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Frauen in der Jura-Karriere: Chancen und Herausforderungen

Frauen in der Jura-Karriere: Chancen, Herausforderungen und Strategien für Juristinnen. Diversity und Vereinbarkeit im Fokus.

15 Fragen beantwortet
8 Podcast-Episoden
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Frauen in der Jura-Karriere: Chancen ergreifen, Hürden überwinden

Frauen stellen heute die Mehrheit der Jurastudierenden – doch auf dem Weg in Führungspositionen dünnt sich ihr Anteil dramatisch aus. Der Partnerinnenanteil in Großkanzleien liegt unter 20 Prozent, weibliche Vorsitzende Richterinnen an Bundesgerichten sind die Ausnahme, und auch in Rechtsabteilungen sind die Spitzenpositionen überwiegend männlich besetzt. Doch die Zeichen stehen auf Veränderung – und Juristinnen, die ihre Karriere strategisch planen, finden heute mehr Möglichkeiten denn je.

New Work als Chance für Juristinnen

Moderne Arbeitsmodelle verändern die Spielregeln. Episode 350 zeigt, wie die Konzeption moderner Arbeits- und Büromodelle in internationalen Wirtschaftskanzleien vorangetrieben wird. New Work – flexible Arbeitszeiten, Remote-Optionen und ergebnisorientierte Bewertung statt Präsenzkultur – eröffnet insbesondere Juristinnen mit Familienverantwortung neue Karriereperspektiven.

Partnerschaft und Führung: Vorbilder sichtbar machen

Sichtbare Vorbilder sind entscheidend. Episode 325 erzählt von der erfolgreichen Mitgründung einer Wirtschaftskanzlei im Arbeitsrecht. Episode 318 zeigt Juristinnen im Energierecht, die zwischen Litigation und Projektbegleitung innovativ arbeiten. Diese Geschichten inspirieren und zeigen, dass der Weg an die Spitze möglich ist.

Karriere in der Versicherungsbranche

Abseits der Kanzleiwelt bieten Versicherungen und Konzerne oft strukturiertere Karrierepfade. Episode 346 zeigt, wie Juristinnen in der Versicherungsbranche einen Rechtsservice aufbauen und internationale Streitbeilegung betreiben. Die Unternehmensstrukturen bieten oft mehr Transparenz bei Beförderungskriterien als Kanzleipartnerschaften.

Diversity-Initiativen und Netzwerke

Juristische Frauennetzwerke und Diversity-Initiativen gewinnen an Bedeutung. Episode 333 beleuchtet den Teamaufbau in Wirtschaftskanzleien und die Frage, wie diverse Teams bessere Ergebnisse liefern. Initiativen wie breaking.through schaffen Sichtbarkeit für weibliche Vorbilder und ermöglichen Mentoring über Generationen hinweg.

Öffentlicher Dienst: Vereinbarkeit als Ststärke

Der öffentliche Dienst bietet oft bessere Bedingungen für die Vereinbarkeit von Karriere und Familie. Episode 327 zeigt Karrierewege in der Finanzverwaltung mit Teilzeitmöglichkeiten und klaren Aufstiegswegen. Episode 343 demonstriert, wie eine akademische Lehrtätigkeit mit praktischer Erfahrung als Staatsanwältin kombiniert werden kann.

Promotion und akademische Karriere

Die Promotion kann für Juristinnen ein strategischer Karrierebaustein sein. Episode 349 beschreibt die Promotion als die beste Zeit der Ausbildung und zeigt, wie ein deutsch-französisches Doppelstudium mit IP- und Patentrecht kombiniert werden kann. Für Juristinnen, die eine wissenschaftliche Karriere oder eine Partnerschaft in einer forschungsaffinen Kanzlei anstreben, ist der Doktortitel oft ein wichtiger Türöffner.

Fragen & Antworten

15 Antworten aus Podcast-Episoden

Bereits im sechsten Semester wusste ich, dass ich nicht in eine klassische Großkanzlei, sondern mitten in die Geschäftswelt wollte. Praktika und ein Werkstudentenjob in Rechtsabteilungen zeigten mir, wie spannend die Zusammenarbeit mit Nichtjuristen und die unmittelbare wirtschaftliche Verantwortung sind. Dieses klare Bild hat mich durch beide Examina getragen.

