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Kanzleiwechsel: Wann und wie du den Sprung wagst

Kanzleiwechsel richtig planen: Wann ist der richtige Zeitpunkt und wie gelingt der Wechsel in eine andere Kanzlei?

15 Fragen beantwortet
8 Podcast-Episoden
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Kanzleiwechsel: Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist

Ein Kanzleiwechsel gehört zu den weitreichendsten Karriereentscheidungen, die Juristinnen und Juristen in der Anwaltschaft treffen. Ob es um bessere Entwicklungsmöglichkeiten, ein attraktiveres Vergütungsmodell, ein anderes Rechtsgebiet oder schlicht ein kulturell passenderes Umfeld geht — der Wechsel zwischen Kanzleien erfordert strategische Planung und ein gutes Gespür für Timing. In Episode 353 wird deutlich, wie stark Ownership-Denken und unternehmerisches Mindset den langfristigen Karriereverlauf in Kanzleien prägen — und warum ein Wechsel manchmal der Schlüssel zu echtem Wachstum ist.

Die häufigsten Gründe für einen Kanzleiwechsel

Die Motive für einen Wechsel sind so vielfältig wie die Kanzleilandschaft selbst. Häufig spielen fehlende Aufstiegsperspektiven eine Rolle: Wenn der Weg zum Partner oder zur Partnerin verbaut erscheint, schauen sich Associates nach Alternativen um. Ebenso kann eine unpassende Kanzleikultur — etwa mangelnde Wertschätzung, übermäßiger Druck ohne Ausgleich oder fehlende Diversität — den Wunsch nach Veränderung wecken. In Episode 350 zeigt sich, wie sich moderne Arbeits- und Büro-Modelle in Wirtschaftskanzleien verändern und wie wichtig es ist, ein Umfeld zu finden, das zum eigenen Lebensentwurf passt.

Auch inhaltliche Gründe treiben Laterals an: Wer sich in einem Rechtsgebiet spezialisieren möchte, das die aktuelle Kanzlei nicht bedient, findet über einen gezielten Wechsel den passenden Nährboden. Darüber hinaus spielen Vergütung und Bonus-Strukturen eine Rolle. Gerade im Vergleich zwischen mittelständischen Kanzleien und Großkanzleien ergeben sich erhebliche Unterschiede, die einen Wechsel finanziell attraktiv machen können.

Timing und Vorbereitung: Wann wechseln?

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend. Idealerweise solltest du nach mindestens zwei bis drei Jahren Berufserfahrung in einer Kanzlei wechseln, um substanzielle Expertise vorweisen zu können. Ein zu früher Wechsel kann als Sprunghaftigkeit wahrgenommen werden, während ein zu langes Verweilen trotz Unzufriedenheit wertvolle Karrierejahre kostet. Wie in Episode 347 erläutert, kann auch der Karriereschritt vom Associate zum assoziierten Partner als natürlicher Wechselzeitpunkt dienen, wenn die aktuelle Kanzlei diese Position nicht anbietet.

Eine gründliche Vorbereitung umfasst die Aktualisierung des Lebenslaufs, eine klare Vorstellung der eigenen Ziele und das Aufbauen eines Netzwerks, das über die aktuelle Kanzlei hinausreicht. Legal Headhunter können dabei eine wertvolle Rolle spielen, da sie den Markt kennen und diskrete Gespräche ermöglichen.

Lateral Hiring: Besonderheiten beim Seiteneinstieg

Der Lateral-Einstieg unterscheidet sich grundlegend vom Berufseinstieg. Kanzleien suchen bei Laterals nicht nur fachliche Expertise, sondern auch ein bestehendes Netzwerk und idealerweise erste eigene Mandantenkontakte. In Episode 348 wird die Vielfalt der Transaktionspraxis und die Bedeutung von Projektmanagement-Fähigkeiten hervorgehoben — Kompetenzen, die beim lateralen Wechsel besonders gefragt sind.

Die Verhandlung beim Kanzleiwechsel umfasst dabei weit mehr als das Grundgehalt: Boni, Equity-Beteiligungen, Mandantenübernahme-Regelungen, Probezeit-Konditionen und sogar Signing-Boni spielen eine Rolle. Ein professionelles Verhandlungsgespräch, das diese Elemente adressiert, signalisiert Seniorität und Marktkenntnis.

