Inhaltsüberblick
Datenschutzbeauftragter als Jurist: DSGVO-Expertise als Karrierevorteil
Der Datenschutzbeauftragte (DSB) ist eine der Schlüsselrollen in der modernen Unternehmenscompliance. Seit Inkrafttreten der DSGVO im Jahr 2018 hat die Nachfrage nach qualifizierten Datenschutzjuristen massiv zugenommen. Für Juristinnen und Juristen, die sich für die Schnittstelle von Recht und Technologie interessieren, bietet diese Spezialisierung hervorragende Karriereperspektiven – ob als interner Datenschutzbeauftragter, externer Berater oder in einer Aufsichtsbehörde.
Die Rolle des Datenschutzbeauftragten
Der Datenschutzbeauftragte überwacht die Einhaltung der DSGVO und anderer Datenschutzvorschriften im Unternehmen. Zu seinen Kernaufgaben gehören:
- Beratung der Geschäftsführung: Bewertung datenschutzrechtlicher Risiken bei neuen Produkten, Prozessen und Technologien
- Datenschutz-Folgenabschätzungen: Durchführung von DPIAs bei riskanten Verarbeitungstätigkeiten
- Schulungen: Sensibilisierung der Mitarbeitenden für Datenschutzthemen
- Vorfallmanagement: Koordination bei Data Breaches und Meldung an Aufsichtsbehörden
- Verarbeitungsverzeichnis: Pflege und Aktualisierung der Dokumentation aller Datenverarbeitungen
Wie praxisrelevant Data Breaches sind, zeigt Episode 184 – von der Erkennung über die rechtliche Bewertung bis hin zur Kommunikation mit Betroffenen und Behörden.
DSGVO und Business: Datenschutz mit Geschäftssinn
Ein häufiges Vorurteil ist, dass Datenschutz ein Business-Blocker sei. In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall: Gute Datenschutzberatung ermöglicht Innovation, indem sie rechtssichere Wege für datengetriebene Geschäftsmodelle aufzeigt. Episode 219 demonstriert eindrücklich, wie Datenschutz mit Business-Sinn funktioniert – etwa bei der Beratung von Werbeagenturen und der DSGVO-konformen Gestaltung von Marketingprozessen.
KI und Datenschutz: Das Zukunftsfeld
Mit dem AI Act und der zunehmenden Verbreitung künstlicher Intelligenz steht der Datenschutz vor neuen Herausforderungen. Datenschutzbeauftragte müssen verstehen, wie KI-Systeme Daten verarbeiten, welche Risiken dabei entstehen und wie die regulatorischen Anforderungen erfüllt werden können.
Episode 351 behandelt den AI Act, strategische Datenschutzklagen und die neuesten Entwicklungen im Datenrecht – Themen, die für jeden Datenschutzbeauftragten zum Pflichtprogramm gehören.
Auch die Frage, wie KI-Tools aus arbeitsrechtlicher Sicht eingeführt werden, berührt den Datenschutz unmittelbar. Episode 306 beleuchtet diese Schnittstelle zwischen Arbeitsrecht, Datenschutz und Technologie.
Agiles Arbeiten und IT-Recht
Datenschutzbeauftragte arbeiten häufig eng mit IT-Abteilungen und Entwicklungsteams zusammen. Agile Arbeitsmethoden und ein Grundverständnis für Softwareentwicklung werden dabei zu wichtigen Zusatzqualifikationen. Episode 108 zeigt, wie Jura und agiles Arbeiten im IT- und Datenschutzrecht zusammenfinden.
KI in der Rechtsabteilung
Die Digitalisierung betrifft nicht nur die Themen des Datenschutzbeauftragten, sondern auch seine eigenen Arbeitsmethoden. KI-gestützte Tools für Compliance-Monitoring, automatisierte Datenschutz-Folgenabschätzungen und intelligente Dokumentenanalyse verändern den Arbeitsalltag. Episode 320 gibt Einblicke, wie KI in der Rechtsabteilung eingesetzt wird – mit direkter Relevanz für die Datenschutzpraxis.
Recht und digitale Gesellschaft
Datenschutz ist Teil einer größeren Debatte über Recht in der digitalen Gesellschaft. Kryptowährungen, NFTs und Web3 werfen neue datenschutzrechtliche Fragen auf, die weit über die klassische DSGVO-Anwendung hinausgehen. Episode 131 behandelt diese Zukunftsthemen und zeigt, warum Datenschutzbeauftragte den technologischen Wandel genau im Blick behalten müssen.
