Inhaltsüberblick
Mandantenakquise als Anwalt: So baust du eine erfolgreiche Praxis auf
Die Fähigkeit, Mandanten zu gewinnen und langfristig zu binden, ist eine der entscheidenden Kompetenzen für eine erfolgreiche Anwaltskarriere. Ob als Einzelanwalt, in einer Boutique-Kanzlei oder auf dem Weg zur Partnerschaft in einer Großkanzlei — Mandantenakquise bestimmt maßgeblich über beruflichen Erfolg und unternehmerische Unabhängigkeit. Dabei hat sich das Feld in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt: Digitale Kanäle, Content-Marketing und persönliche Markenbildung ergänzen oder ersetzen zunehmend die klassische Empfehlungsakquise. In Episode 347 wird deutlich, wie eng die Karrierestufe des assoziierten Partners mit der Erwartung verknüpft ist, eigene Mandatsbeziehungen aufzubauen.
Empfehlungsmarketing: Das Fundament der Mandantengewinnung
Trotz aller digitalen Möglichkeiten bleibt die persönliche Empfehlung der stärkste Akquisekanal für Anwältinnen und Anwälte. Zufriedene Mandanten, Kolleginnen und Kollegen anderer Fachrichtungen sowie Netzwerkkontakte aus Wirtschaft und Verbänden sind die wertvollsten Multiplikatoren. Der Aufbau eines tragfähigen Empfehlungsnetzwerks beginnt bereits im Studium und setzt sich über Referendariat, LL.M. und die ersten Berufsjahre fort. In Episode 342 wird gezeigt, wie Secondments und internationale Stationen nicht nur die fachliche Expertise erweitern, sondern auch wertvolle Kontakte in Rechtsabteilungen schaffen — potenzielle Mandantinnen und Mandanten von morgen.
Um Empfehlungen systematisch zu fördern, solltest du regelmäßig den Kontakt zu ehemaligen Mandanten und Kooperationspartnern pflegen. Ein kurzes Update, eine Einladung zu einer Veranstaltung oder das Teilen eines relevanten Fachartikels hält die Beziehung lebendig, ohne aufdringlich zu wirken.
Online-Marketing und Content-Strategie für Anwälte
Die digitale Sichtbarkeit ist für Anwältinnen und Anwälte kein optionales Extra mehr, sondern eine Notwendigkeit. LinkedIn-Präsenz, eine professionelle Kanzlei-Website mit SEO-optimierten Inhalten und regelmäßige Fachbeiträge positionieren dich als Experten in deinem Rechtsgebiet. In Episode 335 wird erläutert, wie erfolgreiche Tech-Adoption auch die Außendarstellung und Mandantengewinnung von Kanzleien transformiert — wer digital sichtbar ist, wird gefunden.
Content-Marketing für Anwälte funktioniert besonders gut in Form von Fachartikeln, Podcasts, Webinaren und kurzen Erklärvideos. Der Schlüssel liegt darin, komplexe Rechtsthemen verständlich aufzubereiten und so Vertrauen bei potenziellen Mandanten aufzubauen, bevor überhaupt ein erstes Gespräch stattfindet. Newsletter zu aktuellen Rechtsentwicklungen sind ein weiteres wirksames Instrument, um regelmäßig im Gedächtnis der Zielgruppe zu bleiben.
Networking und Veranstaltungen strategisch nutzen
Branchenevents, Fachkonferenzen und lokale Wirtschaftstreffen bieten ideale Gelegenheiten, um potenzielle Mandanten kennenzulernen. Dabei geht es nicht um aggressive Akquise, sondern um den Aufbau authentischer Beziehungen. In Episode 343 zeigt sich, wie eine Lehrtätigkeit an Hochschulen nicht nur der Wissensvermittlung dient, sondern auch als effektiver Akquisekanal fungieren kann — Studierende und deren Netzwerke werden zu Mandanten der Zukunft.
Vorträge bei Fachveranstaltungen, die Mitarbeit in Berufsverbänden und die aktive Teilnahme an Alumni-Netzwerken sind weitere bewährte Wege. Entscheidend ist Kontinuität: Einmaliges Networking verpufft, während regelmäßiges Engagement langfristig Früchte trägt.