Risiken minimieren, Chancen maximieren

Ein Kanzleiwechsel birgt auch Risiken. Die Eingewöhnungsphase in einer neuen Kanzlei, das Erlernen interner Prozesse und der Aufbau neuer Kollegenbeziehungen brauchen Zeit. Zudem besteht das Risiko, dass die neue Kanzlei in der Realität nicht den Erwartungen entspricht. Um dem vorzubeugen, sollten Laterals die Kanzleikultur und Arbeitsbedingungen im Vorfeld gründlich recherchieren — etwa durch Gespräche mit aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitenden. Der Wechsel von einer Kanzlei in eine Rechtsabteilung, wie in Episode 346 thematisiert, kann ebenfalls eine überlegenswerte Alternative darstellen, die Stabilität und neue Perspektiven vereint.

Fragen & Antworten

15 Antworten aus Podcast-Episoden

Ich wollte eine Marke, die unabhängig von einzelnen Partnernamen bleibt. Darum beauftragten wir eine Agentur mit A-Namen, damit wir alphabetisch stets oben erscheinen. „ARQIS“ klang international, löste in keiner Sprache peinliche Assoziationen aus und passt zu unserem Logo – eine Brücke, weil wir Geschäftspartner sowie Deutschland und Japan verbinden. So bleibt die Kanzlei zukunftsfähig, selbst wenn Gründer ausscheiden.

IMR353: Managing Partner & Senior Partner, Ownership und Unternehmermindset, Big Law Boutique, Kanzleiwachstum seit 20 Jahren, Karrierechancen bis Tokio

Aus Episode #353

IMR353: Managing Partner & Senior Partner, Ownership und Unternehmermindset, Big Law Boutique, Kanzleiwachstum seit 20 Jahren, Karrierechancen bis Tokio

mit Dr. Shigeo Yamaguchi

Das sagen unsere Experten

Wenn du das Gefühl hast, dass du nicht mehr wächst und nur noch verwaltest, ist es Zeit zu gehen. Der richtige Moment ist nicht dann, wenn alles perfekt passt, sondern wenn du spürst, dass dein Potenzial woanders besser aufgehoben ist.

Wir beobachten, dass die juristische Arbeit sich fundamental verändert. Wer in einer Kanzlei feststeckt, die diesen Wandel nicht mitgeht, wird langfristig den Anschluss verlieren. Ein Wechsel kann da der nötige Impuls sein.

COO einer internationalen Wirtschaftskanzlei (aus Episode 350)

Als Lateral musst du nicht nur fachlich überzeugen, sondern auch zeigen, dass du ein Team bereichern kannst. Kanzleien suchen Persönlichkeiten, die kulturell passen und gleichzeitig neue Impulse mitbringen.

Der Schritt zum assoziierten Partner hat mir gezeigt, dass Karrierewege nicht linear verlaufen müssen. Manchmal braucht es den Wechsel in eine andere Struktur, um den eigenen Ambitionen gerecht zu werden.

Associated Partner einer multidisziplinären Kanzlei (aus Episode 347)

Ich rate dazu, den Kanzleiwechsel nicht aus einer Flucht-Motivation heraus zu vollziehen, sondern mit einer klaren Vorstellung davon, was man erreichen will. Notendruck und Leistungsdruck gehören in jeder Kanzlei dazu — entscheidend ist, ob die Rahmenbedingungen stimmen.

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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mit Dr. Shigeo Yamaguchi

In der 353. Episode von IMR sind Dr. Shigeo Yamaguchi und Dr. Friedrich Gebert von ARQIS zu Gast. Shigeo ist Gründungspartner und heute Senior Partner der Kanzlei, Friedrich ist Managing Partner und Leiter der Fokusgruppe Regulatory. Im Gespräch berichten sie von der Entwicklung der Kanzlei seit der Gründung 2006, dem Wachstum von rund 20 auf über 200 Mitarbeitende und dem Anspruch, als Big Law Boutique Exzellenz mit klarem Fokus zu verbinden. Die beiden geben Einblicke in den Aufbau neuer Praxisbereiche, in strategische Entscheidungen innerhalb der Partnerschaft und in die Neuaufstellung der Kanzleiführung mit einem Senior Partner für Strategie und einem Managing Partner für das operative Geschäft. Was bedeutet es konkret, eine Big Law Boutique zu sein? Wie entstehen Fokusgruppen und warum ist unternehmerisches Denken für Anwältinnen und Anwälte zentral? Welche Rolle spielen Ownership und Mindset für den Berufseinstieg? Wie gelingt nachhaltiges Wachstum ohne starre Umsatzvorgaben? Und wie positioniert sich eine Kanzlei zwischen Spezialisierung und Transaktionsstärke? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR352 (x Bucerius CLP): Gute Führung und AI, AI Adoption, Scientist Mindset, kritisches Denken in Zeiten von KI
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mit Prof. Dr. Madeleine Bernhardt

