Inhaltsüberblick
- Banking & Finance: Vom Referendariat zur Spezialisierung
- Börsengänge und Kapitalmarkttransaktionen
- Karriere als Syndikusanwalt im Bankwesen
- Der Weg zur Partnerschaft in einer Großkanzlei
- Internationale Qualifikation und LL.M.
- Antworten auf 15 Fragen aus der Praxis
- Konkrete Tipps unserer Experten aus dem Podcast
Bank- und Kapitalmarktrecht: Karriere in der Finanzbranche
Das Bank- und Kapitalmarktrecht gehört zu den intellektuell anspruchsvollsten und finanziell attraktivsten Rechtsgebieten für Juristen. Wer sich für eine Karriere in diesem Bereich entscheidet, beratet bei Finanzierungstransaktionen, Börsengängen, Kapitalmarktemissionen und regulatorischen Fragestellungen. Die Mandanten sind Banken, Fondsgesellschaften, Fintech-Unternehmen und börsennotierte Konzerne – die Materie ist komplex, international und ständig im Wandel.
Banking & Finance: Vom Referendariat zur Spezialisierung
Der Einstieg ins Bank- und Kapitalmarktrecht erfolgt häufig über Referendariatsstationen bei spezialisierten Kanzleien oder in Rechtsabteilungen von Banken. Wer sich im Referendariat verschiedene Rechtsgebiete anschaut und dann bewusst für Banking & Finance oder Finanzaufsichtsrecht entscheidet, legt den Grundstein für eine hochspezialisierte Karriere. In Episode 258 wird beschrieben, wie man die Kanzlei im Referendariat kennenlernt und welche Rolle das Ausprobieren verschiedener Rechtsgebiete bei der Spezialisierungsentscheidung spielt.
Börsengänge und Kapitalmarkttransaktionen
Zu den spannendsten Aufgaben im Kapitalmarktrecht zählt die Begleitung von Börsengängen. Juristen koordinieren Wertpapierprospekte, stimmen sich mit der BaFin ab und beraten Emittenten bei der Einhaltung kapitalmarktrechtlicher Pflichten. Wie aufregend es sein kann, ein großes Unternehmen an die Börse zu bringen und die Glocke der Frankfurter Börse zu läuten, schildert Episode 342 – dort berichtet eine Juristin über den Wechsel von der Kanzlei in die Rechtsabteilung, Secondments und einen LL.M. in London.
Karriere als Syndikusanwalt im Bankwesen
Neben der Kanzleikarriere bietet das Bankrecht attraktive Inhouse-Positionen. Als Syndikusanwalt in einer Bank oder Finanzinstitution bearbeitet man regulatorische Anfragen, begleitet Kreditentscheidungen und überwacht die Einhaltung von Compliance-Vorgaben. In Episode 8 berichten Syndikusanwälte einer Bank über ihren Arbeitsalltag und die besonderen Herausforderungen des Unternehmensjuristen im Finanzsektor.
Der Weg zur Partnerschaft in einer Großkanzlei
Für viele Juristen im Bank- und Kapitalmarktrecht ist die Partnerschaft in einer Großkanzlei das langfristige Karriereziel. Besonders in US-Kanzleien mit starken Finance-Praxisgruppen bieten sich Aufstiegsmöglichkeiten, die mit überdurchschnittlichen Vergütungen verbunden sind. In Episode 226 wird der konkrete Karriereweg zur Partnerschaft in einer US-Großkanzlei beschrieben.
Internationale Qualifikation und LL.M.
Im Bank- und Kapitalmarktrecht ist eine internationale Qualifikation besonders wertvoll. Viele Transaktionen unterliegen englischem Recht, und die Kommunikation mit internationalen Mandanten und Gegenparteien erfolgt auf Englisch. Ein LL.M. an einer renommierten Universität – etwa in Cambridge oder London – wird von vielen Kanzleien erwartet. In Episode 3 werden alle relevanten Informationen zum Cambridge LL.M. geteilt, von der Bewerbung bis zum Studienalltag.
