Inhaltsüberblick
Lernplan für das Erste Staatsexamen: So strukturierst du deine Vorbereitung
Das Erste Juristische Staatsexamen ist die größte Hürde im Jurastudium – und ein guter Lernplan entscheidet maßgeblich über Erfolg oder Misserfolg. Wer die Examensvorbereitung ohne klare Struktur angeht, riskiert, sich in der schieren Menge des Stoffs zu verlieren. Ein durchdachter Plan gibt Orientierung, schafft Routine und hilft, die mentale Belastung beherrschbar zu halten. In diesem Leitfaden erfährst du, wie du deinen Lernplan optimal aufbaust – mit Tipps von erfahrenen Prüferinnen und Experten.
Die Grundstruktur eines Examens-Lernplans
Ein effektiver Lernplan für das Erste Staatsexamen umfasst typischerweise 12 bis 18 Monate intensive Vorbereitung. Professorin Barbara Dauner-Lieb erläutert in Episode 75 die zentralen Bausteine einer gelungenen Examensplanung: Lernpläne, Probeklausuren und regelmäßige Wiederholungsphasen. Der Plan sollte die drei großen Rechtsgebiete – Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht – gleichmäßig abdecken und genügend Raum für Klausurenübungen lassen.
Eine bewährte Grundstruktur sieht so aus:
- Phase 1 (Monate 1–6): Systematische Durcharbeitung der examensrelevanten Materien in allen drei Rechtsgebieten
- Phase 2 (Monate 7–12): Vertiefung, Klausurentraining und gezielte Wiederholung schwacher Bereiche
- Phase 3 (letzte 4–6 Wochen): Intensives Wiederholen, Klausursimulationen unter Realbedingungen, mentale Vorbereitung
Mentale Gesundheit und Stressmanagement
Ein Lernplan, der die psychische Gesundheit vernachlässigt, ist zum Scheitern verurteilt. In Episode 341 wird ausführlich besprochen, wie Examenskandidaten Stressmanagement betreiben, das Lernen lernen und ihre Vorbereitung mental strukturieren können. Die zentrale Erkenntnis: Es geht nicht darum, blind Zeit zu investieren, sondern die begrenzte Lernzeit möglichst effektiv zu nutzen.
Wichtige Elemente eines gesunden Lernplans sind:
- Feste Pausenzeiten: Mindestens ein freier Tag pro Woche
- Bewegung und Sport: Körperliche Aktivität als Ausgleich zum Schreibtisch
- Soziale Kontakte: Lerngruppen und Austausch mit Kommilitonen
- Realistische Tagesziele: Lieber weniger planen und übertreffen als ständig hinterherhinken
Vom Studium zum Examen: Der richtige Zeitpunkt
Die Frage, wann man mit der gezielten Examensvorbereitung beginnen sollte, beantwortet Barbara Dauner-Lieb bereits in Episode 155: Idealerweise beginnt die strukturierte Vorbereitung nach Abschluss der Schwerpunktbereichsprüfung, also ab dem siebten oder achten Semester. Allerdings sollte man die vorlesungsbegleitende Wiederholung und das Klausurenüben nicht erst für die Examensvorbereitung aufsparen.
In Episode 157 geht es um aktuelle Klausurtrends und typische Fehler in Examensklausuren – wertvolles Wissen für die Feinabstimmung des Lernplans. Wer weiß, worauf Prüfer besonders achten, kann seine Vorbereitung gezielt darauf ausrichten.
Individuelle Anpassung des Lernplans
Kein Lernplan passt für alle. Je nach Lerntyp, Lebensumständen und Vorwissen muss der Plan individuell angepasst werden. Manche Kandidaten lernen am besten allein mit Lehrbüchern, andere brauchen die Struktur eines Repetitoriums oder die Dynamik einer Lerngruppe. Auch die mündliche Prüfung will vorbereitet sein – wie in Episode 60 aus Sicht einer Prüferin erläutert wird. Ein guter Lernplan berücksichtigt auch diese letzte Phase und plant gezielte Übungseinheiten für den Vortrag und das Aktenreferat ein.
Fragen & Antworten
2 Antworten aus Podcast-Episoden
Ich starte jedes Coaching mit einer Bestandsaufnahme. Nur wenn ich weiß, wo deine Stärken liegen und wo noch Lücken klaffen, kann ich einen Lernplan bauen, der Zeit sinnvoll nutzt. Die Vorbereitung muss zu deiner Vorerfahrung, deinem Lerntempo und deinem Alltag passen – sonst verschwendest du Energie.
Aus Episode #157
IME002: Suboptimale Formulierungen, Worum es im Privatrecht geht, Klausurtrends
mit Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb
Das sagen unsere Experten
„Ein guter Lernplan braucht drei Dinge: realistische Zeiteinteilung, regelmäßige Klausurenübungen und den Mut, Themen auch mal loszulassen. Wer alles perfekt können will, kommt nie zum Schreiben.“
„Mentale Gesundheit in der Examensvorbereitung ist kein Luxus, sondern Grundvoraussetzung für Erfolg. Wer nicht lernt, das Lernen zu lernen, investiert blind Zeit ohne Ergebnis.“
„In der mündlichen Prüfung zählt nicht nur Wissen, sondern Souveränität. Wer den Vortrag geübt und das Aktenreferat vorbereitet hat, nimmt Prüfern die Möglichkeit, einen zu verunsichern.“
„Die wissenschaftliche Karriere in Jura beginnt mit soliden Examensleistungen – aber auch mit der Fähigkeit, systematisch und diszipliniert zu arbeiten. Genau das trainiert die Examensvorbereitung.“
„Suboptimale Formulierungen in Klausuren sind oft kein Wissensproblem, sondern ein Strukturproblem. Wer seinen Lernplan auch auf präzise Ausdrucksweise ausrichtet, hebt sich sofort von der Masse ab.“
Über den Autor
Marc Ohrendorf
Gründer, Irgendwas mit RechtMarc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.
