Inhaltsüberblick
Berufseinstieg im Zivilrecht: Drei Wege, ein Rechtsgebiet
Das Zivilrecht bietet Absolventinnen und Absolventen drei klassische Karrierewege: Kanzlei, Unternehmen oder Justiz. Jeder Weg hat seine eigene Dynamik, seine eigenen Anforderungen und seine eigenen Vorzüge. Wer ins Zivilrecht einsteigen möchte, steht vor einer Entscheidung, die den weiteren Karriereverlauf nachhaltig prägt – aber nicht unumkehrbar ist.
Die gute Nachricht: Der zivilrechtliche Berufseinstieg war selten so vielfältig wie heute. Neben den klassischen Pfaden entstehen neue Rollen an der Schnittstelle von Recht, Technologie und Business. Wie Episode 335 zeigt, verändern Legal Innovation und Tech-Adoption die Karrierewege junger Juristen fundamental.
Einstieg in die Kanzlei
Die Kanzlei bleibt der beliebteste Einstiegsweg ins Zivilrecht. Von der Boutique-Kanzlei bis zur internationalen Großkanzlei bieten sich unterschiedliche Umgebungen mit unterschiedlichen Anforderungen. In Episode 353 wird deutlich, wie Big Law und Boutique sich unterscheiden und welches Mindset für langfristigen Erfolg nötig ist.
Entscheidend ist die Qualität der Ausbildung in den ersten Jahren. Als Associate lernt man das Handwerk – Schriftsätze verfassen, Mandanten beraten, Verhandlungen führen. Episode 348 verdeutlicht, dass man auch ohne juristische Vorprägung ins Jurastudium und anschließend in eine erfolgreiche Kanzleikarriere starten kann.
Einstieg Inhouse
Der Direkteinstieg in eine Rechtsabteilung ist zunehmend möglich. Unternehmen schätzen die Perspektive, einen Juristen von Beginn an in die Unternehmenskultur zu integrieren. Wie Episode 350 erörtert, verändert sich die juristische Arbeit – der Blick über klassische Karrierepfade hinaus wird zunehmend geschätzt.
Einstieg in die Justiz
Die Justizkarriere bietet Unabhängigkeit, Sicherheit und gesellschaftliche Verantwortung. In Episode 346 und Episode 343 wird gezeigt, welche vielfältigen Möglichkeiten die Justiz bietet – vom Zivilrichter über den Finanzrichter bis zum Hochschuldozenten.
Umgang mit Rückschlägen
Nicht jeder Karriereweg verläuft geradlinig. Episode 331 zeigt eindrücklich, dass ein Berufseinstieg trotz Durchfallens im Freiversuch möglich ist – und wie der Umgang mit Rückschlägen die Karriere sogar stärken kann.
Karrierestufen und Gehalt
Einstiegsgehälter variieren stark: In Großkanzleien 100.000 bis 160.000 Euro, in mittelständischen Kanzleien 55.000 bis 80.000 Euro, Inhouse 60.000 bis 85.000 Euro, in der Justiz gemäß Besoldungsgruppe R1 bzw. A13. Der Karriereweg vom Associate über den assoziierten Partner zum Equity Partner (Episode 347) zeigt die langfristigen Verdienstperspektiven in der Kanzlei.
Fragen & Antworten
15 Antworten aus Podcast-Episoden
Ich wollte eine Marke, die unabhängig von einzelnen Partnernamen bleibt. Darum beauftragten wir eine Agentur mit A-Namen, damit wir alphabetisch stets oben erscheinen. „ARQIS“ klang international, löste in keiner Sprache peinliche Assoziationen aus und passt zu unserem Logo – eine Brücke, weil wir Geschäftspartner sowie Deutschland und Japan verbinden. So bleibt die Kanzlei zukunftsfähig, selbst wenn Gründer ausscheiden.