Innovationen und Legal Tech im Finanzrecht
Der Finanzsektor wird zunehmend durch technologische Innovationen geprägt. Fintech, digitale Vermögensverwaltung und Blockchain-basierte Finanzinstrumente schaffen neue rechtliche Fragestellungen und damit neue Karrieremöglichkeiten. Auch die Prozessfinanzierung hat sich als eigenes Marktsegment etabliert, wie Episode 92 zeigt – dort werden die neuesten Trends im Rechtsmarkt und die wachsende Bedeutung der Prozessfinanzierung erörtert.
- Großkanzlei (Banking & Finance): Finanzierungstransaktionen, Kapitalmarktemissionen und regulatorische Beratung
- Inhouse (Bank/Finanzinstitut): Syndikusanwalt für Compliance, Kredit- und Aufsichtsrecht
- Aufsichtsbehörde: BaFin, Bundesbank und EZB-Bankenaufsicht
- Fintech/Legal Tech: Regulatorische Beratung innovativer Finanzprodukte
- Akademische Karriere: Forschung und Lehre im Kapitalmarkt- und Bankaufsichtsrecht
Fragen & Antworten
15 Antworten aus Podcast-Episoden
Ich war sprachaffin, Mathe lag mir weniger und mir gefiel der Gedanke, mit einem juristischen Abschluss vielfältige Wege zu haben. Zugleich kannte ich den Beruf aus nächster Nähe, weil mein Vater Anwalt ist. Diese Kombination aus offenem Karriere‐Spektrum und familiärer Vertrautheit gab mir das Gefühl, mit Jura beruflich solide und flexibel aufgestellt zu sein.
Aus Episode #342
IMR342: Come in & find out: Douglas an die Börse bringen, Glocke der Frankfurter Börse läuten, von der Kanzlei in die Rechtsabteilung wechseln, Secondments, LL.M. in London
mit Christian Wensing
Das sagen unsere Experten
„Ein Unternehmen an die Börse zu begleiten ist einer der aufregendsten Momente im Juristenleben. Die Glocke der Frankfurter Börse zu läuten, nachdem man monatelang am Prospekt gearbeitet hat – das vergisst man nicht.“
„Im Referendariat habe ich bewusst verschiedene Rechtsgebiete ausprobiert, bevor ich mich für Banking & Finance entschieden habe. Finanzaufsichtsrecht klingt abstrakt, aber es ist unglaublich praxisnah und entwickelt sich ständig weiter.“
„Der Weg zur Partnerschaft in einer US-Großkanzlei ist anspruchsvoll, aber die Perspektiven sind einzigartig. Man arbeitet an internationalen Transaktionen, hat Zugang zu den größten Deals und wird Teil eines globalen Netzwerks.“
„Als Syndikusanwalt einer Bank erlebt man das Bankrecht von innen. Man sitzt nicht am Schreibtisch einer Kanzlei und liest Vertragsentwürfe – man ist Teil der Entscheidungsprozesse und versteht, wie ein Finanzinstitut wirklich funktioniert.“
„Prozessfinanzierung ist einer der spannendsten Trends im Rechtsmarkt. Sie demokratisiert den Zugang zum Recht und schafft gleichzeitig neue Karrieremöglichkeiten für Juristen, die wirtschaftlich denken und Risiken bewerten können.“
Über den Autor
Marc Ohrendorf
Gründer, Irgendwas mit RechtMarc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.
