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Counsel und Of Counsel: Karrierewege jenseits der Partnerschaft

Counsel und Of Counsel in Kanzleien: Was diese Karrierewege bedeuten und warum sie eine attraktive Alternative zur Partnerschaft sind.

15 Fragen beantwortet
8 Podcast-Episoden
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Counsel und Of Counsel: Karrierewege jenseits der Partnerschaft

Nicht jede erfolgreiche Kanzleikarriere muss in der Partnerschaft enden. Die Positionen Counsel und Of Counsel haben sich als attraktive Alternativen etabliert, die fachliche Exzellenz mit einem anderen Lebensmodell verbinden. Doch was genau verbirgt sich hinter diesen Titeln?

Die Begriffe Counsel und Of Counsel werden häufig synonym verwendet, doch es gibt feine Unterschiede. Counsel bezeichnet in der Regel eine feste Karrierestufe zwischen Senior Associate und Partner — eine Position für erfahrene Anwälte, die hervorragende juristische Arbeit leisten, aber nicht den klassischen Partnerweg einschlagen möchten oder können. Of Counsel hingegen beschreibt häufig eine lockere Anbindung an die Kanzlei — etwa für ehemalige Partner, Wissenschaftler oder Spezialisten, die auf Teilzeitbasis oder projektbezogen arbeiten.

Warum Counsel statt Partner?

Die Entscheidung für eine Counsel-Position kann aus verschiedenen Gründen fallen:

  • Work-Life-Balance: Keine Verpflichtung zu Business Development und Mandantenakquise ermöglicht planbarere Arbeitszeiten
  • Fachliche Tiefe: Konzentration auf die juristische Arbeit statt auf Kanzleimanagement und Personalverantwortung
  • Kein unternehmerisches Risiko: Counsel erhalten ein festes Gehalt ohne Capital Call und Gewinnbeteiligung
  • Flexibilität: In manchen Kanzleien sind Teilzeitmodelle für Counsel leichter umsetzbar als für Partner
  • Karrierewechsel: Counsel kann eine Übergangslösung sein — etwa vor einem Wechsel inhouse oder in die Wissenschaft

In Episode 347 wird der Unterschied zwischen assoziiertem Partner und Counsel detailliert erklärt — und warum beide Karrierewege ihre Berechtigung haben.

Gehalt als Counsel

Das Gehalt eines Counsel liegt typischerweise zwischen dem eines Senior Associate und dem eines Junior Partners. In Großkanzleien bedeutet das ein Jahreseinkommen von 150.000 bis 250.000 Euro — ohne die Gewinnbeteiligung eines Equity Partners, aber auch ohne das damit verbundene unternehmerische Risiko. In mittelständischen Kanzleien liegen die Counsel-Gehälter bei 100.000 bis 180.000 Euro.

Der finanzielle Trade-off ist klar: Counsel verdienen weniger als Equity Partner, dafür aber mehr als Senior Associates — bei oft besserer Lebensqualität. Für viele Anwälte ist das ein lohnender Kompromiss.

Of Counsel: Flexible Anbindung für Spezialisten

Die Of-Counsel-Position eignet sich besonders für erfahrene Juristen, die ihre Expertise einbringen möchten, ohne die Verpflichtungen einer Vollzeit-Partnerschaft zu übernehmen. Typische Of-Counsel-Profile sind:

  • Ehemalige Partner: Die nach einer aktiven Partnerkarriere in eine beratende Rolle wechseln
  • Akademiker: Professoren, die neben ihrer Lehrtatätigkeit die Kanzlei mit wissenschaftlicher Expertise bereichern
  • Spezialisten: Juristen mit einzigartiger Nischenexpertise, die projektbezogen eingesetzt werden
  • Internationale Experten: Anwälte mit Zulassung in anderen Rechtsordnungen

In Episode 350 wird betont, wie wichtig es ist, über klassische Karrierepfade hinauszudenken — eine Entwicklung, die Counsel- und Of-Counsel-Positionen weiter stärken wird.

Zukunft der Counsel-Position

Die Bedeutung der Counsel-Position wächst. Immer mehr Kanzleien erkennen, dass nicht jeder hervorragende Jurist auch ein guter Unternehmer sein muss — und dass die Kanzlei von fachlicher Exzellenz profitiert, auch wenn sie nicht an die Partnerschaft geknüpft ist. In Episode 335 wird diskutiert, wie technologische Veränderungen neue Karrierewege schaffen — und die Counsel-Position könnte dabei noch wichtiger werden.

Für Juristen, die fachliche Tiefe über unternehmerische Verantwortung stellen, bieten Counsel- und Of-Counsel-Positionen einen Karriereweg, der Expertise honoriert und gleichzeitig Raum für ein ausgewogenes Leben lässt.

