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Karriere im Familienrecht: Mandantenarbeit und Spezialisierung

Karriere im Familienrecht: Scheidung, Unterhalt und Sorgerecht. Was die Arbeit als Familienrechtler besonders macht.

15 Fragen beantwortet
8 Podcast-Episoden
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Karriere im Familienrecht: Mandantenarbeit und Spezialisierung

Das Familienrecht ist eines der mandantenintensivsten Rechtsgebiete überhaupt. Juristen, die sich auf dieses Feld spezialisieren, begleiten Menschen in den emotionalsten Lebensphasen: Scheidung, Sorgerechtsstreitigkeiten, Unterhaltsverfahren und Vermögensauseinandersetzungen. Die Karriere im Familienrecht erfordert neben exzellentem Fachwissen ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Verhandlungsgeschick – denn die Mandanten erwarten nicht nur juristische Lösungen, sondern auch menschliche Begleitung in Krisensituationen.

Berufsbild und Tätigkeitsfelder im Familienrecht

Familienrechtler arbeiten an der Schnittstelle von Zivilrecht, Verfahrensrecht und Sozialrecht. Das Spektrum reicht von der Gestaltung von Eheverträgen über Scheidungsfolgenvereinbarungen bis zur Vertretung in streitigen Sorge- und Umgangsrechtsverfahren. Zunehmend spielen auch internationale Sachverhalte eine Rolle – etwa bei grenzüberschreitenden Sorgerechtskonflikten oder der Anerkennung ausländischer Scheidungen. Wer strittige Verfahren führt, muss sowohl prozessual sicher als auch in Vergleichsverhandlungen überzeugend auftreten, wie Episode 333 eindrücklich verdeutlicht.

Der Weg zur eigenen Kanzlei oder Partnerschaft

Viele Familienrechtler streben nach einigen Berufsjahren die Gründung einer eigenen Kanzlei oder den Aufstieg zur Partnerschaft an. Der Aufbau eines familienrechtlichen Mandantenstamms erfordert Reputation, Weiterempfehlungen und häufig auch öffentliche Sichtbarkeit. Wie der Weg vom Associate zum Managing Partner gelingen kann und welches unternehmerische Mindset dafür notwendig ist, zeigt Episode 353 – dort wird beschrieben, wie kontinuierliches Kanzleiwachstum über 20 Jahre gelingt.

Karrierestufen und Aufstiegsmöglichkeiten

Die Karriereleiter im Familienrecht verläuft über verschiedene Stufen: vom Associate über den assoziierten Partner bis zum Equity Partner. In Episode 347 wird der Unterschied zwischen assoziierter Partnerschaft und Counsel-Position erläutert – eine Differenzierung, die auch für familienrechtliche Kanzleien relevant ist und zeigt, welche strategischen Entscheidungen auf dem Karriereweg anstehen.

Alternative Karrierewege mit familienrechtlichem Hintergrund

Familienrecht qualifiziert nicht nur für die klassische Anwaltschaft. Juristen mit familienrechtlicher Expertise finden auch in der öffentlichen Verwaltung Einsatzmöglichkeiten – etwa bei Jugendämtern, in der Kommunalverwaltung oder bei Familiengerichten. In Episode 328 berichtet ein Jurist über seinen bewussten Weg in die Stadtverwaltung und die Entscheidung gegen die Großkanzlei. Auch in Unternehmen werden familienrechtliche Kenntnisse geschätzt, etwa in der Versicherungswirtschaft, wo Rechtsservice-Abteilungen familien- und erbrechtliche Schadensfälle bearbeiten – wie in Episode 346 dargestellt.

Akademische Qualifikation und Zusatzausbildungen

Eine solide akademische Basis ist für die Karriere im Familienrecht entscheidend. Neben dem Fachanwaltslehrgang Familienrecht bieten zusätzliche Qualifikationen wie ein LL.M., eine Promotion oder eine Mediationsausbildung wertvolle Differenzierungsmerkmale. In Episode 349 wird beschrieben, wie ein deutsch-französisches Doppelstudium und eine Promotion die juristische Ausbildung bereichern können.

  • Fachanwalt für Familienrecht: Spezialisierte Vertretung in Scheidungs-, Sorgerechts- und Unterhaltsverfahren
  • Eigene Kanzlei: Aufbau einer familienrechtlichen Boutique-Kanzlei mit Mandantenfokus
  • Familienrichter: Richterliche Tätigkeit am Familiengericht
  • Mediator: Außergerichtliche Konfliktlösung bei Trennung und Scheidung
  • Öffentlicher Dienst: Jugendamt, Vormundschaftswesen und Kommunalverwaltung

Fragen & Antworten

15 Antworten aus Podcast-Episoden

Ich wollte eine Marke, die unabhängig von einzelnen Partnernamen bleibt. Darum beauftragten wir eine Agentur mit A-Namen, damit wir alphabetisch stets oben erscheinen. „ARQIS“ klang international, löste in keiner Sprache peinliche Assoziationen aus und passt zu unserem Logo – eine Brücke, weil wir Geschäftspartner sowie Deutschland und Japan verbinden. So bleibt die Kanzlei zukunftsfähig, selbst wenn Gründer ausscheiden.