IMR350: COO einer int. Wirtschaftskanzlei, wie sich juristische Arbeit verändert, Blick über klassische Karrierepfade hinaus, Konzeption moderner Arbeits- und Büro-Modelle, New Work

Aus Episode #350

IMR350: COO einer int. Wirtschaftskanzlei, wie sich juristische Arbeit verändert, Blick über klassische Karrierepfade hinaus, Konzeption moderner Arbeits- und Büro-Modelle, New Work

mit Annette Höher-Bäuerle

Das sagen unsere Experten

Als COO einer internationalen Wirtschaftskanzlei sehe ich, wie moderne Arbeitsmodelle die Spielregeln verändern. New Work ist keine Konzession an Frauen – es ist die Art, wie die besten Kanzleien der Welt in Zukunft arbeiten werden. Und davon profitieren alle.

COO einer internationalen Wirtschaftskanzlei (aus Episode 350)

Die Mitgründung einer Wirtschaftskanzlei im Arbeitsrecht war für mich der Weg, die Karrierebedingungen selbst zu gestalten, statt mich an bestehende Strukturen anzupassen. Juristinnen sollten häufiger den Mut haben, Unternehmerinnen zu sein.

In der Versicherungsbranche habe ich als Juristin einen Rechtsservice von Grund auf aufgebaut. Die Branche bietet hervorragende Karrieremöglichkeiten für Frauen, weil die Strukturen transparenter und die Arbeitszeiten planbarer sind als in vielen Kanzleien.

Unternehmensjuristin in der Versicherungsbranche (aus Episode 346)

Die Promotion war die beste Zeit meiner Ausbildung. Für Juristinnen kann der Doktortitel eine strategische Investition sein – nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Positionierung als Expertin in der Kanzlei oder Rechtsabteilung.

Promovierte Juristin im IP- und Patentrecht (aus Episode 349)

Im Energierecht zwischen Litigation und Projektbegleitung zu arbeiten zeigt die ganze Bandbreite juristischer Tätigkeit. Innovation und Recht gehören zusammen – und Juristinnen, die beide Welten verbinden, sind die Führungskräfte von morgen.

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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#350

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mit Annette Höher-Bäuerle

In der 350. Episode von IMR spricht Marc mit Annette Höher-Bäuerle von A&O Shearman in Frankfurt über ihren ungewöhnlichen Karriereweg zwischen Rechtsabteilung, internationalem M&A und operativer Unternehmensführung. Annette schildert, warum sie sich früh für eine Inhouse-Laufbahn entschied, welche Rolle betriebswirtschaftliches Wissen für Juristinnen und Juristen spielen kann und wie ihre Erfahrungen aus dem Konzernumfeld heute ihre Arbeit als COO einer Großkanzlei prägen. Im Mittelpunkt stehen zudem die Struktur und Funktionsweise einer international integrierten Wirtschaftskanzlei, die Herausforderungen des Kanzlei-Merger zwischen Allen & Overy und Shearman & Sterling sowie die Konzeption moderner Office- und Arbeitsmodelle. Außerdem geht es um den Einsatz von KI im Kanzleialltag, neue Rollenprofile im Rechtsmarkt und die Frage, wie sich juristische Arbeit künftig verändert. Welche Fähigkeiten werden für den juristischen Nachwuchs wichtiger? Wie kann man sich schon im Studium strategisch auf neue Berufsbilder vorbereiten? Und welche Chancen eröffnet der Blick über klassische Karrierepfade hinaus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR349: Deutsch-Französisches Doppelstudium, Promotion als beste Zeit der Ausbildung, IP- und Patentrecht, Ref-Station in Speyer
#349

IMR349: Deutsch-Französisches Doppelstudium, Promotion als beste Zeit der Ausbildung, IP- und Patentrecht, Ref-Station in Speyer

mit Dr. Laura Woll

In der 349. Episode von IMR spricht Marc mit Dr. Laura Woll, Rechtsanwältin bei McDermott Will & Schulte, über ihren juristischen Werdegang und ihre heutige Tätigkeit im IP- und Patentrecht. Ausgangspunkt ist ihr Doppelstudium im deutschen und französischen Recht im Saarland, das ihr früh eine internationale Perspektive eröffnete. Thema sind zudem Unterschiede der juristischen Ausbildung in Frankreich und Deutschland sowie ihre Stationen im Referendariat, unter anderem in Speyer. Laura schildert ihre bewusste Entscheidung für eine Promotion nach dem zweiten Examen und gibt Einblicke in effizientes Arbeiten und Schreiben. Inhaltlich geht es ausführlich um ihre Praxis als IP-Litigatorin mit Schwerpunkt Patentrecht, insbesondere um Verfahren vor dem Einheitlichen Patentgericht. Anhand konkreter Beispiele werden Nichtigkeits- und Verletzungsverfahren erläutert. Ein weiterer Fokus liegt auf standardessentiellen Patenten und den kartellrechtlichen Herausforderungen rund um FRAND-Lizenzen. Welche Rolle spielt das Einheitliche Patentgericht für junge Juristinnen und Juristen? Wie arbeitet man sich in hochkomplexe technische und rechtliche Fragen ein? Und welche Fähigkeiten sind für den Einstieg ins Patentrecht besonders wichtig? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR346: Jura-Karriere in der Versicherung, Rechtsservice aufbauen, kuriose Fälle und internationale Streitbeilegung
#346