Die 352. IMR-Episode erscheint erneut gemeinsame mit der Bucerius Law School (Center on the Legal Profession / Bucerius Legal Innovation Hub). Zu Gast ist Prof. Dr. Madeleine Bernhardt und wir diskutieren gemeinsam, warum AI nicht nur ein Technologiethema ist, sondern vor allem ein Führungsthema. Es geht um die Frage, wie Kanzleien und Rechtsabteilungen AI sinnvoll implementieren und welche Rolle Emotionen, professionelle Identität und psychologische Sicherheit dabei spielen. Welche Auswirkungen hat es, dass Menschen KI-Systemen Absichten und Emotionen zuschreiben? Wie verändert sich kritisches Denken, wenn Chatbots Entwürfe bestätigen oder scheinbar objektiv Feedback geben? Und wie gelingt AI-Adoption in Partnerschaften mit unterschiedlichen Zukunftsbildern und Machtstrukturen? Anhand konkreter Beispiele aus dem Kanzleialltag erfahrt Ihr, wie Führungskräfte mit offenen Fragen, klaren Guardrails und einem Scientist Mindset Orientierung geben können. Viel Spaß!

IMR351: Leistungs- und Notendruck entspannt begegnen, Corona-Ref, Datenrecht, AI Act, strategische Datenschutzklagen
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mit Sebastian Mauer

In der 351. Episode von IMR spricht Marc mit Sebastian Mauer, Rechtsanwalt im Datenrecht bei Graf von Westphalen in Frankfurt. Sebastian schildert seinen eher zufälligen Weg ins Jurastudium, seine entspannte Haltung zu Noten und Leistungsdruck sowie seine Erfahrungen im Corona-Referendariat. Er berichtet über erste Berührungspunkte mit Datenschutz, den bewussten Verzicht auf eine Promotion und den Wechsel von der Großkanzlei in ein Umfeld mit planbareren Arbeitszeiten. Inhaltlich geht es um Datenrecht, Datenschutz, IT-Recht und die praktischen Auswirkungen der DSGVO sowie des AI Acts. Sebastian erklärt, wann Unternehmen unter den AI Act fallen, welche Pflichten auch bei der Nutzung externer KI-Systeme bestehen und warum Schulung und Transparenz zentrale Rollen spielen. Zudem gibt er Einblicke in die Arbeit als externer Datenschutzbeauftragter und schildert typische Konflikte rund um Auskunftsansprüche und strategische Klagen. Wie gelangt man entspannt durch Studium und Referendariat? Was bedeutet der AI Act konkret für Unternehmen? Und wie praxisnah ist die Arbeit im Datenschutz wirklich? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR350: COO einer int. Wirtschaftskanzlei, wie sich juristische Arbeit verändert, Blick über klassische Karrierepfade hinaus, Konzeption moderner Arbeits- und Büro-Modelle, New Work
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mit Annette Höher-Bäuerle

In der 350. Episode von IMR spricht Marc mit Annette Höher-Bäuerle von A&O Shearman in Frankfurt über ihren ungewöhnlichen Karriereweg zwischen Rechtsabteilung, internationalem M&A und operativer Unternehmensführung. Annette schildert, warum sie sich früh für eine Inhouse-Laufbahn entschied, welche Rolle betriebswirtschaftliches Wissen für Juristinnen und Juristen spielen kann und wie ihre Erfahrungen aus dem Konzernumfeld heute ihre Arbeit als COO einer Großkanzlei prägen. Im Mittelpunkt stehen zudem die Struktur und Funktionsweise einer international integrierten Wirtschaftskanzlei, die Herausforderungen des Kanzlei-Merger zwischen Allen & Overy und Shearman & Sterling sowie die Konzeption moderner Office- und Arbeitsmodelle. Außerdem geht es um den Einsatz von KI im Kanzleialltag, neue Rollenprofile im Rechtsmarkt und die Frage, wie sich juristische Arbeit künftig verändert. Welche Fähigkeiten werden für den juristischen Nachwuchs wichtiger? Wie kann man sich schon im Studium strategisch auf neue Berufsbilder vorbereiten? Und welche Chancen eröffnet der Blick über klassische Karrierepfade hinaus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!