Aus Episode #353
IMR353: Managing Partner & Senior Partner, Ownership und Unternehmermindset, Big Law Boutique, Kanzleiwachstum seit 20 Jahren, Karrierechancen bis Tokio
mit Dr. Shigeo Yamaguchi
Das sagen unsere Experten
„Ownership und Unternehmermindset sind vom ersten Tag an wichtig – egal ob in Big Law oder einer Boutique-Kanzlei. Wer Verantwortung übernimmt und eigenständig denkt, wird schnell zum geschätzten Teammitglied.“
„Ein Berufseinstieg trotz Durchfallens im Freiversuch ist möglich. Rückschläge gehören zum Leben – entscheidend ist, wie man mit ihnen umgeht. Großkanzlei, Boutique oder Mittelstand: Alle Wege stehen offen, wenn man Engagement und Kompetenz zeigt.“
„Die juristische Arbeit verändert sich fundamental. Junge Juristinnen und Juristen sollten über klassische Karrierepfade hinausblicken – New Work, hybride Modelle und moderne Bürokonzepte bieten Chancen, die es vor zehn Jahren nicht gab.“
„Legal Innovation und Tech-Adoption verändern die Karrierewege junger Juristen. Wer heute einsteigt, sollte technologische Kompetenz als Kernkompetenz verstehen – nicht als nettes Extra.“
„M&A-Transaktionen sind die steilste Lernkurve, die man als Berufseinsteiger erleben kann. Kein Deal gleicht dem anderen, und man wächst mit jeder Transaktion – fachlich und persönlich.“
Über den Autor
Marc Ohrendorf
Gründer, Irgendwas mit RechtMarc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.
Passende Episoden
8 relevante Podcast-Folgen
IMR353: Managing Partner & Senior Partner, Ownership und Unternehmermindset, Big Law Boutique, Kanzleiwachstum seit 20 Jahren, Karrierechancen bis Tokio
mit Dr. Shigeo Yamaguchi
In der 353. Episode von IMR sind Dr. Shigeo Yamaguchi und Dr. Friedrich Gebert von ARQIS zu Gast. Shigeo ist Gründungspartner und heute Senior Partner der Kanzlei, Friedrich ist Managing Partner und Leiter der Fokusgruppe Regulatory. Im Gespräch berichten sie von der Entwicklung der Kanzlei seit der Gründung 2006, dem Wachstum von rund 20 auf über 200 Mitarbeitende und dem Anspruch, als Big Law Boutique Exzellenz mit klarem Fokus zu verbinden. Die beiden geben Einblicke in den Aufbau neuer Praxisbereiche, in strategische Entscheidungen innerhalb der Partnerschaft und in die Neuaufstellung der Kanzleiführung mit einem Senior Partner für Strategie und einem Managing Partner für das operative Geschäft. Was bedeutet es konkret, eine Big Law Boutique zu sein? Wie entstehen Fokusgruppen und warum ist unternehmerisches Denken für Anwältinnen und Anwälte zentral? Welche Rolle spielen Ownership und Mindset für den Berufseinstieg? Wie gelingt nachhaltiges Wachstum ohne starre Umsatzvorgaben? Und wie positioniert sich eine Kanzlei zwischen Spezialisierung und Transaktionsstärke? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR350: COO einer int. Wirtschaftskanzlei, wie sich juristische Arbeit verändert, Blick über klassische Karrierepfade hinaus, Konzeption moderner Arbeits- und Büro-Modelle, New Work
mit Annette Höher-Bäuerle