Passende Episoden
7 relevante Podcast-Folgen
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mit Christian Wensing
In der 342. Episode von Irgendwas mit Recht spricht Marc mit Christian Wensing, Volljurist und heute in leitender Position in der Rechtsabteilung von Douglas. Christian erzählt, wie er über ein Faible für Sprachen, einen juristischen Vater und erste vage Berufsüberlegungen zum Jurastudium in Münster gekommen ist, warum ihn wirtschaftsnahe Themen wie Kartell- und Gesellschaftsrecht fasziniert haben und wie Stationen im Bundeskartellamt, in Großkanzleien und in der Rechtsabteilung von Henkel seinen Wunsch nach internationaler Arbeit geprägt haben. Es geht darum, weshalb er den eher ungewöhnlichen Weg gewählt hat, den LLM erst nach dem zweiten Examen in London zu machen, welche Rolle Sprache und Netzwerke spielen. Wie bereitet sich ein europaweit tätiger Retailer mit Milliardenumsätzen auf ein Börsen-Listing vor? Was bedeutet eine umfassende Due Diligence aus Unternehmenssicht konkret und wie koordiniert man intern Datenräume, Fragenkataloge und externe Berater? Was unterscheidet die Perspektive eines Kanzlei-Anwalts von der eines Unternehmensjuristen, der auch die Integration von Zukäufen und die langfristige Entwicklung im Konzern begleitet? Wie fühlt es sich an, wenn Kapitalmarktrecht plötzlich zum täglichen Handwerkszeug wird, obwohl man ursprünglich aus dem Private-Equity- und M&A-Bereich kommt? Und welche Überlegungen sollten Studierende und Referendarinnen anstellen, wenn sie zwischen Großkanzlei, LLM, Promotion und Unternehmensjuristerei abwägen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR258: Kanzlei im Ref kennenlernen, verschiedene Rechtsgebiete ausprobieren, Finanzaufsichtsrecht, Banking & Finance
mit Sophia Peter
In Episode 258 von Irgendwas mit Recht ist Sophia Peter von Herbert Smith Freehills zu Gast. Als Rechtsanwältin im Bereich Bankaufsichtsrecht gibt sie spannende Einblicke in ihren Berufsweg und die tägliche Arbeit mit internationalen Mandanten. Wie hat ihr das Referendariat bei der Berufswahl geholfen? Warum kann man das Rechtsgebiet, in dem man beim Berufseinstieg arbeitet, vielleicht gar nicht voraussehen? Wie kommt man überhaupt zum Bankaufsichtsrecht und warum ist dieser Bereich so komplex? Welche Herausforderungen bringt die internationale Regulierung für Banken mit sich und wie gehen Rechtsabteilungen sowie ihre Berater mit immer strenger werdenden Anforderungen um? Außerdem sprechen wir über den Wert eines LL.M. und die Frage, ob eine Promotion wirklich notwendig ist, um in einer internationalen Großkanzlei erfolgreich zu sein. Viel Spaß mit dieser neuen Folge Eures Nr. 1 Jura-Podcasts zu allen Karrierethemen!
IMR226: Der Weg zur Partnerschaft in einer US Großkanzlei
mit Greta Harnisch
In dieser Folge Eures Jura-Karrierepodcasts sind zwei spannende Partner aus dem Münchener Büro von Kirkland & Ellis zu Gast: Greta Harnisch und Fabrice Hipp. Fabrice ist im Bereich Akquisitionsfinanzierung tätig, während Greta in allen Fragen rund um M&A-Transaktionen berät. Warum haben sie sich für den Weg in die Großkanzlei entschieden? Wie war ihr Weg zur Partnerschaft? Gab es eine Situation, in der sie gemerkt haben, dass sie auf dem richtigen Weg sind? Was bedeutet für sie Teamwork im herausfordernden Alltag bei Kirkland? Was ist die Kirkland Women Leadership Initiative? Warum benötigt es solche Initiativen heute noch? Antworten auf diese und viele weitere Fragen in Folge 226 von IMR. Viel Spaß und schöne Ostertage!
IMR092: Trends im Rechtsmarkt und Prozessfinanzierung | Interview Senior Legal Counsel
mit Dr. Martin Metz
In der heutigen Folge Eures Jura-Karrierepodcasts gehen Dr. Martin Metz und Marc Ohrendorf der Frage nach, was die Tätigkeit als Jurist bei einem Prozessfinanzierer ausmacht. Welche Rolle übernimmt ein Prozessfinanzierer? Warum ermöglicht er gegebenenfalls, einen Prozess zu führen, der ansonsten keinen Sinn macht? Gibt es auch Prozessfinanzierung auf Passivseite?