IMR346: Jura-Karriere in der Versicherung, Rechtsservice aufbauen, kuriose Fälle und internationale Streitbeilegung

mit Kristina Schwarze

In dieser Folge spricht Marc mit der Juristin Kristina Schwarze von der ARAG über ihren Weg in die Inhouse-Tätigkeit, ihre Entwicklung von der Fallbearbeitung im Rechtsservice über die Inhouse-Mediation hin zur heutigen internationalen Managementrolle im Claims Management. Sie erläutert, wie der Rechtsservice als erste emotionale und organisatorische Anlaufstelle für Versicherte funktioniert, warum dort über 300 Juristinnen und Juristen tätig sind und welche Rolle Legal Tech im Kerngeschäft der Rechtsschutzversicherung spielt. Im Mittelpunkt steht zudem die Mediation, zunächst im deutschen Kontext und dann in der internationalen Ausprägung: Wie funktionieren Shuttle- und Videomediation praktisch, wie gelingt grenzüberschreitende Konfliktlösung etwa in familienrechtlichen Konstellationen und welche kulturellen Unterschiede sind tatsächlich relevant. Kristina berichtet außerdem von ihrem Aufbau eines Mediationsangebots in der italienischen Niederlassung, vom Zusammenspiel mit externen Dienstleistern und von einem norwegischen Legal-Tech-Anbieter, der Mediation vollständig digitalisiert abbildet. Abschließend geht es um den Einsatz von KI in der täglichen juristischen Arbeit bei der ARAG, etwa beim effizienteren Umgang mit umfangreichen Falldokumenten, sowie um die Frage, welche Kompetenzen Studierende, Referendarinnen und Referendare heute mitbringen sollten. Wie verändert KI konkret die Arbeit von Inhouse-Juristinnen, Mediatoren und Claims-Managern? Welche Chancen ergeben sich für junge Juristinnen abseits des klassischen Kanzleipfads in einer internationalen Versicherung? Und welche Rolle spielen Sprachkenntnisse, Offenheit für neue Arbeitsformen und der Umgang mit digitalen Tools für die eigene Karriereentwicklung? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß.

IMR343: Als Dozent an der Hochschule für Finanzen NRW lehren, Unterschied zwischen Sitzungsvertretung und Praxis als Staatsanwalt, KI in der Steuer-Hausarbeit
#343

IMR343: Als Dozent an der Hochschule für Finanzen NRW lehren, Unterschied zwischen Sitzungsvertretung und Praxis als Staatsanwalt, KI in der Steuer-Hausarbeit

mit Marc Radon

In dieser 343. Folge spricht Marc mit seinem Namensvetter Marc Radon über einen ungewöhnlichen Karriereweg innerhalb der Justiz und Finanzverwaltung. Er berichtet von den prägenden Erfahrungen in der Sitzungsvertretung und der Erkenntnis, dass ihn die einsame, aktenzentrierte Arbeit in der Staatsanwaltschaft langfristig nicht erfüllt. Anschließend schildert er den Wechsel in eine Kanzlei im Steuerstrafrecht sowie den Eintritt in die Finanzverwaltung. Heute lehrt er an der Hochschule für Finanzen in Nordrhein-Westfalen, erklärt, wie man Dozent wird und welche Chancen eine Fachhochschulprofessur innerhalb der Finanzverwaltung bietet. Was sollte man über die tatsächliche Arbeit in der Staatsanwaltschaft wissen, bevor man sich dafür entscheidet? Welche Möglichkeiten eröffnet die Finanzverwaltung für Juristinnen und Juristen jenseits des klassischen Finanzamtsklischees? Wie plant man einen Weg in die Lehre und perspektivisch eine Professur an einer Fachhochschule für Finanzen? Und wie sinnvoll ist der Einsatz von KI in Studium und Praxis wirklich, wenn man langfristig ein fundiertes juristisches Verständnis aufbauen möchte? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!