Inhaltsüberblick
Next Generation Partner: Wie sich die Rolle der Partnerschaft verändert
Die Partnerschaft in Kanzleien befindet sich im Wandel. Digitalisierung, veränderte Mandantenerwartungen, neue Arbeitsmodelle und der Generationenwechsel stellen das traditionelle Partnerschaftsmodell grundlegend in Frage. Die nächste Generation von Partnern wird anders arbeiten, anders führen und anders Wert schaffen als ihre Vorgänger.
Technologie als Game Changer
Die größte Veränderung für die kommende Partnergeneration kommt durch Künstliche Intelligenz und Legal Tech. KI-Tools übernehmen zunehmend Routineaufgaben, die bisher von Associates erledigt wurden – das verändert die gesamte Kanzleistruktur und damit auch die Rolle des Partners.
In Episode 352 wird analysiert, wie gute Führung und AI Adoption zusammenhängen. Die nächste Partnergeneration muss nicht nur juristische Exzellenz mitbringen, sondern auch ein Scientist Mindset – die Fähigkeit, KI-Ergebnisse kritisch einzuordnen und technologische Veränderungen aktiv zu gestalten.
Neue Karrierepfade jenseits des klassischen Tracks
Der lineare Weg Associate – Senior Associate – Counsel – Partner wird zunehmend durch nicht-lineare Karrierepfade ergänzt. In Episode 350 beschreibt ein COO, wie sich der Blick über klassische Karrierepfade hinaus lohnt – auch und gerade für künftige Partner.
- Hybride Karrieren: Wechsel zwischen Kanzlei, Inhouse und Beratung werden normal
- Spezialisierung auf Nischen: Tiefe Expertise in emerging areas wie AI Law, Datenrecht oder ESG
- Internationale Profile: Hybride LL.M.-Programme und Auslandsaufenthalte als Standard
- Technologiekompetenz: Digital Fluency als Grundvoraussetzung für die Partnerschaft
Veränderte Mandantenerwartungen
Mandanten erwarten von der nächsten Partnergeneration mehr als juristische Beratung. Sie suchen strategische Partner, die Technologie verstehen und Effizienz bieten. Die Vielfalt moderner M&A-Transaktionen, wie in Episode 348 beschrieben, erfordert Projektmanagement-Fähigkeiten, die weit über das Juristische hinausgehen.
Work-Life-Balance als Grundvoraussetzung
Die nächste Generation akzeptiert nicht mehr, dass Partnerschaft automatisch Burnout-Risiko bedeutet. Flexible Arbeitsmodelle, Teilzeitoptionen und Remote-Arbeit werden zum Standard – auch auf Partnerebene. In Episode 351 wird deutlich, wie ein entspannter Umgang mit Leistungsdruck zu besseren Ergebnissen führt.
Der Assoziierte Partner als Brückenmodell
Viele Kanzleien reagieren auf den Wandel mit differenzierteren Partnerschaftsstufen. Die Rolle des Assoziierten Partners, wie in Episode 347 beschrieben, bietet einen sanfteren Übergang in die volle Partnerschaft und ermöglicht es der nächsten Generation, schrittweise in die unternehmerische Verantwortung hineinzuwachsen.
Die Next Generation Partner wird die Kanzleiwelt nachhaltiger, diverser und technologieaffiner gestalten. Wer heute am Anfang seiner Karriere steht, tritt in eine Partnerschaft ein, die sich von der seiner Vorgänger fundamental unterscheiden wird – und das ist eine Chance.
Fragen & Antworten
15 Antworten aus Podcast-Episoden
Ich wollte eine Marke, die unabhängig von einzelnen Partnernamen bleibt. Darum beauftragten wir eine Agentur mit A-Namen, damit wir alphabetisch stets oben erscheinen. „ARQIS“ klang international, löste in keiner Sprache peinliche Assoziationen aus und passt zu unserem Logo – eine Brücke, weil wir Geschäftspartner sowie Deutschland und Japan verbinden. So bleibt die Kanzlei zukunftsfähig, selbst wenn Gründer ausscheiden.