Von der Akquise zur langfristigen Mandantenbindung
Mindestens ebenso wichtig wie die Neukundengewinnung ist die Bindung bestehender Mandanten. Exzellente juristische Arbeit ist die Grundvoraussetzung, doch darüber hinaus zählen Erreichbarkeit, proaktive Kommunikation und ein echtes Verständnis für die wirtschaftlichen Herausforderungen des Mandanten. Wie in Episode 339 diskutiert, verändern neue Pricing-Modelle und Technologien die Erwartungen der Mandanten an ihre Berater — wer hier mitgeht, sichert langfristige Beziehungen. In Episode 334 wird zudem betont, dass Tech-Readiness auch bedeutet, Mandanten innovative Lösungsansätze bieten zu können — ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in der Praxisentwicklung.
Fragen & Antworten
15 Antworten aus Podcast-Episoden
Ich wollte nach dem Abi eigentlich Lehramt studieren – Englisch und Religion. Mir macht es Spaß, Wissen anschaulich zu vermitteln und mit Jugendlichen zu arbeiten. Weil mein NC zu schlecht war, rutschte ich in Jura. Nach ein, zwei Semestern dachte ich: Jetzt bist du schon hier, also zieh es durch.
Aus Episode #351
IMR351: Leistungs- und Notendruck entspannt begegnen, Corona-Ref, Datenrecht, AI Act, strategische Datenschutzklagen
mit Sebastian Mauer
Das sagen unsere Experten
Mandantenakquise beginnt nicht mit dem ersten Pitch, sondern mit dem Ruf, den du dir über Jahre aufbaust. Jeder Vortrag, jeder gut geschriebene Artikel und jedes zufriedene Mandat ist ein Baustein für zukünftige Aufträge.
Die besten Mandantenkontakte entstehen nicht auf Networking-Events, sondern aus echten Arbeitsbeziehungen. Mein Secondment bei einem Mandanten hat mir mehr Folgeaufträge gebracht als jede Akquise-Initiative.
Wer als Anwalt heute nicht digital sichtbar ist, existiert für einen großen Teil der potenziellen Mandanten schlicht nicht. Eine kluge Content-Strategie ist keine Spielerei, sondern eine Investition in die eigene Praxis.
Mandanten erwarten heute transparente Preise und effiziente Prozesse. Kanzleien, die KI und neue Pricing-Modelle nutzen, können nicht nur bessere Arbeit liefern, sondern gewinnen auch das Vertrauen kostensensibler Mandanten.
Als Dozent an der Hochschule habe ich nicht nur Wissen weitergegeben, sondern auch ein Netzwerk aufgebaut, das mir später beruflich enorm geholfen hat. Lehrtätigkeit und Akquise sind näher beieinander, als man denkt.
Über den Autor
Marc Ohrendorf
Gründer, Irgendwas mit RechtMarc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.
Passende Episoden
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IMR351: Leistungs- und Notendruck entspannt begegnen, Corona-Ref, Datenrecht, AI Act, strategische Datenschutzklagen
mit Sebastian Mauer
In der 351. Episode von IMR spricht Marc mit Sebastian Mauer, Rechtsanwalt im Datenrecht bei Graf von Westphalen in Frankfurt. Sebastian schildert seinen eher zufälligen Weg ins Jurastudium, seine entspannte Haltung zu Noten und Leistungsdruck sowie seine Erfahrungen im Corona-Referendariat. Er berichtet über erste Berührungspunkte mit Datenschutz, den bewussten Verzicht auf eine Promotion und den Wechsel von der Großkanzlei in ein Umfeld mit planbareren Arbeitszeiten. Inhaltlich geht es um Datenrecht, Datenschutz, IT-Recht und die praktischen Auswirkungen der DSGVO sowie des AI Acts. Sebastian erklärt, wann Unternehmen unter den AI Act fallen, welche Pflichten auch bei der Nutzung externer KI-Systeme bestehen und warum Schulung und Transparenz zentrale Rollen spielen. Zudem gibt er Einblicke in die Arbeit als externer Datenschutzbeauftragter und schildert typische Konflikte rund um Auskunftsansprüche und strategische Klagen. Wie gelangt man entspannt durch Studium und Referendariat? Was bedeutet der AI Act konkret für Unternehmen? Und wie praxisnah ist die Arbeit im Datenschutz wirklich? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR348: Vielfalt von M&A-Transaktionen, Überraschungen in der Inbox, hybrider LL.M. in Turin, Fähigkeiten als Projektmanager, Jurastudium ohne Vorprägung
