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Teil 2 / 6

🗓️ Studienplanung & Lerntechniken

Semesterplanung, Repetitorien, Lernstrategien und Tipps erfahrener Juristinnen und Juristen.

Teil 11 von 6 gelesenTeil 6

Die richtige Semesterplanung

Erfolgreiches Jurastudieren beginnt mit einer realistischen Semesterplanung. Anders als in vielen anderen Studiengängen gibt es im Jurastudium wenig vorgegebene Struktur — die Studierenden müssen ihren Stundenplan weitgehend selbst zusammenstellen. Ein typischer Stundenplan im Grundstudium umfasst 18–22 Semesterwochenstunden, im Hauptstudium 14–18 SWS.

SemesterVorlesungenAGsEigenarbeitTipp
1. SemesterBGB AT, Strafrecht AT, Staatsrecht IEinführungs-AGs in allen drei Gebieten12–15 Stunden/WocheGutachtenstil üben, erste Fälle lösen
2. SemesterSchuldrecht AT, StR AT II, Staatsrecht IIAufbau-AGs, Tutorien15–18 Stunden/WocheErste Klausuren schreiben, Zeitmanagement lernen
3. SemesterSchuldrecht BT, StR BT I, GrundrechteVertiefungs-AGs, Moot Courts18–20 Stunden/WocheZwischenprüfung vorbereiten, Lerngruppe finden
4. SemesterSachenrecht, VerwR AT, ArbeitsrechtExamens-AGs beginnen20–22 Stunden/WocheGroße Übung Zivilrecht vorbereiten
5. SemesterHandels-/GesR, VerwR BT, ZPOSchwerpunktbereich-Seminare22–25 Stunden/WocheSchwerpunktbereich wählen, große Übungen absolvieren
6. SemesterVerbleibende Pflichtfächer, SP-VertiefungExamens-Klausurenkurs25–30 Stunden/WocheAlle Scheine abschließen, Examensplanung starten
💡

Experten-Einschätzung

Erstellt euch zu Beginn jedes Semesters einen realistischen Wochenplan — mit festen Zeiten für Vorlesungen, AGs, Eigenstudium UND Freizeit. Burnout ist im Jurastudium ein reales Problem. Plant Puffer ein.

Bewährte Lerntechniken für Jurastudierende

Die richtige Lerntechnik kann den Unterschied zwischen Bestehen und Durchfallen ausmachen. Jurastudium ist kein reines Auswendig-Lernen — es geht um das Verständnis von Strukturen, die Fähigkeit zur Subsumtion und die Anwendung auf neue Sachverhalte.

Falllösungstechnik

Sehr hoch

Regelmäßiges Lösen von Fällen im Gutachtenstil — mindestens 2–3 Fälle pro Woche

Empfohlen: Ab dem 1. Semester, durchgehend

Karteikarten (Anki/physisch)

Hoch

Definitionen, Schemata und Meinungsstreite auf Karteikarten — spaced repetition nutzen

Empfohlen: Ab dem 1. Semester, täglich 15–20 Minuten

Lerngruppe

Sehr hoch

Wöchentliches Treffen (3–4 Personen) zum gemeinsamen Fallösen und Diskutieren

Empfohlen: Ab dem 2.–3. Semester

Klausurentraining

Sehr hoch

Regelmäßiges Schreiben von Klausuren unter Examensbedingungen (5 Stunden, handschriftlich)

Empfohlen: Ab dem 4. Semester, mindestens 1x pro Woche in der Examensphase

Mind-Mapping

Mittel bis hoch

Visualisierung von Zusammenhängen zwischen Rechtsgebieten und Normen

Empfohlen: Besonders in der Wiederholungsphase

Repetitorium: Kommerziell vs. Uni-Rep

Die Frage 'kommerzielles Repetitorium oder Uni-Rep?' beschäftigt fast alle Jurastudierenden. Rund 70% der Examenskandidaten nutzen ein kommerzielles Repetitorium, doch die Uni-Reps haben in den letzten Jahren massiv aufgeholt.