Fragen & Antworten
15 Antworten aus Podcast-Episoden
Ich wollte nach dem Abi eigentlich Lehramt studieren – Englisch und Religion. Mir macht es Spaß, Wissen anschaulich zu vermitteln und mit Jugendlichen zu arbeiten. Weil mein NC zu schlecht war, rutschte ich in Jura. Nach ein, zwei Semestern dachte ich: Jetzt bist du schon hier, also zieh es durch.
Aus Episode #351
IMR351: Leistungs- und Notendruck entspannt begegnen, Corona-Ref, Datenrecht, AI Act, strategische Datenschutzklagen
mit Sebastian Mauer
Das sagen unsere Experten
„Data Breaches sind der Ernstfall, auf den sich jeder Datenschutzbeauftragte vorbereiten muss. Von der technischen Analyse über die rechtliche Bewertung bis zur Meldung an die Aufsichtsbehörde – in diesen Momenten zeigt sich, wie gut das Datenschutz-Managementsystem wirklich funktioniert. KI und neue Technologien machen diese Herausforderung nicht einfacher, sondern komplexer.“
„Datenschutz mit Business-Sinn bedeutet, nicht einfach nur Nein zu sagen. Es geht darum, rechtskonforme Wege zu finden, die dem Unternehmen ermöglichen, datengetriebene Geschäftsmodelle umzusetzen. DSGVO in der Praxis ist kein Blocker, sondern ein Qualitätsmerkmal – wenn der Datenschutzbeauftragte sein Handwerk versteht.“
„Der AI Act wird die Arbeit von Datenschutzbeauftragten fundamental verändern. Strategische Datenschutzklagen und die Regulierung von KI-Systemen schaffen völlig neue Anforderungen. Wer sich als Datenschutzjurist nicht mit KI beschäftigt, wird in wenigen Jahren den Anschluss verloren haben.“
„Agiles Arbeiten im IT- und Datenschutzrecht verändert die Art, wie Juristen mit Entwicklungsteams zusammenarbeiten. Als Datenschutzbeauftragter musst du die Sprache der Technik sprechen und in cross-funktionalen Teams agieren. Das klassische Bild des Juristen, der allein in seinem Büro Gutachten schreibt, hat mit der Realität nichts mehr zu tun.“
„Recht und digitale Gesellschaft gehören untrennbar zusammen. Kryptowährungen, NFTs und Web3 werfen datenschutzrechtliche Fragen auf, die wir vor wenigen Jahren noch nicht kannten. Als Datenschutzbeauftragter musst du den technologischen Wandel nicht nur beobachten, sondern aktiv mitgestalten – sonst wirst du von der Entwicklung überholt.“
Über den Autor
Marc Ohrendorf
Gründer, Irgendwas mit RechtMarc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.
Passende Episoden
8 relevante Podcast-Folgen
IMR351: Leistungs- und Notendruck entspannt begegnen, Corona-Ref, Datenrecht, AI Act, strategische Datenschutzklagen
mit Sebastian Mauer
In der 351. Episode von IMR spricht Marc mit Sebastian Mauer, Rechtsanwalt im Datenrecht bei Graf von Westphalen in Frankfurt. Sebastian schildert seinen eher zufälligen Weg ins Jurastudium, seine entspannte Haltung zu Noten und Leistungsdruck sowie seine Erfahrungen im Corona-Referendariat. Er berichtet über erste Berührungspunkte mit Datenschutz, den bewussten Verzicht auf eine Promotion und den Wechsel von der Großkanzlei in ein Umfeld mit planbareren Arbeitszeiten. Inhaltlich geht es um Datenrecht, Datenschutz, IT-Recht und die praktischen Auswirkungen der DSGVO sowie des AI Acts. Sebastian erklärt, wann Unternehmen unter den AI Act fallen, welche Pflichten auch bei der Nutzung externer KI-Systeme bestehen und warum Schulung und Transparenz zentrale Rollen spielen. Zudem gibt er Einblicke in die Arbeit als externer Datenschutzbeauftragter und schildert typische Konflikte rund um Auskunftsansprüche und strategische Klagen. Wie gelangt man entspannt durch Studium und Referendariat? Was bedeutet der AI Act konkret für Unternehmen? Und wie praxisnah ist die Arbeit im Datenschutz wirklich? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR320: Rechtsabteilungsleiter bei Microsoft, KI in der Rechtsabteilung, KI im Rechtsmarkt, Copilot, Legal Agents, Legal AI