Fragen & Antworten

15 Antworten aus Podcast-Episoden

Ich wollte eine Marke, die unabhängig von einzelnen Partnernamen bleibt. Darum beauftragten wir eine Agentur mit A-Namen, damit wir alphabetisch stets oben erscheinen. „ARQIS“ klang international, löste in keiner Sprache peinliche Assoziationen aus und passt zu unserem Logo – eine Brücke, weil wir Geschäftspartner sowie Deutschland und Japan verbinden. So bleibt die Kanzlei zukunftsfähig, selbst wenn Gründer ausscheiden.

IMR353: Managing Partner & Senior Partner, Ownership und Unternehmermindset, Big Law Boutique, Kanzleiwachstum seit 20 Jahren, Karrierechancen bis Tokio

Aus Episode #353

IMR353: Managing Partner & Senior Partner, Ownership und Unternehmermindset, Big Law Boutique, Kanzleiwachstum seit 20 Jahren, Karrierechancen bis Tokio

mit Dr. Shigeo Yamaguchi

Das sagen unsere Experten

Die Counsel-Position ist kein Plan B — sie ist eine bewusste Karriereentscheidung, die immer mehr erfahrene Juristen treffen. Stimmen aus der Praxis geben Einblick.

Der Unterschied zwischen assoziiertem Partner und Counsel ist nicht nur finanziell, sondern vor allem kulturell. Als Counsel kann man sich auf das konzentrieren, was man am besten kann — die juristische Arbeit — ohne den Druck der Mandantenakquise.

Klassische Karrierepfade passen nicht mehr für alle. Moderne Kanzleien brauchen flexible Modelle, die unterschiedliche Lebensentwürfe ermöglichen — der Counsel ist dabei ein zentraler Baustein.

COO einer internationalen Wirtschaftskanzlei (aus Episode 350)

Ownership-Mindset bedeutet nicht, dass jeder Partner werden muss. In unserer Kanzlei sind Counsel wertvolle Wissensträger, die das Team stärken und Mandanten auf höchstem Niveau beraten.

Tech-Adoption verändert auch die Karrierewege. Counsel mit technologischer Expertise werden künftig eine Schlüsselrolle spielen — sie verbinden tiefes Fachwissen mit der Fähigkeit, Innovation in die Mandatsarbeit zu integrieren.

Leiterin einer Legal Innovation Einheit (aus Episode 335)

Teamaufbau in der Wirtschaftskanzlei braucht unterschiedliche Profile. Partner bringen Mandate, Counsel bringen Tiefe — zusammen entsteht ein Team, das Mandanten auf jedem Level überzeugt.

Die Botschaft ist klar: Die Counsel-Position hat sich von einer Nischenlösung zu einem vollwertigen Karriereweg entwickelt — und bietet Juristen die Möglichkeit, Exzellenz und Lebensqualität zu verbinden.

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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mit Dr. Shigeo Yamaguchi

In der 353. Episode von IMR sind Dr. Shigeo Yamaguchi und Dr. Friedrich Gebert von ARQIS zu Gast. Shigeo ist Gründungspartner und heute Senior Partner der Kanzlei, Friedrich ist Managing Partner und Leiter der Fokusgruppe Regulatory. Im Gespräch berichten sie von der Entwicklung der Kanzlei seit der Gründung 2006, dem Wachstum von rund 20 auf über 200 Mitarbeitende und dem Anspruch, als Big Law Boutique Exzellenz mit klarem Fokus zu verbinden. Die beiden geben Einblicke in den Aufbau neuer Praxisbereiche, in strategische Entscheidungen innerhalb der Partnerschaft und in die Neuaufstellung der Kanzleiführung mit einem Senior Partner für Strategie und einem Managing Partner für das operative Geschäft. Was bedeutet es konkret, eine Big Law Boutique zu sein? Wie entstehen Fokusgruppen und warum ist unternehmerisches Denken für Anwältinnen und Anwälte zentral? Welche Rolle spielen Ownership und Mindset für den Berufseinstieg? Wie gelingt nachhaltiges Wachstum ohne starre Umsatzvorgaben? Und wie positioniert sich eine Kanzlei zwischen Spezialisierung und Transaktionsstärke? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR350: COO einer int. Wirtschaftskanzlei, wie sich juristische Arbeit verändert, Blick über klassische Karrierepfade hinaus, Konzeption moderner Arbeits- und Büro-Modelle, New Work
#350