Passende Episoden
6 relevante Podcast-Folgen
IME001: How to Jurastudium, FAQ, Orientierungshilfe Jura studieren (Spezial)
mit Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb
In Folge 155 von Eurem Jura-Karrierepodcast ist ein allseits bekanntes Gesicht zu Gast: Prof. Dr. Dr. h.c. Dauner-Lieb. Die Episode startet mit einer Ankündigung: Ab Mai 2023 wird es mit Prof. Dauner-Lieb bei IMR eine dauerhafte Serie zur zivilrechtlichen Examensvorbereitung geben: "Irgendwas mit Examen". Immer donnerstags erhaltet Ihr wertvollen Input zu allen examensrelevanten Themen im Zivilrecht. Dies ist die perfekte Begleitung zu Eurem Lernplan, Repetitorium sowie Eurer Lerngruppe. Anschließend besprechend wir die häufigsten Fragen, die uns bezüglich des Jurastudiums erreicht haben, wobei wir die Perspektive von Studienanfängern einnehmen. Wie sieht eine gute juristische Klausur aus? Wie ist das Jurastudium aufgebaut? Aus welcher Motivation heraus sollte man Jura studieren - und wann vielleicht auch besser nicht? Warum bedarf es neben den Staatsexamen eines zusätzlichen Bachelor-Abschlusses? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es im Podcast. Viel Spaß mit diesem Spezial um Einstieg in Euer Jurastudium!
IMR075: Examensplanung, Lernpläne und Probeklausuren | Examens-Spezial-2
mit Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb
In Folge 2 des IMR-Spezials für Eure Examensvorbereitung erfahrt Ihr, wann Ihr mit Eurer Examensplanung beginnen solltet und wann der richtige Zeitpunkt für den Schwerpunktbereich ist. Wir sprechen anschließend über die Frage, warum eine gute Zeitplanung in der Examensvorbereitung hilft, die Nerven zu bewahren: Kann zu viel Vorbereitung schaden? Wie lerne ich das Richtige? Warum kommt es auf Systemverständnis und Handwerkszeug an, nicht jedoch auf das Auswendiglernen von Meinungsstreitigkeiten? Schließlich erhaltet Ihr Buchtipps und Kriterien, nach denen Ihr das für Euch geeignete Repetitorium aussuchen solltet. Viel Erfolg für Eure anstehenden Klausuren!
IME034: Mentale Gesundheit in der Examensvorbereitung, Stressmanagement, das Lernen lernen, nicht nur blind Zeit investieren, Examensvorbereitung mental strukturieren
mit Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb
341. Episode von IMR und zugleich die 34. Folge Irgendwas mit Examen: In dieser Folge spricht Marc erneut mit Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb. Es geht um mentale Fitness im Jurastudium und insbesondere in der Examensvorbereitung. Sie erläutert, was mentale Fitness von bloßer Leistungsoptimierung unterscheidet, wie sich ungesunder Dauerstress zeigt und wo die Grenze verläuft, ab der Studierende professionelle psychologische oder ärztliche Hilfe suchen sollten. Thematisiert werden außerdem typische Denkfehler in der Examensphase, etwa die Fixierung auf reine Lernzeit statt auf Lerntechnik und juristisches Handwerkszeug, der Einfluss von Lerngruppen und sozialen Kontakten sowie der Umgang mit vergleichsweise schlechten Klausurergebnissen. Barbara stellt konkrete, alltagstaugliche Strategien vor – von bewusster Planung der Examensvorbereitung über Gehen, Atmung, autogenes Training, Yoga und Tagebuchschreiben bis hin zu Routinen wie früh aufstehen, anfangen, dranbleiben, Nein sagen und freundlich mit sich selbst umgehen. Welche einfachen Routinen lassen sich trotz voller Lernpläne wirklich dauerhaft integrieren? Wie kann man Lerntechniken so anpassen, dass man mit weniger Zeitaufwand bessere Ergebnisse erzielt? Und wie gelingt es, eine gesunde Distanz zum Notendruck zu entwickeln, ohne die eigenen Ziele aus den Augen zu verlieren? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IME002: Suboptimale Formulierungen, Worum es im Privatrecht geht, Klausurtrends
mit Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb
Herzlich willkommen zu Folge 157 von "Irgendwas mit Recht" sowie zur zweiten Folge unserer speziellen Serie "Irgendwas mit Examen" mit Prof. Dr. Dr. h.c. Dauner-Lieb. Bist du schon einmal über suboptimale Formulierungen in deinen juristischen Arbeiten gestolpert? In dieser Episode analysieren wir gemeinsam zwei Beispiele und zeigen dir, wie du deine Ausdrucksweise im juristischen Kontext verbessern kannst. So wirst du im Handumdrehen klarer, präziser und überzeugender in deinem Schreibstil. Bist du dir unsicher über deine Ziele in den Examensklausuren? Woran sollte man sich bei der Zielsetzung orientieren? Wie kann man etwaige Prüfungsangst adressieren? Wie sieht gute Sachverhaltsarbeit aus? Worauf kommt es bei der Erstellung der Lösungsskizze an? Antworten auf diese Fragen erhältst Du in dieser Folge, bevor wir schließlich eine Grundsatzfrage diskutieren, die Dir beim Hören aller Folgen von “Irgendwas mit Examen” sowie Deiner Examensvorbereitung helfen wird: Worum geht es im Privatrecht eigentlich? Wie Verhalten sich Norman zu Rechtsprechung? Warum sollte man Urteile lesen, obwohl man Gutachten schreibt? Viel Spaß!