IMR353: Managing Partner & Senior Partner, Ownership und Unternehmermindset, Big Law Boutique, Kanzleiwachstum seit 20 Jahren, Karrierechancen bis Tokio

Aus Episode #353

IMR353: Managing Partner & Senior Partner, Ownership und Unternehmermindset, Big Law Boutique, Kanzleiwachstum seit 20 Jahren, Karrierechancen bis Tokio

mit Dr. Shigeo Yamaguchi

Das sagen unsere Experten

„In strittigen Familienverfahren ist die Prozessrisikoanalyse entscheidend. Man muss dem Mandanten ehrlich sagen können, wo die Chancen und wo die Risiken liegen – und gleichzeitig die Bereitschaft zum Vergleich als Stärke begreifen, nicht als Schwäche.“

Rechtsanwalt für streitige Verfahren und Vergleichsverhandlungen (aus Episode 333)

„Als Managing Partner einer Boutique-Kanzlei muss man Ownership-Denken mitbringen. Kanzleiwachstum über 20 Jahre ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Mandantenorientierung und unternehmerischer Entscheidungen.“

„Der Schritt vom Counsel zum assoziierten Partner ist eine bewusste Karriereentscheidung. Man übernimmt mehr Verantwortung für Mandantenbeziehungen und Umsatz – das ist nicht für jeden der richtige Weg, aber für mich war es der entscheidende.“

Assoziierter Partner in einer Wirtschaftskanzlei (aus Episode 347)

„Die Stadtverwaltung bietet Juristen eine sinnvolle Alternative zur Kanzlei. Man gestaltet Förderrichtlinien, arbeitet an Projekten für die Gemeinschaft und hat dabei eine Planbarkeit, die in der Anwaltschaft selten ist.“

„In der Versicherungswirtschaft bearbeitet man Rechtsfälle aus allen Lebensbereichen – auch familien- und erbrechtliche. Die internationale Streitbeilegung kommt als spannende Dimension dazu, die man in einer klassischen Familienrechtskanzlei selten erlebt.“

Juristin in der Versicherungswirtschaft (aus Episode 346)

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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mit Dr. Shigeo Yamaguchi

In der 353. Episode von IMR sind Dr. Shigeo Yamaguchi und Dr. Friedrich Gebert von ARQIS zu Gast. Shigeo ist Gründungspartner und heute Senior Partner der Kanzlei, Friedrich ist Managing Partner und Leiter der Fokusgruppe Regulatory. Im Gespräch berichten sie von der Entwicklung der Kanzlei seit der Gründung 2006, dem Wachstum von rund 20 auf über 200 Mitarbeitende und dem Anspruch, als Big Law Boutique Exzellenz mit klarem Fokus zu verbinden. Die beiden geben Einblicke in den Aufbau neuer Praxisbereiche, in strategische Entscheidungen innerhalb der Partnerschaft und in die Neuaufstellung der Kanzleiführung mit einem Senior Partner für Strategie und einem Managing Partner für das operative Geschäft. Was bedeutet es konkret, eine Big Law Boutique zu sein? Wie entstehen Fokusgruppen und warum ist unternehmerisches Denken für Anwältinnen und Anwälte zentral? Welche Rolle spielen Ownership und Mindset für den Berufseinstieg? Wie gelingt nachhaltiges Wachstum ohne starre Umsatzvorgaben? Und wie positioniert sich eine Kanzlei zwischen Spezialisierung und Transaktionsstärke? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR349: Deutsch-Französisches Doppelstudium, Promotion als beste Zeit der Ausbildung, IP- und Patentrecht, Ref-Station in Speyer
#349

IMR349: Deutsch-Französisches Doppelstudium, Promotion als beste Zeit der Ausbildung, IP- und Patentrecht, Ref-Station in Speyer

