcast-Folgen
IMR178: Ref-Station in Washington, White Collar Crime, Pro-Bono Mandat Verbrechen gegen die Menschlichkeit
mit Alexander Suttor
Herzlich willkommen zu IMR178 mit Alexander Suttor aus Frankfurt. Alexander arbeitet heute als Associate im Frankfurter Büro von Clifford Chance im Wirtschaftsstrafrecht, hat jedoch in Süddeutschland studiert. Ferner führte ihn sein Studium im Rahmen eines Erasmus-Aufenthalts nach Italien. Warum hat er sich für das Referendariat in einer Großkanzlei sowie den anschließenden Berufseinstieg bei Clifford entschieden? Wie war die Wahlstation in Washington? Was gefällt ihm am Wirtschaftsstrafrecht? Wie kam es, dass er die Zeit bis zum Verbesserungsversuch im zweiten Examen mit der Begleitung des Koblenzer Terrorismusverfahrens überbrücken durfte? Antworten auf diese Fragen und viele weitere Einblicke liefert Alexander in einer kurzweiligen Podcastfolge. Viel Spaß!
IMR086: Als deutscher Jurist in Skandinavien | Interview Rechtsanwalt
mit Maximilian Høines Scriba
In der heutigen Folge Eures Jura-Karrierepodcasts kommt Maximilian Høines Scriba zu Wort, der als deutscher Jurist in Norwegen tätig ist. Ob man dafür zwei Examen braucht und wie das Ganze läuft, hört Ihr in dieser Folge. Ferner berichtet Maximilian von seiner tägliche Arbeit und wir gehen auf die Unterschiede zwischen deutscher und norwegischer Kanzleikultur ein. Dabei blicken wir auf einen besonderen Lebensweg und eine bewegte Studienzeit zurück: Bereits im Studium bildete Max sich international fort, war ehrenamtlicher Präsident von ELSA Deutschland, absolvierte ein Auslandssemester in Bergen und schließlich auch eine Referendariatsstation in Oslo. Heute berät er im internationalen Wirtschaftsrecht norwegische sowie deutsche Mandantinnen. Hört rein, wie Maximilian in außergewöhnlicher Weise plötzlich seinen anwaltlichen Eid vor dem deutschen Botschafter leistete und euch schließlich noch den ein oder anderen Tipp für euer Studium gibt. Viel Spaß!
IMR272: Zero to Hero im Patentrecht, Vielseitige technische Erfindungen und Rechtsfragen, Vereinbarkeit von Partnerschaft & Familie
mit Dr. Anna-Katharina Friese-Okoro
Heute bei IMR: Anna-Katharina Friese-Okoro, Partnerin bei Hogan Lovells und Expertin für Patentrecht. Sie erzählt, wie sie inspiriert durch die Erzählungen ihres Onkels zum Jurastudium kam, berichtet über ihre Stationen in Würzburg, Dublin und Hamburg und erklärt, wie sie als Prozessanwältin in die Welt des Patentrechts eingetaucht ist – ohne zu Beginn zu wissen, was ein Patent überhaupt genau ist. Gemeinsam mit Marc beleuchtet sie die Unterschiede zwischen Patent- und Urheberrecht, erklärt den Unterschied zwischen Rechts- sowie Patentanwälten und legt dar, wie Patentstreitigkeiten insbesondere im Bereich von Telekommunikation und standardessentiellen Patenten ablaufen. Was unterscheidet ein Patent vom Urheberrecht? Welche Technologien können geschützt werden, und was bedeutet es, standardessentielle Patente zu lizenzieren? Wie kann der Partner-Track auch in Vereinbarkeit mit dem Familienleben gelingen? Wie kann man Partnerin in Teilzeit sein? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß Eurem Jurapodcasts zu Examensinhalten sowie allen Karrierethemen!
IMR079: Auslandsstudium und Digitalisierung des Rechts | Interview Professorin
mit Prof. Dr. Susanne Gössl
Prof. Dr. Susanne Gössl gibt Einblicke in ihre zahlreichen Auslandsaufenthalte, ihr Studium in Köln und ihre anschließende Promotion. Wir sprechen darüber, warum die Promotionszeit eine der besten Zeiten ihrer Ausbildung war und warum sie sich anschließend sogar ein kleines bisschen zurücksehnte. Zudem geht es um ihre Habilitation und die Entscheidung dazu. Einen weiteren Schwerpunkt unseres Gesprächs bildet die Digitalisierung des Rechts: Was haben Blockchain und Co mit moderner Juristenausbildung zu tun? Inwieweit findet Diskriminierung durch KI statt? Was denkt Ihr? Schreibt uns gerne Eure Meinung an feedback@irgendwasmitrecht.de.