KriteriumKommerzielles RepUni-Repetitorium
Kosten150–250 EUR/Monat (12–18 Monate)Kostenfrei (im Semesterbeitrag enthalten)
Daür12–18 Monate12–24 Monate
Gruppengröße20–40 Personen15–50 Personen (variiert)
MaterialUmfangreiche Skripte, Online-KurseUni-eigene Materialien, Vorlesungsfolien
KlausurenWöchentliche Übungsklausuren mit KorrekturMeist wöchentlicher Klausurenkurs
FlexibilitätHoch (Aufzeichnungen, Online)Mittel (feste Termine)
IndividualisierungGering (festes Curriculum)Mittel (Dozenten ansprechbar)
ErgebnisCa. 7,5–8 Punkte im SchnittCa. 7–8 Punkte im Schnitt
NutzungCa. 70% der KandidatenCa. 30% der Kandidaten (steigend)
💡

Experten-Einschätzung

Die Wahl zwischen kommerziellem und Uni-Rep ist eine sehr persönliche Entscheidung. Das teürste Rep nützt nichts, wenn ihr den Stoff nicht nacharbeitet. Entscheidend ist eure Eigendisziplin, nicht die Marke des Repetitoriums.

Digitale Tools für das Jurastudium

Die Digitalisierung hat das Jurastudium verändert. Neben klassischen Lehrbüchern und Gesetzessammlungen gibt es heute zahlreiche digitale Hilfsmittel, die das Lernen effizienter machen.

Anki / Repetico

Karteikarten

Digitale Karteikarten mit Spaced-Repetition-Algorithmus

Kostenlos / ab 5 EUR/Monat

Beck-Online / Juris

Datenbanken

Juristische Fachdatenbanken (über Uni-Lizenz zugänglich)

Kostenlos über Uni

Jura Online / Lecturio

E-Learning

Video-Vorlesungen und Übungsfälle

15–30 EUR/Monat

Basiskarten Jura (Anki)

Karteikarten

Vorgefertigte Anki-Decks mit examensrelevantem Wissen

Einmalig ca. 50 EUR

Irgendwas mit Recht

Podcast & Karriere

Karrierepodcast und Notenrechner, Staatsexamen-Copilot und weitere Tools

Kostenlos

💡

Experten-Einschätzung

Nutzt die digitalen Tools als Ergänzung, nicht als Ersatz für klassisches Lernen. Das Schreiben von Hand — besonders bei Klausuren — aktiviert andere Gehirnbereiche als Tippen. Kombiniert beide Welten.

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Stimmen aus dem Podcast

Erfahrungen und Tipps von Gästen des Irgendwas mit Recht Podcasts

🎙️

Das Selbstformulieren von Texten ist der Schlüssel zum Erfolg, auch wenn es mühsam ist. Es führt keinen Weg zur Erkenntnis ohne diese Umformung. Man lernt mehr, wenn man mit der Hand schreibt, statt nur zu tippen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb
Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb
Professorin für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht
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Jura ist Denken, Arbeiten und Wiederdenken. Das Examen ist harte, einsame Arbeit, für die man Resilienz, Disziplin und Frusttoleranz braucht. Lerngruppen können das ein bisschen auflockern, aber es gibt keine einfachen Tipps.

Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb
Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb
Professorin für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht
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Die wichtigste Hilfe ist, sich den Repetitor seines Vertraüns zu suchen und ihm zu folgen — kein Jurist schafft das Examen im Alleingang. Handwerkszeug, klares Strukturieren und das Üben von Klausuren sind die drei Schlüssel zum Erfolg.

Jan Kaiser
Jan Kaiser
Gründer Kaiserseminare, Repetitor
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Das Jurastudium ist nicht nur objektiv, sondern auch eine subjektive Erfahrung, bei der Reflexion über das eigene Lernen und Handeln entscheidend ist, um erfolgreich zu sein und sich auf die berufliche Praxis vorzubereiten.

D
Dr. Jens Prömse
Jurist und Berater für reflexive Praxis
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Teil 3: Das Erste Staatsexamen

Prüfungsaufbau, Durchfallquoten, Notenverteilung und Vorbereitungsstrategien.