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Karriere im Vertragsrecht: Gestaltung und Beratung

Karriere im Vertragsrecht: Vertragsgestaltung und -beratung als Kernkompetenz für Juristen in Kanzlei und Unternehmen.

15 Fragen beantwortet
8 Podcast-Episoden
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Karriere im Vertragsrecht: Gestaltung, Beratung und Streitbeilegung

Vertragsrecht ist das Alltagsgeschäft des Zivilrechts. Jede wirtschaftliche Beziehung basiert auf Verträgen – und damit auf juristischer Gestaltungsarbeit. Vom einfachen Kaufvertrag über komplexe Projektverträge bis hin zu internationalen Rahmenvereinbarungen: Vertragsrechtler schaffen die rechtliche Grundlage für Geschäftsbeziehungen und lösen Konflikte, wenn diese scheitern.

Was Vertragsrecht besonders attraktiv macht, ist die Verbindung von Gestaltung und Streitlösung. In der Vertragsgestaltung entwirft man Regelwerke, die Risiken minimieren und Interessen ausbalancieren. In der Litigation verteidigt man diese Regelwerke vor Gericht. Wie Episode 300 zeigt, ist der Litigation-Alltag keineswegs so wie in „Suits“ – aber mindestens genauso spannend, mit Mammutverfahren und strategischen Wendungen.

Tätigkeitsfelder

  • Vertragsgestaltung: Entwurf und Verhandlung von Verträgen aller Art – Kauf-, Werk-, Dienst-, Lizenz- und Kooperationsverträge. Im Baurecht etwa, wie Episode 316 beschreibt, erfordern Bauverträge und Architektenverträge besondere Expertise
  • Vertragsprüfung und Due Diligence: Analyse bestehender Vertragswerke bei Transaktionen, Restrukturierungen und Compliance-Prüfungen. Episode 302 zeigt, wie KI zunehmend zum Kollegen bei der Vertragsanalyse wird
  • Litigation: Prozessführung bei Vertragsverletzungen, Gewährleistungsansprüchen und Schadensersatzforderungen
  • Legal Tech im Vertragsrecht: Episode 310 thematisiert, wie Legal Tech und KI-Tools die Kanzleiarbeit im Vertragsrecht verändern – von automatisierter Vertragsanalyse bis zu intelligenten Vorlagensystemen
  • Familienrecht und Vertragsgestaltung: Auch im Familienrecht spielen Verträge eine zentrale Rolle. Episode 262 behandelt eheliches Güterrecht und Zugewinngemeinschaft – Vertragsgestaltung mit hoher menschlicher Relevanz

Klimaklagen und neue Dimensionen

Das Vertragsrecht entwickelt sich weiter. Episode 301 zeigt eine faszinierende neue Dimension: Klimaklagen und der RWE-Fall mit dem peruanischen Bauern vor dem OLG Hamm verdeutlichen, wie das Zivilrecht zum Instrument für Klimagerechtigkeit werden kann – ein Bereich, der auch vertragsrechtliche Implikationen hat.

Karrierewege

Der Einstieg ins Vertragsrecht erfolgt über Kanzleien, Rechtsabteilungen oder den öffentlichen Dienst. Stiftungsrecht und Arbeitsrecht bieten interessante Schnittmengen, wie Episode 201 zeigt. Die Kombination verschiedener Rechtsgebiete macht Vertragsrechtler besonders vielseitig einsetzbar.

Gehalt

Vertragsrechtler verdienen in Großkanzleien 90.000 bis 140.000 Euro beim Einstieg, in Boutique-Kanzleien und Unternehmen 55.000 bis 85.000 Euro. Mit Spezialisierung und Erfahrung steigen die Vergütungen deutlich – insbesondere in der internationalen Vertragsberatung und Restrukturierung.

Fragen & Antworten

15 Antworten aus Podcast-Episoden

Für die Rechtmäßigkeit genügt ein strafrechtlich-formeller Blick: Es braucht eine Ermächtigungsgrundlage, Zuständigkeit und wesentliche Förmlichkeiten. Eine komplette verwaltungsrechtliche Materiellprüfung erwartet niemand in der Strafrechtsklausur – ein kurzer Hinweis reicht, um bei Korrektoren zu glänzen.