In der 350. Episode von IMR spricht Marc mit Annette Höher-Bäuerle von A&O Shearman in Frankfurt über ihren ungewöhnlichen Karriereweg zwischen Rechtsabteilung, internationalem M&A und operativer Unternehmensführung. Annette schildert, warum sie sich früh für eine Inhouse-Laufbahn entschied, welche Rolle betriebswirtschaftliches Wissen für Juristinnen und Juristen spielen kann und wie ihre Erfahrungen aus dem Konzernumfeld heute ihre Arbeit als COO einer Großkanzlei prägen. Im Mittelpunkt stehen zudem die Struktur und Funktionsweise einer international integrierten Wirtschaftskanzlei, die Herausforderungen des Kanzlei-Merger zwischen Allen & Overy und Shearman & Sterling sowie die Konzeption moderner Office- und Arbeitsmodelle. Außerdem geht es um den Einsatz von KI im Kanzleialltag, neue Rollenprofile im Rechtsmarkt und die Frage, wie sich juristische Arbeit künftig verändert. Welche Fähigkeiten werden für den juristischen Nachwuchs wichtiger? Wie kann man sich schon im Studium strategisch auf neue Berufsbilder vorbereiten? Und welche Chancen eröffnet der Blick über klassische Karrierepfade hinaus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR348: Vielfalt von M&A-Transaktionen, Überraschungen in der Inbox, hybrider LL.M. in Turin, Fähigkeiten als Projektmanager, Jurastudium ohne Vorprägung
mit Nastasja Bührmann
In der 348. Episode von IMR spricht Marc mit Nastasja Bührmann, Rechtsanwältin bei Herbert Smith Freehills Kramer, über ihren Weg in die Großkanzlei und ihre Tätigkeit im Bereich Corporate und M&A. Ausgehend von ersten Berührungspunkten mit dem Anwaltsberuf in der Schulzeit schildert Nastasja ihr Jurastudium in Münster, ihre Schwerpunktwahl im Gesellschaftsrecht und frühe praktische Erfahrungen in Wirtschaftskanzleien. Die Folge beleuchtet, warum sie sich bewusst für die anwaltliche Tätigkeit und gegen Justizberufe entschieden hat und welche Rolle Teamarbeit und Kommunikation dabei spielen. Ausführlich erklärt sie, wie Transaktionen ablaufen, was sich hinter Due Diligence, Signing und Closing verbirgt und warum Corporate und M&A mehr ist als reiner Unternehmenskauf. Zudem berichtet sie über ihren LL.M. nach dem zweiten Staatsexamen in Turin, der sie sehr geprägt hat. Was hat sie dort für ihren weiren Weg mitgenommen? Welche Fähigkeiten sind neben guten Noten entscheidend und für wen eignet sich ein ihrem vergleichbarer Karriereweg? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR347: Assoziierte Partner als Vorstufe zum Equity Partner, Unterschied zum Counsel, Internal Investigations, Presserecht und Glaubensgemeinschaften
mit Julian Leucht
In der 347. Episode von IMR spricht Marc mit Hanna Wiedenhaus und Julian Leucht, jeweils Associated Partner bei Esche Schümann Commichau in Hamburg. Beide berichten von ihren persönlichen Wegen ins Jurastudium, ihren Stationen im Referendariat und ihren bewussten Entscheidungen für die Anwaltschaft. Im Mittelpunkt stehen ihre heutigen Tätigkeiten: Hanna gibt Einblicke in das Vertriebs-, Kartell- und Compliance-Recht sowie in die Praxis von Internal Investigations, während Julian das Presserecht, Meinungsfreiheit und die rechtliche Begleitung sensibler Veröffentlichungen erläutert. Gemeinsam diskutieren sie die besondere Rolle multidisziplinärer Kanzleien, den Umgang mit unternehmerischer Verantwortung und die Bedeutung von Grundrechtsabwägungen im anwaltlichen Alltag. Außerdem erklären sie das Karrieremodell des Associated Partners als Zwischenschritt zur Partnerschaft und reflektieren, welche Erwartungen sie an den juristischen Nachwuchs haben. Wie laufen Compliance-Untersuchungen konkret ab? Welche Herausforderungen bringt das Presserecht in sensiblen Fällen mit sich? Wie unterscheidet sich der Associated Partner vom Counsel und Equity Partner in einer Kanzlei? Und was macht eine gute Vorbereitung auf die (Equity) Partnerschaft aus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