mit Dr. Laura Woll

In der 349. Episode von IMR spricht Marc mit Dr. Laura Woll, Rechtsanwältin bei McDermott Will & Schulte, über ihren juristischen Werdegang und ihre heutige Tätigkeit im IP- und Patentrecht. Ausgangspunkt ist ihr Doppelstudium im deutschen und französischen Recht im Saarland, das ihr früh eine internationale Perspektive eröffnete. Thema sind zudem Unterschiede der juristischen Ausbildung in Frankreich und Deutschland sowie ihre Stationen im Referendariat, unter anderem in Speyer. Laura schildert ihre bewusste Entscheidung für eine Promotion nach dem zweiten Examen und gibt Einblicke in effizientes Arbeiten und Schreiben. Inhaltlich geht es ausführlich um ihre Praxis als IP-Litigatorin mit Schwerpunkt Patentrecht, insbesondere um Verfahren vor dem Einheitlichen Patentgericht. Anhand konkreter Beispiele werden Nichtigkeits- und Verletzungsverfahren erläutert. Ein weiterer Fokus liegt auf standardessentiellen Patenten und den kartellrechtlichen Herausforderungen rund um FRAND-Lizenzen. Welche Rolle spielt das Einheitliche Patentgericht für junge Juristinnen und Juristen? Wie arbeitet man sich in hochkomplexe technische und rechtliche Fragen ein? Und welche Fähigkeiten sind für den Einstieg ins Patentrecht besonders wichtig? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR347: Assoziierte Partner als Vorstufe zum Equity Partner, Unterschied zum Counsel, Internal Investigations, Presserecht und Glaubensgemeinschaften
#347

IMR347: Assoziierte Partner als Vorstufe zum Equity Partner, Unterschied zum Counsel, Internal Investigations, Presserecht und Glaubensgemeinschaften

mit Julian Leucht

In der 347. Episode von IMR spricht Marc mit Hanna Wiedenhaus und Julian Leucht, jeweils Associated Partner bei Esche Schümann Commichau in Hamburg. Beide berichten von ihren persönlichen Wegen ins Jurastudium, ihren Stationen im Referendariat und ihren bewussten Entscheidungen für die Anwaltschaft. Im Mittelpunkt stehen ihre heutigen Tätigkeiten: Hanna gibt Einblicke in das Vertriebs-, Kartell- und Compliance-Recht sowie in die Praxis von Internal Investigations, während Julian das Presserecht, Meinungsfreiheit und die rechtliche Begleitung sensibler Veröffentlichungen erläutert. Gemeinsam diskutieren sie die besondere Rolle multidisziplinärer Kanzleien, den Umgang mit unternehmerischer Verantwortung und die Bedeutung von Grundrechtsabwägungen im anwaltlichen Alltag. Außerdem erklären sie das Karrieremodell des Associated Partners als Zwischenschritt zur Partnerschaft und reflektieren, welche Erwartungen sie an den juristischen Nachwuchs haben. Wie laufen Compliance-Untersuchungen konkret ab? Welche Herausforderungen bringt das Presserecht in sensiblen Fällen mit sich? Wie unterscheidet sich der Associated Partner vom Counsel und Equity Partner in einer Kanzlei? Und was macht eine gute Vorbereitung auf die (Equity) Partnerschaft aus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR346: Jura-Karriere in der Versicherung, Rechtsservice aufbauen, kuriose Fälle und internationale Streitbeilegung
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IMR346: Jura-Karriere in der Versicherung, Rechtsservice aufbauen, kuriose Fälle und internationale Streitbeilegung

mit Kristina Schwarze

In dieser Folge spricht Marc mit der Juristin Kristina Schwarze von der ARAG über ihren Weg in die Inhouse-Tätigkeit, ihre Entwicklung von der Fallbearbeitung im Rechtsservice über die Inhouse-Mediation hin zur heutigen internationalen Managementrolle im Claims Management. Sie erläutert, wie der Rechtsservice als erste emotionale und organisatorische Anlaufstelle für Versicherte funktioniert, warum dort über 300 Juristinnen und Juristen tätig sind und welche Rolle Legal Tech im Kerngeschäft der Rechtsschutzversicherung spielt. Im Mittelpunkt steht zudem die Mediation, zunächst im deutschen Kontext und dann in der internationalen Ausprägung: Wie funktionieren Shuttle- und Videomediation praktisch, wie gelingt grenzüberschreitende Konfliktlösung etwa in familienrechtlichen Konstellationen und welche kulturellen Unterschiede sind tatsächlich relevant. Kristina berichtet außerdem von ihrem Aufbau eines Mediationsangebots in der italienischen Niederlassung, vom Zusammenspiel mit externen Dienstleistern und von einem norwegischen Legal-Tech-Anbieter, der Mediation vollständig digitalisiert abbildet. Abschließend geht es um den Einsatz von KI in der täglichen juristischen Arbeit bei der ARAG, etwa beim effizienteren Umgang mit umfangreichen Falldokumenten, sowie um die Frage, welche Kompetenzen Studierende, Referendarinnen und Referendare heute mitbringen sollten. Wie verändert KI konkret die Arbeit von Inhouse-Juristinnen, Mediatoren und Claims-Managern? Welche Chancen ergeben sich für junge Juristinnen abseits des klassischen Kanzleipfads in einer internationalen Versicherung? Und welche Rolle spielen Sprachkenntnisse, Offenheit für neue Arbeitsformen und der Umgang mit digitalen Tools für die eigene Karriereentwicklung? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß.