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Lateraleinstieg als Partner: Den richtigen Wechsel planen

Lateral Hire als Partner: Wann und wie der Wechsel in eine andere Kanzlei gelingt. Tipps für Verhandlung und Integration.

15 Fragen beantwortet
8 Podcast-Episoden
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Lateraleinstieg als Partner: Den Kanzleiwechsel strategisch planen

Nicht jeder Partner wächst innerhalb einer Kanzlei auf – der Lateraleinstieg, also der Wechsel als Partner von einer Kanzlei zur anderen, ist ein etablierter und zunehmend verbreiteter Karriereweg. Doch ein solcher Wechsel will sorgfältig geplant sein, denn er birgt sowohl Chancen als auch erhebliche Risiken.

Gründe für einen Lateralwechsel

Partner wechseln die Kanzlei aus unterschiedlichen Motiven. Die häufigsten sind:

  • Bessere Plattform: Eine größere oder internationalere Kanzlei bietet Zugang zu komplexeren Mandaten
  • Höhere Vergütung: Andere Gewinnverteilungsmodelle oder höhere Equity-Beteiligung
  • Kulturelle Passung: Die bisherige Kanzleikultur entspricht nicht mehr den eigenen Werten
  • Strategische Neuausrichtung: Aufbau einer neuen Praxisgruppe oder Standorterweiterung
  • Konflikte: Interne Differenzen über Strategie oder Gewinnverteilung

Der Rechtsmarkt ist derzeit arbeitnehmerfreundlich – das gilt auch für Laterals auf Partnerebene. Kanzleien suchen aktiv nach erfahrenen Partnern mit eigenem Mandantenstamm, wie die Dynamik auf dem juristischen Stellenmarkt zeigt.

Was Kanzleien von Laterals erwarten

Bei der Rekrutierung externer Partner stehen drei Faktoren im Vordergrund:

1. Portables Geschäft: Der wichtigste Faktor ist das Mandatsvolumen, das der Lateral mitbringt. Kanzleien erwarten in der Regel, dass ein neuer Partner innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre einen signifikanten Umsatzbeitrag leistet.

2. Kulturelle Integration: Wie in Episode 350 deutlich wird, verändert sich die Kanzleiarbeit – und damit auch die Anforderungen an die kulturelle Passung von Laterals.

3. Strategischer Mehrwert: Der Lateral sollte Lücken im Leistungsangebot schließen oder neue Märkte öffnen.

Risiken und Fallstricke

Ein Lateralwechsel ist nicht ohne Risiko. Mandantenbeziehungen sind nicht immer portabel – Mandanten können sich gegen einen Wechsel entscheiden, insbesondere wenn institutionelle Beziehungen zur bisherigen Kanzlei bestehen. Zudem können Wettbewerbsklauseln und Übergangsbedingungen den Wechsel erschweren.

Auch die Anpassung an eine neue Kanzleikultur sollte nicht unterschätzt werden. In Episode 347 wird deutlich, wie unterschiedlich Partnerschaftsstrukturen innerhalb des Marktes sind.

Alternative: Karriere jenseits der Kanzlei

Nicht immer muss der Lateralwechsel innerhalb der Kanzleiwelt stattfinden. Episode 346 zeigt, wie eine Karriere in der Versicherungsbranche eine attraktive Alternative sein kann. Auch der Wechsel in eine Rechtsabteilung oder der Aufbau einer eigenen Kanzlei sind Optionen, die Partner in Erwägung ziehen.

Der Leistungs- und Notendruck, der viele Juristen durch Studium und Referendariat begleitet, sollte nicht zum alleinigen Treiber eines Lateralwechsels werden. Wie Episode 351 zeigt, lohnt sich ein reflektierter Umgang mit Karrieredruck – auch und gerade auf Partnerebene.

Fragen & Antworten

15 Antworten aus Podcast-Episoden

Ich wollte eine Marke, die unabhängig von einzelnen Partnernamen bleibt. Darum beauftragten wir eine Agentur mit A-Namen, damit wir alphabetisch stets oben erscheinen. „ARQIS“ klang international, löste in keiner Sprache peinliche Assoziationen aus und passt zu unserem Logo – eine Brücke, weil wir Geschäftspartner sowie Deutschland und Japan verbinden. So bleibt die Kanzlei zukunftsfähig, selbst wenn Gründer ausscheiden.