mit Dr. Michael Dorner
Die 320. Episode von Irgendwas mit Recht widmet sich der Karriere von Dr. Michael Dorner, Head of Legal bei Microsoft Deutschland. Er schildert den Weg vom Max-Planck-Institut über acht Kanzleijahre bis zur Leitung einer großen Inhouseabteilung. Dabei erklärt er, worin sich externe Beratung und interne Rechtssteuerung hinsichtlich Verantwortung, Prozessnähe und Wertschöpfung unterscheiden. Wir beleuchten milliardenschwere Verträge mit DAX-Konzernen, Datenschutzfragen sowie den wachsenden Einfluss europäischer KI-Regulierung. Michael beschreibt Microsofts Responsible AI Principles und erläutert, wie Copilot bereits juristische Beratung, Transaktionen und Behördendialoge unterstützt. Welche Rolle spielt Datenhygiene für leistungsfähige Agenten und warum bleibt menschliches Nachdenken unverzichtbar trotz exponentieller Technik? Welche Kompetenzen sollten Studierende jetzt aufbauen um künftig an der Schnittstelle Recht und Technologie zu überzeugen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR306: Einführung von KI-Tools aus arbeitsrechtlicher Sicht, Business Development als Anwältin, Promotion neben dem Job
mit Dr. Inka Knappertsbusch
Marc spricht mit Dr. Inka Knappertsbusch von CMS Hasche Sigle in Köln darüber, wie sie bereits als Schülerin den Entschluss fasste, Juristin zu werden, warum sie nach Stationen in Konstanz und Bonn sowie einem Referendariat im OLG-Bezirk Düsseldorf zielstrebig den Weg ins Arbeitsrecht einschlug und welche Parallelen sie dabei zum Auftreten einer Staatsanwältin sieht. Die Folge beleuchtet, wie Inka neben dem Kanzleialltag in nur anderthalb Jahren zum Datenschutz promovierte, welche Rolle ein London-Secondment dabei spielte und weshalb sie früh auf das Thema KI im Arbeitsverhältnis setzte. Konkrete Einblicke liefert ihr Praxisbeispiel zum Microsoft Copilot, in dem sie erklärt, welche Mitbestimmungsrechte der Betriebsrat hat, wie eine Betriebsvereinbarung aufgebaut sein muss und warum ohne klare Regelung zu Leistungs- und Verhaltenskontrolle schnell eine Einigungsstelle droht. Daneben geht es um die Herausforderungen bei Speicherdauern von Bewerbungsdaten, Grenzen von Einwilligungen, die Pflicht zur KI-Kompetenzschulung nach AI-Act und ihr Business-Development-Konzept, das ihr über 70 Vorträge und zahlreiche Publikationen pro Jahr beschert. Wie schafft man es, Chancen wie implantierte NFC-Mikrochips für die eigene Expertise zu nutzen? Welche Fähigkeiten sucht ein arbeitsrechtliches Team bei wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Referendarinnen wirklich? Und weshalb kann ein mutiger Schritt in ein Nischenthema zum Karrierebeschleuniger werden? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR219: Beratung von Werbeagenturen, Datenschutz mit Business-Sinn, DSGVO in der Praxis
mit Dr. Dennis Voigt
Nicht nur für Datenschützer, sondern für alle, die im weitesten Sinne mit Daten arbeiten, spannend: In dieser Folge ist der Datenschutzexperte Dr. Dennis Voigt zu Gast, der schon seit vielen Jahren Werbeagenturen im Dialogmarketing sowie weitere Unternehmen im Datenschutz berät. Ihn zeichnet insbesondere sein Sinn für businessnahe Lösungen aus, der im Rahmen des Möglichen rechtssichere Lösungen ermöglicht. Wie kann in Zeiten der DSGVO dennoch erfolgreiches Dialogmarketing gelingen? Wie sah sein Start in das Datenschutzrecht aus und welche Rolle spielten Werbeagenturen in diesem Zusammenhang? Inwieweit hängen Datenschutz und Datensicherheit zusammen? Wie agieren die Aufsichtsbehörden? Inwieweit hat sich ihr Selbstverständnis seit Inkrafttreten der DSGVO gewandelt? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es in dieser Folge eures Jurapodcasts. Viel Spaß!