IME036: Vergessene Delikte Teil I, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, falsche Verdächtigung, Strafvereitelung (§§ 113, 114, 145d, 164, 258 StGB)

Aus Episode #345

IME036: Vergessene Delikte Teil I, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, falsche Verdächtigung, Strafvereitelung (§§ 113, 114, 145d, 164, 258 StGB)

mit Prof. Dr. Charlotte Schmitt-Leonardy

Das sagen unsere Experten

Litigation-Alltag ist nicht wie bei Suits – aber mindestens so spannend. Mammutverfahren erfordern strategisches Denken, Ausdauer und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte auf den Punkt zu bringen. Der Wechsel als Associate in eine andere Praxisgruppe kann die Karriere beflügeln.“

Litigation-Anwältin über den Kanzleialltag (aus Episode 300)

„KI als Kollege der Zukunft verändert das Vertragsrecht fundamental. Vertragsanalyse, Klauselprüfung, Risikoidentifikation – vieles lässt sich automatisieren. Aber die strategische Gestaltung und Verhandlung bleibt Menschenwerk.“

„Wirtschaftsinformatik im Nebenstudium hat mir einen enormen Vorteil im Vertragsrecht gegeben. Legal Tech im Beratungsumfeld bedeutet nicht, Juristen zu ersetzen – sondern sie zu befähigen, bessere und schnellere Arbeit zu leisten.“

„Privates Bau- und Architektenrecht erfordert Verträge, die technische und juristische Komplexität vereinen. Den Überblick über Infrastrukturprojekte niemals zu verlieren – das ist die Kunst eines guten Bauvertragsrechtlers.“

Baurechtsanwalt über Vertragsgestaltung in Infrastrukturprojekten (aus Episode 316)

„Klimaklagen zeigen, dass das Zivilrecht zum Instrument für gesellschaftlichen Wandel werden kann. Der RWE-Fall vor dem OLG Hamm ist ein Meilenstein – und hat auch massive vertragsrechtliche Implikationen für die gesamte Industrie.“

Jurist im Bereich Klimarecht und Zivilrecht (aus Episode 301)

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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mit Prof. Dr. Charlotte Schmitt-Leonardy

In dieser Irgendwas mit Examen-Episode spricht Prof. Dr. Charlotte Schmitt-Leonardy über sogenannte vergessene Delikte im Strafrecht, also Vorschriften, die in Vorlesungen, Reps und Klausuren leicht unter den Tisch fallen, obwohl sie häufig an examensrelevante Konstellationen andocken. Ausführlich geht es zunächst um den Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte nach § 113 StGB und den tätlichen Angriff nach § 114 StGB, einschließlich ihrer Funktion als lex specialis zur Nötigung, der Bedeutung der Rechtmäßigkeit der Diensthandlung als objektive Strafbarkeitsvoraussetzung und der Frage, wie weit man in einer Strafrechtsklausur wirklich öffentlich-rechtlich prüfen muss. Anhand eines Fußballfalles rund um einen Platzverweis im Stadion und den Einsatz der Polizei werden typische Klausurkonstellationen, die Rolle von Reformen, Qualifikationen und Irrtümern sowie das Verhältnis zu Delikten wie Hausfriedensbruch, Körperverletzung und Straßenverkehrsdelikten aufgezeigt. Im zweiten Teil wendet sich Charlotte drei weiteren gerne vergessenen Normen zu: dem Vortäuschen einer Straftat nach § 145d StGB, der falschen Verdächtigung nach § 164 StGB und der Strafvereitelung nach § 258 StGB. Sie erläutert, wann eine Anzeige gegen Unbekannt nicht ausreicht, was unter Vortäuschen und Verdächtigen zu verstehen ist, warum § 164 eine objektiv falsche Beschuldigung einer konkret individualisierbaren Person voraussetzt und in welchem Verhältnis § 145d StGB zu § 164 StGB steht. Zudem werden typische Fallgestaltungen mit Brüdern oder Freunden, die den wahren Täter schützen wollen, der Nemo-tenetur-Grundsatz, die Bedeutung von Anfangsverdacht und Zeugenaussagen sowie die Privilegierung der Angehörigenhilfe in § 258 Abs. 6 besprochen. Wie und warum werden Konstellationen zu §§ 113, 114, 145d, 164 und 258 StGB aus Prüfersicht oft mit Klassikern wie Körperverletzung, Diebstahl oder Aussagedelikten kombiniert? Wie findet man in der Klausur diese vergessenen Delikte, wenn sie im Rep kaum vorkamen? Wie weit muss eine verwaltungsrechtliche Prüfung zu polizeilichen Maßnahmen wirklich gehen, um im Examen zu überzeugen, ohne sich zu verzetteln? Welche Rolle spielt das Systemverständnis des Straf- und Strafprozessrechts, etwa beim Zusammenspiel von Selbstschutz, Aussagepflichten, Justizschutz und Ressourcenschonung?  Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR316: Privates Bau- und Architektenrecht, Aufbau eines neuen Teams, Bau-Management, Infrastrukturprojekte, niemals den Überblick verlieren
#316