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mit Annette Höher-Bäuerle

In der 350. Episode von IMR spricht Marc mit Annette Höher-Bäuerle von A&O Shearman in Frankfurt über ihren ungewöhnlichen Karriereweg zwischen Rechtsabteilung, internationalem M&A und operativer Unternehmensführung. Annette schildert, warum sie sich früh für eine Inhouse-Laufbahn entschied, welche Rolle betriebswirtschaftliches Wissen für Juristinnen und Juristen spielen kann und wie ihre Erfahrungen aus dem Konzernumfeld heute ihre Arbeit als COO einer Großkanzlei prägen. Im Mittelpunkt stehen zudem die Struktur und Funktionsweise einer international integrierten Wirtschaftskanzlei, die Herausforderungen des Kanzlei-Merger zwischen Allen & Overy und Shearman & Sterling sowie die Konzeption moderner Office- und Arbeitsmodelle. Außerdem geht es um den Einsatz von KI im Kanzleialltag, neue Rollenprofile im Rechtsmarkt und die Frage, wie sich juristische Arbeit künftig verändert. Welche Fähigkeiten werden für den juristischen Nachwuchs wichtiger? Wie kann man sich schon im Studium strategisch auf neue Berufsbilder vorbereiten? Und welche Chancen eröffnet der Blick über klassische Karrierepfade hinaus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR348: Vielfalt von M&A-Transaktionen, Überraschungen in der Inbox, hybrider LL.M. in Turin, Fähigkeiten als Projektmanager, Jurastudium ohne Vorprägung
#348

IMR348: Vielfalt von M&A-Transaktionen, Überraschungen in der Inbox, hybrider LL.M. in Turin, Fähigkeiten als Projektmanager, Jurastudium ohne Vorprägung

mit Nastasja Bührmann

In der 348. Episode von IMR spricht Marc mit Nastasja Bührmann, Rechtsanwältin bei Herbert Smith Freehills Kramer, über ihren Weg in die Großkanzlei und ihre Tätigkeit im Bereich Corporate und M&A. Ausgehend von ersten Berührungspunkten mit dem Anwaltsberuf in der Schulzeit schildert Nastasja ihr Jurastudium in Münster, ihre Schwerpunktwahl im Gesellschaftsrecht und frühe praktische Erfahrungen in Wirtschaftskanzleien. Die Folge beleuchtet, warum sie sich bewusst für die anwaltliche Tätigkeit und gegen Justizberufe entschieden hat und welche Rolle Teamarbeit und Kommunikation dabei spielen. Ausführlich erklärt sie, wie Transaktionen ablaufen, was sich hinter Due Diligence, Signing und Closing verbirgt und warum Corporate und M&A mehr ist als reiner Unternehmenskauf. Zudem berichtet sie über ihren LL.M. nach dem zweiten Staatsexamen in Turin, der sie sehr geprägt hat. Was hat sie dort für ihren weiren Weg mitgenommen? Welche Fähigkeiten sind neben guten Noten entscheidend und für wen eignet sich ein ihrem vergleichbarer Karriereweg? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR347: Assoziierte Partner als Vorstufe zum Equity Partner, Unterschied zum Counsel, Internal Investigations, Presserecht und Glaubensgemeinschaften
#347

IMR347: Assoziierte Partner als Vorstufe zum Equity Partner, Unterschied zum Counsel, Internal Investigations, Presserecht und Glaubensgemeinschaften

mit Julian Leucht

In der 347. Episode von IMR spricht Marc mit Hanna Wiedenhaus und Julian Leucht, jeweils Associated Partner bei Esche Schümann Commichau in Hamburg. Beide berichten von ihren persönlichen Wegen ins Jurastudium, ihren Stationen im Referendariat und ihren bewussten Entscheidungen für die Anwaltschaft. Im Mittelpunkt stehen ihre heutigen Tätigkeiten: Hanna gibt Einblicke in das Vertriebs-, Kartell- und Compliance-Recht sowie in die Praxis von Internal Investigations, während Julian das Presserecht, Meinungsfreiheit und die rechtliche Begleitung sensibler Veröffentlichungen erläutert. Gemeinsam diskutieren sie die besondere Rolle multidisziplinärer Kanzleien, den Umgang mit unternehmerischer Verantwortung und die Bedeutung von Grundrechtsabwägungen im anwaltlichen Alltag. Außerdem erklären sie das Karrieremodell des Associated Partners als Zwischenschritt zur Partnerschaft und reflektieren, welche Erwartungen sie an den juristischen Nachwuchs haben. Wie laufen Compliance-Untersuchungen konkret ab? Welche Herausforderungen bringt das Presserecht in sensiblen Fällen mit sich? Wie unterscheidet sich der Associated Partner vom Counsel und Equity Partner in einer Kanzlei? Und was macht eine gute Vorbereitung auf die (Equity) Partnerschaft aus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!