IMR353: Managing Partner & Senior Partner, Ownership und Unternehmermindset, Big Law Boutique, Kanzleiwachstum seit 20 Jahren, Karrierechancen bis Tokio

Aus Episode #353

IMR353: Managing Partner & Senior Partner, Ownership und Unternehmermindset, Big Law Boutique, Kanzleiwachstum seit 20 Jahren, Karrierechancen bis Tokio

mit Dr. Shigeo Yamaguchi

Das sagen unsere Experten

„Der Blick über klassische Karrierepfade hinaus ist entscheidend. Nicht jeder erfolgreiche Lateral kommt aus einer Großkanzlei – auch Wechsel zwischen unterschiedlichen Kanzleitypen können sehr erfolgreich sein.“

COO einer internationalen Wirtschaftskanzlei (aus Episode 350)

„Die Partnerschaftsmodelle unterscheiden sich enorm zwischen Kanzleien. Wer lateral wechselt, muss genau verstehen, ob er in ein Lockstep-System oder ein leistungsbasiertes Modell einsteigt – das hat massive Auswirkungen.“

Partner mit Erfahrung in Partnerschaftsstrukturen (aus Episode 347)

„Der Aufbau eines Rechtsservice in der Versicherung zeigt: Es gibt faszinierende Karrieren jenseits der Partnerschaft. Manchmal ist der beste Lateralschritt einer aus der Kanzlei heraus.“

„Leistungsdruck darf nicht der alleinige Grund für einen Wechsel sein. Wer dem Druck entspannt begegnen kann und eine klare Vision hat, trifft bessere Karriereentscheidungen.“

„Vielfältige M&A-Transaktionen erfordern Fähigkeiten, die man oft erst bei einem Kanzleiwechsel auf den Prüfstand stellt. Als Lateral muss man zeigen, dass man auch in einem neuen Umfeld sofort liefern kann.“

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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mit Dr. Shigeo Yamaguchi

In der 353. Episode von IMR sind Dr. Shigeo Yamaguchi und Dr. Friedrich Gebert von ARQIS zu Gast. Shigeo ist Gründungspartner und heute Senior Partner der Kanzlei, Friedrich ist Managing Partner und Leiter der Fokusgruppe Regulatory. Im Gespräch berichten sie von der Entwicklung der Kanzlei seit der Gründung 2006, dem Wachstum von rund 20 auf über 200 Mitarbeitende und dem Anspruch, als Big Law Boutique Exzellenz mit klarem Fokus zu verbinden. Die beiden geben Einblicke in den Aufbau neuer Praxisbereiche, in strategische Entscheidungen innerhalb der Partnerschaft und in die Neuaufstellung der Kanzleiführung mit einem Senior Partner für Strategie und einem Managing Partner für das operative Geschäft. Was bedeutet es konkret, eine Big Law Boutique zu sein? Wie entstehen Fokusgruppen und warum ist unternehmerisches Denken für Anwältinnen und Anwälte zentral? Welche Rolle spielen Ownership und Mindset für den Berufseinstieg? Wie gelingt nachhaltiges Wachstum ohne starre Umsatzvorgaben? Und wie positioniert sich eine Kanzlei zwischen Spezialisierung und Transaktionsstärke? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR352 (x Bucerius CLP): Gute Führung und AI, AI Adoption, Scientist Mindset, kritisches Denken in Zeiten von KI
#352