IMR316: Privates Bau- und Architektenrecht, Aufbau eines neuen Teams, Bau-Management, Infrastrukturprojekte, niemals den Überblick verlieren

mit Cornelia Finster

Marc spricht mit Cornelia Finster, Senior Associate bei Redeker Sellner Dahs in München, über ihren Weg von der ländlichen Heimat ins Jurastudium an der LMU, ihr Orientierungsjahr als wissenschaftliche Mitarbeiterin und die Faszination für das private Bau- und Architektenrecht, das sie seitdem nicht mehr loslässt. Die beiden beleuchten, wie Cornelia nach Stationen in Bonn und München ein ganzes Baurechtsteam an einem neuen Standort mitaufgebaut hat, warum Zeit auf der Baustelle wirklich Geld bedeutet, welche Kettenreaktionen entstehen, wenn der Rohbau stockt, und weshalb gut durchdachte Vertragsklauseln oder Schiedsvereinbarungen oft wichtiger sind als ein langwieriger Prozess. Außerdem erklärt Cornelia, wie sie sich mit YouTube-Videos zu Tunnelbohrern oder Spundwänden technisches Grundwissen aneignet und wie Teamgeist bei komplexen Infrastrukturprojekten den Unterschied macht. Wie vermittelt man zwischen Bauherr, Architekt und Fachplaner, wenn Stillstand droht? Weshalb kann ein kurzer Abstecher in eine andere Kanzlei der Karriere die entscheidende Richtung geben? Und wie gelingt es, Großprojekte von der ersten Skizze bis zur Abnahme juristisch zu begleiten, ohne den Überblick zu verlieren? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR310: Wirtschaftsinformatik im Nebenstudium, Legal Tech im Beratungsumfeld, KI-gestützte Vertragsprüfung
#310

IMR310: Wirtschaftsinformatik im Nebenstudium, Legal Tech im Beratungsumfeld, KI-gestützte Vertragsprüfung

mit Michael Roth

In dieser Folge von IMR begrüßt Marc den Rechtsanwalt Michael Roth von KPMG Law, der nach Stationen im Insolvenzrecht und bei der Santander Consumer Bank heute Unternehmen an der Schnittstelle von Recht, Technologie und Prozessoptimierung berät. Im Gespräch erzählt Michael, wie er von der Verwaltung komplexer Insolvenzverfahren zur Entwicklung eines Litigation‐Tools auf ServiceNow kam, warum er sich nach der Geburt seines ersten Kindes beruflich neu orientierte und welche Rolle Legal Tech bei KPMG Law spielt. Gemeinsam diskutieren sie die Bedeutung von Methodenlehre für KI-gestützte Vertragsprüfung, den Digital Operational Resilience Act (DORA) und die Frage, wie generative KI juristische Arbeitsweisen verändert, ohne das juristische Hochreck zu ersetzen. Welche Kriterien sollten Verträge künftig zwingend erfüllen? Wieso lohnt sich ein Wirtschaftsinformatikstudium für Juristinnen und Juristen? Und was erwartet KPMG Law von Bewerberinnen und Bewerbern, die an Legal Tech mitarbeiten wollen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR302: LL.M. in Washington, KI als Kollege der Zukunft, Restrukturierung international, Projektmanagement
#302

IMR302: LL.M. in Washington, KI als Kollege der Zukunft, Restrukturierung international, Projektmanagement

mit Christian König

In der 302. Episode von Irgendwas mit Recht ist Christian König von EY Law in Frankfurt zu Gast. Im Gespräch mit Marc berichtet König zunächst, wie er den Weg zur Rechtsanwaltschaft und später ins internationale Unternehmensrecht gefunden hat, welchen Einfluss sein LL.M.-Studium in den USA auf seine berufliche Entwicklung hatte und was ihn an internationalen und gesellschaftsrechtlichen Projekten besonders reizt. Im Zentrum der Folge stehen die speziellen Herausforderungen und Abläufe von Restrukturierungs- und Carve-Out-Projekten, bei denen Unternehmen grenzüberschreitend umgebaut und juristisch begleitet werden. Hierbei erläutert Christian anschaulich, wie im Team von EY Law interdisziplinär mit Steuerberatern, Beratern aus dem Consulting und internationalen Kolleginnen und Kollegen zusammengearbeitet wird. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Einsatz künstlicher Intelligenz und digitaler Tools, etwa bei der automatisierten Analyse und Verwaltung von tausenden Vertragsdokumenten. Was macht der Contract Analyzer konkret? Welche Kompetenzen braucht man in so einem interdisziplinären und technischen Umfeld? Wie verändert KI die Rolle junger Juristinnen und Juristen? Und was sollten Bewerberinnen und Bewerber bei EY Law mitbringen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen bekommt Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!