Aus Episode #353
IMR353: Managing Partner & Senior Partner, Ownership und Unternehmermindset, Big Law Boutique, Kanzleiwachstum seit 20 Jahren, Karrierechancen bis Tokio
mit Dr. Shigeo Yamaguchi
Das sagen unsere Experten
„Gute Führung und AI Adoption gehören zusammen. Die nächste Partnergeneration muss ein Scientist Mindset entwickeln – kritisches Denken in Zeiten von KI ist keine Option, sondern Pflicht.“
„Die juristische Arbeit verändert sich fundamental. Künftige Partner müssen über klassische Karrierepfade hinausdenken und bereit sein, neue Arbeitsmodelle nicht nur zu akzeptieren, sondern aktiv zu gestalten.“
„Der Managing Partner der Zukunft braucht Ownership-Denken und die Fähigkeit, eine Kanzlei als Plattform zu verstehen. Wachstum seit 20 Jahren zeigt: Wer sich anpasst, überlebt nicht nur – er floriert.“
„Als Projektmanager in M&A-Transaktionen lernt man Fähigkeiten, die für die nächste Generation Partner unverzichtbar sind: Koordination unter Druck, internationale Zusammenarbeit und den Umgang mit Überraschungen.“
„Die Vorstufe des Assoziierten Partners ist für die nächste Generation besonders wertvoll. Sie ermöglicht einen schrittweisen Einstieg in die unternehmerische Verantwortung – das passt zum Wunsch nach bewussteren Karriereentscheidungen.“
Über den Autor
Marc Ohrendorf
Gründer, Irgendwas mit RechtMarc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.
Passende Episoden
8 relevante Podcast-Folgen
IMR353: Managing Partner & Senior Partner, Ownership und Unternehmermindset, Big Law Boutique, Kanzleiwachstum seit 20 Jahren, Karrierechancen bis Tokio
mit Dr. Shigeo Yamaguchi
In der 353. Episode von IMR sind Dr. Shigeo Yamaguchi und Dr. Friedrich Gebert von ARQIS zu Gast. Shigeo ist Gründungspartner und heute Senior Partner der Kanzlei, Friedrich ist Managing Partner und Leiter der Fokusgruppe Regulatory. Im Gespräch berichten sie von der Entwicklung der Kanzlei seit der Gründung 2006, dem Wachstum von rund 20 auf über 200 Mitarbeitende und dem Anspruch, als Big Law Boutique Exzellenz mit klarem Fokus zu verbinden. Die beiden geben Einblicke in den Aufbau neuer Praxisbereiche, in strategische Entscheidungen innerhalb der Partnerschaft und in die Neuaufstellung der Kanzleiführung mit einem Senior Partner für Strategie und einem Managing Partner für das operative Geschäft. Was bedeutet es konkret, eine Big Law Boutique zu sein? Wie entstehen Fokusgruppen und warum ist unternehmerisches Denken für Anwältinnen und Anwälte zentral? Welche Rolle spielen Ownership und Mindset für den Berufseinstieg? Wie gelingt nachhaltiges Wachstum ohne starre Umsatzvorgaben? Und wie positioniert sich eine Kanzlei zwischen Spezialisierung und Transaktionsstärke? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR352 (x Bucerius CLP): Gute Führung und AI, AI Adoption, Scientist Mindset, kritisches Denken in Zeiten von KI
mit Prof. Dr. Madeleine Bernhardt
Die 352. IMR-Episode erscheint erneut gemeinsame mit der Bucerius Law School (Center on the Legal Profession / Bucerius Legal Innovation Hub). Zu Gast ist Prof. Dr. Madeleine Bernhardt und wir diskutieren gemeinsam, warum AI nicht nur ein Technologiethema ist, sondern vor allem ein Führungsthema. Es geht um die Frage, wie Kanzleien und Rechtsabteilungen AI sinnvoll implementieren und welche Rolle Emotionen, professionelle Identität und psychologische Sicherheit dabei spielen. Welche Auswirkungen hat es, dass Menschen KI-Systemen Absichten und Emotionen zuschreiben? Wie verändert sich kritisches Denken, wenn Chatbots Entwürfe bestätigen oder scheinbar objektiv Feedback geben? Und wie gelingt AI-Adoption in Partnerschaften mit unterschiedlichen Zukunftsbildern und Machtstrukturen? Anhand konkreter Beispiele aus dem Kanzleialltag erfahrt Ihr, wie Führungskräfte mit offenen Fragen, klaren Guardrails und einem Scientist Mindset Orientierung geben können. Viel Spaß!