IMR352 (x Bucerius CLP): Gute Führung und AI, AI Adoption, Scientist Mindset, kritisches Denken in Zeiten von KI

mit Prof. Dr. Madeleine Bernhardt

Die 352. IMR-Episode erscheint erneut gemeinsame mit der Bucerius Law School (Center on the Legal Profession / Bucerius Legal Innovation Hub). Zu Gast ist Prof. Dr. Madeleine Bernhardt und wir diskutieren gemeinsam, warum AI nicht nur ein Technologiethema ist, sondern vor allem ein Führungsthema. Es geht um die Frage, wie Kanzleien und Rechtsabteilungen AI sinnvoll implementieren und welche Rolle Emotionen, professionelle Identität und psychologische Sicherheit dabei spielen. Welche Auswirkungen hat es, dass Menschen KI-Systemen Absichten und Emotionen zuschreiben? Wie verändert sich kritisches Denken, wenn Chatbots Entwürfe bestätigen oder scheinbar objektiv Feedback geben? Und wie gelingt AI-Adoption in Partnerschaften mit unterschiedlichen Zukunftsbildern und Machtstrukturen? Anhand konkreter Beispiele aus dem Kanzleialltag erfahrt Ihr, wie Führungskräfte mit offenen Fragen, klaren Guardrails und einem Scientist Mindset Orientierung geben können. Viel Spaß!

IMR351: Leistungs- und Notendruck entspannt begegnen, Corona-Ref, Datenrecht, AI Act, strategische Datenschutzklagen
#351

IMR351: Leistungs- und Notendruck entspannt begegnen, Corona-Ref, Datenrecht, AI Act, strategische Datenschutzklagen

mit Sebastian Mauer

In der 351. Episode von IMR spricht Marc mit Sebastian Mauer, Rechtsanwalt im Datenrecht bei Graf von Westphalen in Frankfurt. Sebastian schildert seinen eher zufälligen Weg ins Jurastudium, seine entspannte Haltung zu Noten und Leistungsdruck sowie seine Erfahrungen im Corona-Referendariat. Er berichtet über erste Berührungspunkte mit Datenschutz, den bewussten Verzicht auf eine Promotion und den Wechsel von der Großkanzlei in ein Umfeld mit planbareren Arbeitszeiten. Inhaltlich geht es um Datenrecht, Datenschutz, IT-Recht und die praktischen Auswirkungen der DSGVO sowie des AI Acts. Sebastian erklärt, wann Unternehmen unter den AI Act fallen, welche Pflichten auch bei der Nutzung externer KI-Systeme bestehen und warum Schulung und Transparenz zentrale Rollen spielen. Zudem gibt er Einblicke in die Arbeit als externer Datenschutzbeauftragter und schildert typische Konflikte rund um Auskunftsansprüche und strategische Klagen. Wie gelangt man entspannt durch Studium und Referendariat? Was bedeutet der AI Act konkret für Unternehmen? Und wie praxisnah ist die Arbeit im Datenschutz wirklich? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR350: COO einer int. Wirtschaftskanzlei, wie sich juristische Arbeit verändert, Blick über klassische Karrierepfade hinaus, Konzeption moderner Arbeits- und Büro-Modelle, New Work
#350

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mit Annette Höher-Bäuerle

In der 350. Episode von IMR spricht Marc mit Annette Höher-Bäuerle von A&O Shearman in Frankfurt über ihren ungewöhnlichen Karriereweg zwischen Rechtsabteilung, internationalem M&A und operativer Unternehmensführung. Annette schildert, warum sie sich früh für eine Inhouse-Laufbahn entschied, welche Rolle betriebswirtschaftliches Wissen für Juristinnen und Juristen spielen kann und wie ihre Erfahrungen aus dem Konzernumfeld heute ihre Arbeit als COO einer Großkanzlei prägen. Im Mittelpunkt stehen zudem die Struktur und Funktionsweise einer international integrierten Wirtschaftskanzlei, die Herausforderungen des Kanzlei-Merger zwischen Allen & Overy und Shearman & Sterling sowie die Konzeption moderner Office- und Arbeitsmodelle. Außerdem geht es um den Einsatz von KI im Kanzleialltag, neue Rollenprofile im Rechtsmarkt und die Frage, wie sich juristische Arbeit künftig verändert. Welche Fähigkeiten werden für den juristischen Nachwuchs wichtiger? Wie kann man sich schon im Studium strategisch auf neue Berufsbilder vorbereiten? Und welche Chancen eröffnet der Blick über klassische Karrierepfade hinaus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!