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In der 348. Episode von IMR spricht Marc mit Nastasja Bührmann, Rechtsanwältin bei Herbert Smith Freehills Kramer, über ihren Weg in die Großkanzlei und ihre Tätigkeit im Bereich Corporate und M&A. Ausgehend von ersten Berührungspunkten mit dem Anwaltsberuf in der Schulzeit schildert Nastasja ihr Jurastudium in Münster, ihre Schwerpunktwahl im Gesellschaftsrecht und frühe praktische Erfahrungen in Wirtschaftskanzleien. Die Folge beleuchtet, warum sie sich bewusst für die anwaltliche Tätigkeit und gegen Justizberufe entschieden hat und welche Rolle Teamarbeit und Kommunikation dabei spielen. Ausführlich erklärt sie, wie Transaktionen ablaufen, was sich hinter Due Diligence, Signing und Closing verbirgt und warum Corporate und M&A mehr ist als reiner Unternehmenskauf. Zudem berichtet sie über ihren LL.M. nach dem zweiten Staatsexamen in Turin, der sie sehr geprägt hat. Was hat sie dort für ihren weiren Weg mitgenommen? Welche Fähigkeiten sind neben guten Noten entscheidend und für wen eignet sich ein ihrem vergleichbarer Karriereweg? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR347: Assoziierte Partner als Vorstufe zum Equity Partner, Unterschied zum Counsel, Internal Investigations, Presserecht und Glaubensgemeinschaften
mit Julian Leucht
In der 347. Episode von IMR spricht Marc mit Hanna Wiedenhaus und Julian Leucht, jeweils Associated Partner bei Esche Schümann Commichau in Hamburg. Beide berichten von ihren persönlichen Wegen ins Jurastudium, ihren Stationen im Referendariat und ihren bewussten Entscheidungen für die Anwaltschaft. Im Mittelpunkt stehen ihre heutigen Tätigkeiten: Hanna gibt Einblicke in das Vertriebs-, Kartell- und Compliance-Recht sowie in die Praxis von Internal Investigations, während Julian das Presserecht, Meinungsfreiheit und die rechtliche Begleitung sensibler Veröffentlichungen erläutert. Gemeinsam diskutieren sie die besondere Rolle multidisziplinärer Kanzleien, den Umgang mit unternehmerischer Verantwortung und die Bedeutung von Grundrechtsabwägungen im anwaltlichen Alltag. Außerdem erklären sie das Karrieremodell des Associated Partners als Zwischenschritt zur Partnerschaft und reflektieren, welche Erwartungen sie an den juristischen Nachwuchs haben. Wie laufen Compliance-Untersuchungen konkret ab? Welche Herausforderungen bringt das Presserecht in sensiblen Fällen mit sich? Wie unterscheidet sich der Associated Partner vom Counsel und Equity Partner in einer Kanzlei? Und was macht eine gute Vorbereitung auf die (Equity) Partnerschaft aus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR343: Als Dozent an der Hochschule für Finanzen NRW lehren, Unterschied zwischen Sitzungsvertretung und Praxis als Staatsanwalt, KI in der Steuer-Hausarbeit
mit Marc Radon
In dieser 343. Folge spricht Marc mit seinem Namensvetter Marc Radon über einen ungewöhnlichen Karriereweg innerhalb der Justiz und Finanzverwaltung. Er berichtet von den prägenden Erfahrungen in der Sitzungsvertretung und der Erkenntnis, dass ihn die einsame, aktenzentrierte Arbeit in der Staatsanwaltschaft langfristig nicht erfüllt. Anschließend schildert er den Wechsel in eine Kanzlei im Steuerstrafrecht sowie den Eintritt in die Finanzverwaltung. Heute lehrt er an der Hochschule für Finanzen in Nordrhein-Westfalen, erklärt, wie man Dozent wird und welche Chancen eine Fachhochschulprofessur innerhalb der Finanzverwaltung bietet. Was sollte man über die tatsächliche Arbeit in der Staatsanwaltschaft wissen, bevor man sich dafür entscheidet? Welche Möglichkeiten eröffnet die Finanzverwaltung für Juristinnen und Juristen jenseits des klassischen Finanzamtsklischees? Wie plant man einen Weg in die Lehre und perspektivisch eine Professur an einer Fachhochschule für Finanzen? Und wie sinnvoll ist der Einsatz von KI in Studium und Praxis wirklich, wenn man langfristig ein fundiertes juristisches Verständnis aufbauen möchte? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