IMR351: Leistungs- und Notendruck entspannt begegnen, Corona-Ref, Datenrecht, AI Act, strategische Datenschutzklagen
mit Sebastian Mauer
In der 351. Episode von IMR spricht Marc mit Sebastian Mauer, Rechtsanwalt im Datenrecht bei Graf von Westphalen in Frankfurt. Sebastian schildert seinen eher zufälligen Weg ins Jurastudium, seine entspannte Haltung zu Noten und Leistungsdruck sowie seine Erfahrungen im Corona-Referendariat. Er berichtet über erste Berührungspunkte mit Datenschutz, den bewussten Verzicht auf eine Promotion und den Wechsel von der Großkanzlei in ein Umfeld mit planbareren Arbeitszeiten. Inhaltlich geht es um Datenrecht, Datenschutz, IT-Recht und die praktischen Auswirkungen der DSGVO sowie des AI Acts. Sebastian erklärt, wann Unternehmen unter den AI Act fallen, welche Pflichten auch bei der Nutzung externer KI-Systeme bestehen und warum Schulung und Transparenz zentrale Rollen spielen. Zudem gibt er Einblicke in die Arbeit als externer Datenschutzbeauftragter und schildert typische Konflikte rund um Auskunftsansprüche und strategische Klagen. Wie gelangt man entspannt durch Studium und Referendariat? Was bedeutet der AI Act konkret für Unternehmen? Und wie praxisnah ist die Arbeit im Datenschutz wirklich? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR350: COO einer int. Wirtschaftskanzlei, wie sich juristische Arbeit verändert, Blick über klassische Karrierepfade hinaus, Konzeption moderner Arbeits- und Büro-Modelle, New Work
mit Annette Höher-Bäuerle
In der 350. Episode von IMR spricht Marc mit Annette Höher-Bäuerle von A&O Shearman in Frankfurt über ihren ungewöhnlichen Karriereweg zwischen Rechtsabteilung, internationalem M&A und operativer Unternehmensführung. Annette schildert, warum sie sich früh für eine Inhouse-Laufbahn entschied, welche Rolle betriebswirtschaftliches Wissen für Juristinnen und Juristen spielen kann und wie ihre Erfahrungen aus dem Konzernumfeld heute ihre Arbeit als COO einer Großkanzlei prägen. Im Mittelpunkt stehen zudem die Struktur und Funktionsweise einer international integrierten Wirtschaftskanzlei, die Herausforderungen des Kanzlei-Merger zwischen Allen & Overy und Shearman & Sterling sowie die Konzeption moderner Office- und Arbeitsmodelle. Außerdem geht es um den Einsatz von KI im Kanzleialltag, neue Rollenprofile im Rechtsmarkt und die Frage, wie sich juristische Arbeit künftig verändert. Welche Fähigkeiten werden für den juristischen Nachwuchs wichtiger? Wie kann man sich schon im Studium strategisch auf neue Berufsbilder vorbereiten? Und welche Chancen eröffnet der Blick über klassische Karrierepfade hinaus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
